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Zwischen Christentum und Islam gibt es gar keine grossen Unterschiede, so das Fazit nach einem Dialog-Treffen in Buchs

Als Brückenbauerin lud die Mintegra Frauen verschiedener Religionen zu einem Dialog über das Thema Rituale ein.
Heidy Beyeler
Bernada Sljyvar demonstriert das Ritual der Muslime.Bild: Heidy Beyeler

Bernada Sljyvar demonstriert das Ritual der Muslime.Bild: Heidy Beyeler

Frauen verschiedenen Glaubens trafen sich in der Aula Flös in Buchs, zum gegenseitigen Austausch über «ihre» Religion und die Tradition ihrer alltäglichen religiösen Rituale, die sie leben. Während der interreligiösen Dialog- und Aktionswoche tauschen sich verschiedene Glaubensgemeinschaften aus, mit dem Ziel, diverse Religionen und Kulturen einander näherzubringen, zum besseren gegenseitigen Verständnis. Der Anlass wurde von Mina Safai, Sozialdienst für Fremdsprachige, Stiftung Mintegra, moderiert.

Katholische Bevölkerung überholt die evangelische

Fünf Vertreterinnen aus fünf Glaubensgemeinschaften beschrieben in Bezug auf ihre Religion ihre persönlichen Rituale. Den Anfang machten zwei Frauen von der katholischen Kirchgemeinde Buchs-Grabs. Sie sprachen von den Ritualen des Gebetes und des Fastens.

Eine der Sprecherinnen der evangelischen Kirchgemeinde zeichnete auf, wie sich in der evangelischen Hochburg Buchs einiges geändert hat. Vor 50/60 Jahren sei die evangelische ­Kirche bei der Bevölkerung in Buchs mit etwa 80 Prozent vertreten gewesen. «Heute hat uns die katholische Kirche überholt. Es ist derzeit nur noch etwa ein Viertel der Bevölkerung, das evangelisch ist.»

Den Islam als persönliche Herzensreligion

Eindrücklich war der Auftritt von Bernada Sljyvar als Vertreterin des Islamischen Kulturzentrums der Bosniaken in Buchs. Eine quirlige Frau, die bereit war, ihr tägliches Ritual des Gebets authentisch vorzuführen. Sie packte ihren Gebetsteppich aus, legte ihn in der Aula Flös auf den Boden, demonstrierte und kommentierte Schritt für Schritt die täglichen Gebete, die sie zeitlich, wenn immer möglich, zelebriert. Das Publikum konnte augenscheinlich ein islamistisches Gebet miterleben. Sie betonte dabei, dass das ihre persönliche Herzensreligion sei, sie aber alle Menschen respektiere, die eine andere Religion leben würden.

Sie ist in Bosnien geboren und wurde auf dem Amt als Muslimin eingetragen, obwohl ihr Vater damals (zu Titos Zeiten) Kommunist gewesen war und mit dem Islam nichts am Hut hatte. In einem persönlichen Gespräch sagte sie, dass sie den Islam erst vor 18 Jahren kennen lernte, als sie als 20-Jährige in die Schweiz kam.

Keine grossen Unterschiede zwischen Religionen

Den Schluss der Vorstellungen machte die Vertreterin des Somalischen Vereins Ostschweiz. Sie ist ebenfalls Muslimin und erzählte, dass sie ähnliche Rituale haben wie die Vorrednerin aus Bosnien. Es gibt einige Abweichungen. Das Wichtigste sei jedoch das Morgengebet.

«Wir dürfen nur zu unserem Gott Allah beten. Das ist aber genauso wie bei den Christen, die auch nur zu Gott beten.»

Im Anschluss gab es angeregte Diskussionen unter Frauen aus verschiedenen Religionen. Gegenseitig konnten sie sich austauschen und fragen, wenn etwas unklar war. Eine Muslimin aus Somalia konnte es kaum glauben, dass katholische Priester, Bischöfe, Kardinale und der Papst nicht heiraten dürfen. «Gilt das für das ganze Leben?», wollte sie wissen. Viele weitere Fragen gab es, die wohl bei einer nächsten Begegnung erörtert werden müssten. Das Fazit der Frauen: Zwischen dem Christentum und dem Islam gibt es gar keine grossen Unterschiede. Vieles ist fast gleich, es wird nur anderes benannt. Der Koran kennt ebenso wie die Bibel Jesus, Maria und die Propheten – um ein Beispiel zu nennen.

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