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Orchester, Dirigent und Chor sorgten für einen stürmischen Abend

«Liechtenstein singt» hiess ein weiteres Konzert beim Vaduzer Classic-Open-Air-Festival. Es hätte auch heissen können: Liechtenstein swingt. Denn was ad-hoc-Orchester und -Chor auf die Bühne brachten, war pure Energie.
An die hundert Chorsängerinnen und Chorsänger fanden sich bei «Liechtenstein singt» zusammen. (Bild: Daniel Ospelt)

An die hundert Chorsängerinnen und Chorsänger fanden sich bei «Liechtenstein singt» zusammen. (Bild: Daniel Ospelt)

Als Mitglied des Stiftungsrates der Vaduz-Classic-Stiftung und Vertreter des Hauptsponsors Ivoclar-Vivadent dankte Franz Berger der Gemeinde Vaduz für ihre «Zauberer», die aus dem Open-Air-Konzert im Nu ein Inhouse-Konzert werden liessen. Dem Publikum im voll besetzten Vaduzersaal versprach er ein «aussergewöhnliches Konzerterlebnis mit zahlreichen Gänsehautmomenten».

Das war kein leeres Versprechen, denn wer einen Kevin Griffiths für die Gesamtleitung engagiert, der hat das Entertainment gleich mitgebucht. Dieser Mann ist mehr als ein Orchesterdirigent, er ist Energieschleuder, Metronom und Showmaster zugleich. Da muss jeder Einsatz sitzen, jeder Ton perfekt sein, und das Alles in einem atemberaubenden Tempo und mit einem Programm, das allen Musizierenden sowohl Sprints als auch Marathonläufe abverlangte.

Ein Orchester zum Anfassen und Spielen

Das eigens für dieses Konzert zusammengesetzte Orchester aus dem Sinfonieorchester Liechtenstein, dem Orchester Liechtenstein-Werdenberg, Schülerinnen und Schülern der Liechtensteiner Musikschule sowie Mitgliedern des Ensembles Esperanza der internationalen Musikakademie in Liechtenstein folgte seinem Meister auf allen Wegen und Umwegen. Denn Kevin Griffiths «lieh» seinen Klangkörper auch schon mal kurzerhand aus. Wer schon immer mal ein Orchester dirigieren wollte, fragte er ins Publikum. Tatsächlich meldeten sich ein Bub und eine junge Frau. Die beiden durften auf die Bühne, gemeinsam mit allen Anwesenden im Saal das Taktschlagen üben und dann mit dem Orchester proben, das den beiden Linkshändern bereitwillig folgte, inklusive Verwirrung bei unsicherem und unklaren Angaben. Das alles zur Gaudi von Publikum, Musizierenden und Chor.

«Liechtenstein singt», hiess der Abend und auch für dieses Singen konnten sich Freiwillige melden – allerdings schon Monate davor. An die hundert Chorsängerinnen und Chorsänger fanden sich so zusammen, übten wochenlang mit William Maxfield, bis dann die Werke in der letzten Woche mit Kevin Griffiths und dem Orchester einstudiert wurden. Leider standen die Sängerinnen und Sänger hinter dem Orchester und konnten so kaum gesehen werden.

Romantische Stimmungen mit dem Chor

Im ersten Teil des Abends kam der Chor auch nur ein einziges Mal zum Einsatz, dafür liess er im zweiten Teil wahre Gassenhauer hören, vom Gefangenenchor aus «Nabucco», über «O Fortuna» aus «Carmina Burana» bis hin zu Leonard Cohens «Halleluja».

Der Refrain des «Halleluja» durfte mitgesungen werden, dazu wurden die Handys geschwenkt und die Stimmung erinnerte an open air Popkonzerte. Als dann bei den Zugaben für Glenn Millers «Pennsylvania 65000» das Klatschen geübt wurde und bei der zweiten Zugabe der Chor, die Gesangstudierenden Alessandra Maxfield (die davor schon mit Solvejgs Lied begeistert hatte) und Nicola Schöne «We Are The Champions» von Queen schmetterten, gab es auch beim Publikum kein Halten mehr. Es sprang von den Sitzen, pfiff und applaudierte frenetisch.

Russland meets Norwegen – musikalisch!

Musikalisch war das Programm klug zusammengesetzt und knüpfte sogar an das Eröffnungskonzert an. Die «Morgenstimmung» aus der Peer Gynt-Suite Nr. 1 von Edvard Grieg erinnerte an den Beginn der «Alpensinfonie» von Richard Strauss, das Stück «In der Halle des Bergkönigs» aus der gleichen Suite spielte bereits der Pianist Denis Matsuev beim Eröffnungskonzert als Zugabe. Bei manchen Werken, wie bei Alexander Borodins «Polowetzer Tänzen» aus der Oper «Fürst Igor» stürmte Kevin Griffiths mit seinen Musikern drauf los, als wollte er mit der Musik aus dem 19. Jahrhundert unbedingt im 21. Jahrhundert landen. Natürlich war auch Iwan Petrowitsch Larianows «Kalinka» ganz nach dem Geschmack des sportlichen Dirigenten, und der Chor schmetterte das Lied von den Himbeeren im besten Russisch.

Kevin Griffiths wird nächstes Jahr wieder dabei sein, wie Ernst Walch am Ende des Konzerts ankündigte. Dann heisst das Motto «Liechtenstein tanzt». Tanzen würde er aber nicht, meinte der Dirigent lachend. «Schaun mer mal, dann sehn mer scho», würde der ehemalige deutsche Fussballspieler und Sportfunktionär Franz Beckenbauer dazu sagen. (agr)

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