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Eine Anleitung zur Unzufriedenheit der Eltern

In einem humorvollen Referat sprach Erziehungsberater Matthias Bertscher auf Einladung der Schulgemeinde Grabs und der Elternbildung Werdenberg darüber, wie man maximale Unzufriedenheit in der Kindererziehung schaffen kann – und wie eben nicht.
Referent Matthias Bertscher informierte über mögliche Arten der Kindererziehung. Die anwesenden Eltern konnten von Anfang bis Ende lachen. (Bild: PD)

Referent Matthias Bertscher informierte über mögliche Arten der Kindererziehung. Die anwesenden Eltern konnten von Anfang bis Ende lachen. (Bild: PD)

(pd) Kindererziehung ist eine grosse und sehr ernste Aufgabe. Die Eltern tun ihr Bestes oder hoffen es wenigstens. Und oft sind sie unzufrieden, weil trotz hoher Prinzipien nicht alles so läuft, wie sie es sich vorgestellt hatten, bevor sie Eltern wurden.

Matthias Bertscher aus Hamm in Deutschland ist Erziehungsberater. Auf Einladung der Schulgemeinde Grabs sowie der Elternbildung Werdenberg referierte er an zwei Abenden in der vollen Aula im OZ Kirchbünt über sein Hauptthema «Wie erzielt man maximale Unzufriedenheit in der Erziehung?». Seine Methode nennt er «Dekonstruktion von Konstruktionen».

Immer strahlend, gesund und glücklich

Zufriedenheit orientiert sich bekanntlich an den gesetzten Massstäben. Die Erwartungen an die Kinder, aber ebenso an die eigene Erziehungskompetenz orientieren sich stark an das durch die Werbung vermittelte Familienbild.

Eine unendliche Flut von Werbebildern aus allen möglichen Sparten der Wirtschaft zeigt stets die Standardfamilie: Mutter, Vater, zwei Kinder – mit drei Kindern gilt die Familie als kinderreich – immer strahlend, gesund, glücklich und in Minne vereint am See, auf der Skipiste oder auf dem Sofa. Und so, lautet das Konstrukt, hat Familie zu sein. Daran gemessen, scheint dann oft der eigene Familienalltag als völlig missraten.

Der Erziehungsmarkt ist ein Milliardengeschäft

Der Markt für Erziehungsratgeber beträgt laut Bertscher in Deutschland rund fünf Milliarden Euro jährlich. Sie propagieren Erziehung durch Erklären, durch Abschrecken, durch

Belohnen, durch Fragen nach den Wünschen der Kinder und so weiter. Nach erfolgter Lektüre und versuchter Anwendung der Ratschläge sowie dem darauf folgenden Scheitern brauchen die Eltern dann eine Diagnose: Ihr Kind ist vermutlich hochbegabt, oder hat es etwa ein ADHS? Das Kind muss also behandelt werden.

Von erfrischendem Humor getragen

Das Publikum wurde aufgefordert, entsprechende Beispiele aus der eigenen Erziehungspraxis zu nennen: «Alles muss man dir hundertmal sagen» oder «Mama wäre sehr froh, wenn du jetzt die Zähne putztest». Der ganze Vortrag, lehrreich und praxisorientiert, war ganz vom erfrischenden Humor des Referenten getragen und die anwesenden Eltern konnten von Anfang bis Ende lachen – auch über sich selber. (pd)

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