Ein Lernender zur Verkehrunfall-Prävention am BZB: «Die Folgen werden einem klar»

Lernende im BZB wurden von Montag bis Donnerstag an sechs Halbtagen auf massgeschneiderte Art für die Unfallvermeidung im Strassenverkehr sensibilisiert. Statt dem Mahnfinger gab es Fakten und eindrucksvolle Beispiele zur Information.

Thomas Schwizer
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Ivo Bürge (links) und Serkan Yalcinkaya sensibilisierten für die Gefahren im Strassenverkehr, und zwar ohne den Mahnfinger zu erheben. (Bild: Thomas Schwizer)

Ivo Bürge (links) und Serkan Yalcinkaya sensibilisierten für die Gefahren im Strassenverkehr, und zwar ohne den Mahnfinger zu erheben. (Bild: Thomas Schwizer)

Rund 400 Lernende im zweitletzten Ausbildungsjahr am Berufs- und Weiterbildungszentrum BZB sind von der Stiftung Road Cross und der Kantonspolizei St.Gallen an Präventionsveranstaltungen informiert worden. Das Thema wurde keineswegs als trockener Schulstoff vermittelt, sondern massgeschneidert für die junge Zuhörerschaft.

Serkan Yalcinkaya von Road Cross Schweiz und Verkehrsinstruktor Ivo Bürge von der St.Galler Kantonspolizei verstanden es, den Schülern wertvolle Hinweise zum Thema Sicherheit im Strassenverkehr nahe zu bringen, ohne den Mahnfinger zu erheben.

Der Halbtag pro Gruppe bot konkrete, eindrucksvolle Beispiele mit teils tragischen Folgen sowie interessant verpackte Informationen. Die Zuhörer wurden immer wieder auch einbezogen und brachten sich in positivem Sinne ein.

«Lernende finden es eine gute Sache»

Drei BZB-Schüler, alle junge Autolenker, lobten im Anschluss an die Veranstaltung diese Art der Unfallprävention.

«Das ist eine gute Sache. So wird mir bewusst, was für Folgen mein eigenes Verhalten am Steuer haben kann»

betont der Erste. «Es war sehr spannend. So wird das, was ich eigentlich wissen würde, wieder in Erinnerung gerufen. Man vergisst es nämlich mit der Zeit», sagt der Zweite. Der Dritte fügt bei:

«Besonders das mit dem Nur-Kurz-
aufs-Handy-Schauen hat mich richtig aufgerüttelt.»

Beispiele zeigen Ursachen und verheerende Folgen

Da einige der Auszubildenden Auto oder Motorrad fahren, kannten sie Vieles, das ihnen aufgezeigt wurde, aus eigener Erfahrung. An sich bekannte Tatsachen wie Ablenkung, überhöhte Geschwindigkeit, Alkohol oder Drogen am Steuer wurden als häufigste Unfallursachen mit statistischen Zahlen belegt.

Die Auswirkungen und teils gravierenden Folgen für von solchen Vorfällen betroffene Menschen wurden mit konkreten Beispielen drastisch vor Augen geführt.

Unter den Folgen ein Leben lang leiden

Ein wichtiges Augenmerk galt den Folgen, welche sich durch das Missachten von Vorschriften oder Unaufmerksamkeit eines Lenkers ergeben. Und zwar einerseits für die Personen, die bei einem Unfall getötet oder schwer verletzt werden.

Der Verursacher dieses Unfalls in Gams war einen Moment abgelenkt. (Bild: Kantonspolizei)

Der Verursacher dieses Unfalls in Gams war einen Moment abgelenkt. (Bild: Kantonspolizei)

Andererseits aber auch für die Fahrzeuglenker, die einen Unfall verursachen. Das betrifft juristische Massnahmen wie Ausweisentzüge oder hohe Bussen ebenso wie körperliche oder psychische Beeinträchtigungen.

Nicht nur die oft unschuldigen Opfer von Verkehrsunfällen und ihr Umfeld leiden darunter vielfach ein Leben lang. Ein solches Ereignis wird auch für den Unfallverursacher häufig für lange Zeit zur belastenden Erinnerung, wie den interessierten Zuhörerinnen und Zuhörern vor Augen geführt wurde.

Das Smartphone als gefährliche Ablenkung

Immer wieder für Ablenkung am Steuer sorgt das Smartphone. Serkan Yalcinkaya führte vor Augen, dass eine Sekunde aufs Handy schauen – bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h – innerorts die Strecke bis zum Anhalten eines Fahrzeugs um 14 Meter verlängert. Er zeigte anhand des tragischen Todenfalls eines Kindes, wie verheerend sich das im konkreten Fall auswirken kann.

Auch Ivo Bürge wartete mit konkreten Unfallbeispielen und deren Ursachen auf. Er zeigte die gravierenden Folgen eines kurzen Fehlverhaltens für die Lenker und andere Verkehrsteilnehmer auf. Für Velofahrer und Fussgänger, als schwächste Verkehrsteilnehmer, ist dies sehr oft mit grossem Leid verbunden.

Vorsicht: Restalkohol berücksichtigen

Vor allem junge Fahrzeuglenkerhaben gemäss der Statistik überdurchschnittlich oft das Fahrzeug nicht unter Kontrolle haben und unterschätzen dessen Kraft. Dafür seien sie seit der 0-Promille-Grenze für Neulenker punkto Alkohol am Steuer vorbildlich, lobte Serkan Yalcinkaya.

Er machte aber darauf aufmerksam, dass sie auch den Restalkohol beachten sollen, bevor sie sich am Morgen nach einem Fest ans Steuer setzen. «Es werden nur 0,1 Promille pro Stunden abgebaut.»

«Unfall oder geiles Leben? Your choice»

Das erklärte Ziel der Präventions-Halbtage war es, den jungen Erwachsenen Informationen zu liefern über die Konsequenzen ihres eigenen Verhaltens als Verkehrsteilnehmer. «Ihr sollt richtig entscheiden können», sagte der Road- Cross-Vertreter.

Unter dem Motto «Unfall oder geiles Leben? Your choice» (deine Wahl) diskutiert Road Cross Schweiz mit jungen Erwachsenen schweizweit Strategien, um Verkehrsunfälle zu vermeiden. Die Präventionsanlässe bilden am BZB seit vielen Jahren einen festen Bestandteil im Bereich Allgemeinbildung.