Ein letztes Mal...

Sennwald  Das Ende ihrer Zeit als Mesmerin in Sennwald rückt näher – Ende Jahr klopft die Pension an die Türe von Claudia Vils aus Frümsen. Ein Blick zurück auf zehn Jahre.

Andrea Müntener-Zehnder
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Den letzten Arbeitstag vor Augen: Messmerin Claudia Vils aus Frümsen. (Bild: Andrea Müntener-Zehnder

Den letzten Arbeitstag vor Augen: Messmerin Claudia Vils aus Frümsen. (Bild: Andrea Müntener-Zehnder

Beinahe auf den Tag genau vor zehn Jahren nahm die heute 63-jährige Claudia Vils ihre Arbeit als Mesmerin in der Antoniuskirche in der Katholischen Kirchgemeinde Sennwald auf. Da sie zuvor bereits Mitglied in dessen Kirchenverwaltung war, kannte sie ihren zukünftiger Arbeitgeber. «Ich wusste also in etwa, was auf mich zukommen würde. Und doch war die Arbeit völlig anders, als die bisherige am Schalter bei der Post in Frümsen», erinnert sich die Bald-Pensionärin zurück.
Nach zehn Jahren ist nun der Zeitpunkt gekommen, Adieu zu sagen. Adieu zu all den lieb gewonnen Arbeiten und Leuten in und um die Antoniuskirche. «Am meisten jedoch wird mir sicherlich der Kontakt zu den Leuten fehlen. Wir haben hier ein wunderbares Team an Seelsorgern, Freiwilligen, Veraltungsräten und Ministranten, aber auch die freundlichen Kirchgänger.» Nebst dem «Kundenkontakt» hat die Frümsnerin die Selbstständigkeit, die eine Mesmerin an den Tag legen muss, sehr geschätzt.

Sie geht in ihrer Lieblingszeit in Pension

Auf die Frage hin, was sie denn überhaupt nicht vermissen werde, antwortet Claudia Vils wie aus der Pistole geschossen: «Das Lauben! Die Kirche steht an einem so schönen Ort, umgeben von Wiesen, Bäumen und Wald. Mit Lauben habe ich im Herbst so mache Stunden verbracht. Und am kommenden Tag sah es wieder aus wie am Vortag», schmunzelt die Mesmerin.

Der Höhepunkt eines jeden Kirchenjahres stellt die Advents- und Weihnachtszeit dar. Diese bedeutet nicht nur für die Seelsorgenden Mehrarbeit, auch die Mesmerin und ihre Stellvertreterin haben mit den Anlässen wie Rorate und Familiengottesdienst einiges mehr zu leisten. Und doch genau besagter Familiengottesdienst vom 24. Dezember - bei welchem ausnahmslos immer volles Haus ist – stellt der persönliche Höhepunkt für Claudia Vils dar, ihr persönliches Weihnachten in ihrer Kirche: «Gegen Ende des Gottesdienstes werden die Kinder meist ‘chribbelig’. Sie merken, es dauert nicht mehr lange und sie machen sich auf den Heimweg zur Weihnachtsfeier. Wenn es in diesem Moment dunkel wird, der Kirchenraum lediglich noch von den Lichtern des geschmückten Weihnachtsbaumes und den Kerzen erhellt wird und die Kirchgemeinde das Lied ‘Stille Nacht, Heilige Nacht’ anstimmt, ja, dann ist für mich Weihnachten.»

Bereits eine Woche später wird sich Claudia Vils definitiv verabschieden, zumindest als Mesmerin. «Ist es nicht schön, wenn ich in meiner Lieblingszeit in die Pension kann? Ich habe meine Arbeit hier, umgeben vom Heiligen Antonius, geliebt und doch freue ich mich nun auf die Zeit die vor mir liegt, meine Pension.»