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Eine Bahnfahrt mit Humor

Die Kabarettisten Thomas C. Breuer und Bänz Friedli treten in ihrem gemeinsamen Programm als Bahnreisende auf. Das Publikum im Fabriggli war begeistert.
In der Pause signierten Bänz Friedli und Thomas C. Breuer (von links) im Kleintheater Fabriggli ihre Bücher. (Bild: Adi Lippuner)

In der Pause signierten Bänz Friedli und Thomas C. Breuer (von links) im Kleintheater Fabriggli ihre Bücher. (Bild: Adi Lippuner)

Es ist Donnerstagabend, der Tag der Kleinkunst und damit für das Werdenberger Kleintheater Fabriggli ein besonderer Anlass. Hedy Sutter, als Programmverantwortliche für Theater und Kabarett: «Kleintheater heisst nicht klein und ‹munzig›, sondern in diesen Häusern passieren grosse Sachen und alle sind sehr innovativ.» So richtig gross zeigten sich die beiden Autoren, Kabarettisten und Preisträger des «Salzburger Stiers», der Deutsche Thomas C. Breuer und der in Zürich lebende Berner Bänz Friedli. Wobei gross zwar bezüglich Körpermass auf Thomas C. Breuer mit seinen über 190 Zentimentern zutrifft, gemeint ist aber ihr scharfsinniges, meist lustiges, teilweise auch nachdenkliches Philosophieren über das Bahnfahren. Sie stehen aktuell mit ihrem Programm «Retour – Breuer & Friedli fahren Eisenbahn» gemeinsam auf der Bühne.

Start mit dem Interregio nach Olten

Als überzeugte Bahnfahrer wissen Breuer und Friedli, wovon sie erzählen. So manches Erlebnis, sozusagen mitten aus dem Leben gegriffen, kommt in ihrem Programm vor. Da wäre der lauthals telefonierende Mitreisende, für Bänz Friedli nach dem Motto: «Je intimer das Thema, desto lauter reden die Leute». Oder die Beschreibung des Railjets, dem Fernreisezug der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB), «ein geiler Zug, wenn er fährt».

Die Pünktlichkeit der Bahnen, sei es in Deutschland oder in der Schweiz, ist für die Kabarettisten ebenfalls ein lohnendes Thema. «Thomas C. Breuer: «Seit ich Bahn fahre, bin ich ruhiger geworden, wer mit der Deutschen Bahn unterwegs ist, muss sich in Gelassenheit üben. Denn stehen bleiben auf freier Strecke inmitten von Feldern oder im Wald bringt Ruhe und Verspätungen sind so etwas wie geschenkte Zeit.» Der neckische Schlagabtausch, ob die Schweizerischen Bundesbahnen oder doch das Pendant in Deutschland pünktlicher sind, ging ganz klar zu Gunsten von Bänz Friedli aus.

«Der Mensch braucht klare Ansagen»

Während sich die Schweizer gerne klein machen und höflich mit bitte und danke um sich werfen, verlangt der Deutsche: «Ich krieg ein Bier.» Breuer dazu: «Mit dem Wort Krieg haben wir Deutsche Erfahrung.» Friedli kontert: «Und wir Schweizer exportieren den Krieg.» Oder das Wortspiel über das Schwinger-Schwergewicht, «Schwingen ist in Deutschland nicht bekannt, wir haben höchstens Swingerclubs.»

Als erfahrene Nutzer des öffentlichen Verkehrs vermitteln die Beiden auch Pendlerregeln. Nummer elf heisst: «Morgenstund hat Mundgeruch». Oder die Seitenhiebe bezüglich Fussball mit dem «Doppeladler», der gemäss Friedli ein «Basler Düübli» war. Durchsagen im Zug oder auf dem Perron, in Deutschland Bahnsteig genannt, gehören auch zur Sammlung, «Das ist Bahnpoesie, es sind sprachliche Kleinode,» so Breuer. «Ihr Anschlusszug konnte leider nicht warten», oder «Unser Zug wird in Kürze abfahren, alle auf dem Bahnsteig befindlichen Reisenden bitte einsteigen, und das bei einer Durchsage im Zug.»

Das Faible für Amerika, die Bahnfahrten im unbeschreiblich grossen Land und die Musik, vor allem der Blues begeistern beide Kabarettisten. Diese Einflüsse, ob Gesang und Mundharmonikaspiel von Thomas C. Breuer oder witzige Anmerkungen von Bänz Friedli, rundeten den gelungenen Auftritt ab.

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