Ein Stück volles Leben – in der Beiz

Die Theatergruppe Silberfüchse feilt an den letzten Details zu ihrem neuen Stück, welches das volle Leben in die Quartierbeiz bringt. Premiere ist am 28. November in Wildhaus.

Peter Küpfer
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Mit Eifer und Genuss bei der Sache: Die Theatergruppe Silberfüchse feiert am Mittwoch Premiere in Wildhaus. (Bild: Peter Küpfer)

Mit Eifer und Genuss bei der Sache: Die Theatergruppe Silberfüchse feiert am Mittwoch Premiere in Wildhaus. (Bild: Peter Küpfer)

Bald sind die theaterbegeisterten Toggenburger Silberfüchse 25 Jahre auf der Bühne, mit einer viel besuchten Aufführung alle zwei Jahre. Mit ihren Stücken, die ins volle Leben greifen, treffen die munteren Spielbegeisterten bekannterweise ins Schwarze. Bereits haben Altersnachmittage und Volksbühnen die rüstigen Seniorinnen und Senioren für ihre neue Produktion gebucht, ihr Jubiläumsstück. Wie Regisseur Edgar Morger mit Stolz erwähnt, sind es schon 25 bestellte Aufführungen. Einmal mehr konnten sie die erfahrene Volksstück-Autorin Rösly Baumgartner-Strässle (Kirchberg) gewinnen, das Stück für sie zu schreiben. Sie hat das Jubiläumsstück mit dem Titel «Die letscht Beiz im Lindequartier» der Truppe quasi auf den Leib geschrieben.

Die Darsteller spielen ihre Figuren mit Genuss

Wie bei den anderen Erfolgsstücken der Silberfüchse, ist auch im neuen Stück wieder viel Platz für Überraschungen und Situationskomik, aber auch für ein Stück gelebte Realität. Denn, so Regisseur Edgar Morger: «Wir Silberfüchse haben uns mit Begeisterung der Tradition des volkstümlichen Theaters verschrieben. Aber wir machen nicht einfach Schwank um jeden Preis. Wenn wir uns schon ein ganzes Jahr lang auf die Aufführung vorbereiten, wollen wir dem Publikum auch im Inhalt etwas bieten». Um neugierig zu machen, sei hier nur der Ausgangspunkt skizziert. Im Zentrum steht die gemütliche Quartierbeiz Lindenhof, wo sich ein grosser Teil des sozialen Lebens abspielt, weil hier die Menschen ganz spontan zusammenkommen, solche, die sich mögen, manchmal auch nicht so sehr. Wie in realen derartigen Beizen ist da auch Platz für Aussenseiter, auch für Menschliches. Und wie in der Realität ist auch im Stück der Lindenhof in seiner Existenz bedroht.

Zumindest am Anfang. Da geht gerade eine Frauen-Jassrunde zu Ende. Zum Gerücht, der Gasthof werde bald verkauft, weiss niemand etwas Genaues. In einem Familiengespräch zwischen der Chefin, deren Schwester und deren Tochter wird klar, dass die Tochter im Lindenhof ein Kosmetikstudio eröffnen möchte. Doch das widerspricht dem Willen des verstorbenen Grossvaters, der in einem Servitut das Weiterbestehen des Lindenhofs garantiert hat. Ein Erbstreit ist unvermeidlich. In dieser fast hoffnungslosen Situation nimmt die Handlung eine unerwartete Wendung.

Ein Augenschein bei einer der letzten Proben vor der Premiere machte es offensichtlich: Die Silberfüchse sind auch diesmal wieder voll dabei. Jede Figur sitzt und wird mit Genuss ausgespielt. Die spürbare Begeisterung der Spielenden für das Stück Leben, das sie damit auf die Bühne bringen, liegt über allem. «Es ist das, was die Leute an unseren Stücken besonders lieben», sagt Edgar Morger. «Die Begeisterung, so etwas mit allen anderen zusammen zu stemmen, überträgt sich auch aufs Publikum. Wir wollen Mut machen, gerade auch älteren Menschen, und wir freuen uns immer riesig, wenn das gelingt.» Mit dem neuen Stück ist alles da, was dafür nötig ist. Premiere ist am kommenden Mittwoch, 28. November, im Chuchitobel in Wildhaus, Beginn 14 Uhr.