Autorin Doris Röckle-Vetsch ermöglichte Einblicke ins Mittelalter

Vorgängig der Mitgliederversammlung in der Biblio Sunneschy eröffnete die Autorin Doris Röckle mit einer spannenden Lesung aus zwei ihrer historischen Romane den Abend.

Hansruedi Rohrer
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Buchautorin Doris Röckle-Vetsch bereicherte die Mitgliederversammlung des Vereins Biblio Sunneschy in Grabs mit der Lesung aus ihren historischen Romanen. (Bild: Hansruedi Rohrer)

Buchautorin Doris Röckle-Vetsch bereicherte die Mitgliederversammlung des Vereins Biblio Sunneschy in Grabs mit der Lesung aus ihren historischen Romanen. (Bild: Hansruedi Rohrer)

Die gebürtige Grabserin Doris Röckle-Vetsch ist mit ihrer Familie in Vaduz wohnhaft. Ihre Leidenschaft gehört dem Schreiben historischer Geschichten und Romane. Sie ist vor allem von der Mystik des Alpenrheintals und seiner Burgen fasziniert, daher ist sie eine grosse Kennerin des Mittelalters. Das schlägt sich in ihren spannenden, historischen Romanen nieder. Im Jahre 2010 gewann sie den Literaturpreis des Kulturvereins Schloss Werdenberg.

Die Autorin freute sich, dass sie in Grabs aus zwei ihrer Werke lesen konnte. «Das ist damit sozusagen ein Heimspiel für mich», meinte sie. Die interessierten Zuschauerinnen und Zuschauer hörten vorerst den Prolog aus dem Roman «Die Flucht der Hexe». Doris Röckle-Vetsch verriet unter anderem, wie eine geheimnisvolle Lanze nach der Burg Hohensax kam und dass das Rheintal einst eine versumpfte Ebene war. Die verarmten Leute wurden an den Berg gedrängt, die Vögte und Burgherren hingegen erhoben Zölle. Unter den Herren habe es aber auch Fehden gegeben.

In einem weiteren Ausschnitt – diesmal aus dem Roman «Das Mündel der Hexe» – entführte die Autorin die Zuhörenden ins historische Rheintal des 14. Jahrhunderts, als der Heldin Ita eine Reise voller Rätsel und Geheimnisse bevorsteht. Die junge Konstanzerin erfährt nämlich kurz vor der Verbrennung der als Hexe angeklagten Almut, dass diese nicht ihre leibliche Mutter ist. Ita begibt sich auf die Spuren ihrer wahren Herkunft und zieht auch auf Schloss Sargans ein.

Im dritten Teil der Lesung erzählte Doris Röckle-Vetsch etwas über die Kräuterfrauen im Mittelalter. Diese hätten zwar ihr Handwerk verstanden, wurden jedoch oft verfolgt, angeklagt und auch auf dem Scheiterhaufen verbannt. Die historischen Romane der Gastautorin besitzen oft auch sakrale Rätsel und es werden ebenfalls Bräuche festgehalten. Veröffentlicht wurden zudem mehrere Kurzgeschichten und ein neuer Roman ist in Vorbereitung.

Biblio ist noch nicht selbsttragend

Im Anschluss erfolgte die Hauptversammlung des am 1. März 2018 gegründeten Vereins Biblio Sunneschy mit einem Blick auf das erste Jahr. Die Bibliothek an der Vorderdorfstrasse 24 in Grabs konnte mit vielen Themenbereichen vergrössert werden. Auch der rote Bücherwagen hinter dem Volg wird gut besucht. Die Biblio ist noch nicht selbsttragend, das schlägt sich im Verlust von 4000 Franken in der Jahresrechnung nieder. Dank generöser Sponsoren mildern sich die anfallenden Kosten aber etwas. Ein zweites, spannendes Biblio-Jahr steht somit am Start. Nicht zuletzt auch, weil der Treffpunkt in der Biblio Sunneschy ein bedeutender gesellschaftlicher ist, in welchem auch diskutiert, unverbindlich geschaut und sogar gespielt werden darf. Vereinsvorsitzende Heidi Gantenbein zeigt sich zuversichtlich. Der Verein zählt zurzeit 26 Mitglieder.