Ein Familienzwist auf Schloss Werdenberg endet mit dem Tod

Am Freitag, 28. August, haben Schauspielerinnen und Schauspieler aus der Region die erste Probe für die Wiederaufführung von «Friedrichs Verhängnis» motiviert in Angriff genommen.

Heidy Beyeler
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Die mittelalterlichen Klänge kommen im Rittersaal gut an.

Die mittelalterlichen Klänge kommen im Rittersaal gut an.

Bild: Heidy Beyeler

Die Geschichte schreibenden vierzehn Schauspieler führen die Zuschauer mit dem Stück «Friedrichs Verhängnis» auf Schloss Werdenberg ein weiteres Mal in eine Welt von Machtgierigen, geprägt von Familienstreiten. Die Führung durch das Schloss mit den verschiedenen Handlungen und Erzählungen wird dieses Jahr etwas anders sein, wie viele andere Veranstaltungen wird auch «Friedrichs Verhängnis» in Bezug auf die Pandemie die vorgegebenen Richtlinien respektieren. In den grossen Räumlichkeiten können die Abstandsregelungen eingehalten werden. Deshalb werden, im Gegensatz zum vergangenen Jahr, vier statt zwei Aufführungen angeboten. Statt in der Schlossküche wird die mittelalterliche Mahlzeit im Rittersaal gefeiert. Ob es sich nun um eine mittelalterliche Familienfeier oder um ein Leichenmahl handelt, das wird sich an diesem Abend zeigen

Auswirkungen von Corona auf Zuschauer

Auf die Frage, ob es um die gleiche Geschichte handelt wie voriges Jahr,so Maja Sünderhauf: «Wir werden coronabedingt die Essensszene und die mittelalterliche Musik in den geräumigeren Rittersaal verlegen, wo auch getanzt werden kann.» Die Gäste können bei jeder Spielszene mit nötigem Abstand sitzen. Das bedeutet aber auch, dass die Führung durch die Gemächer in kleinem Rahmen das Gefühl eines privaten Anlasses ausstrahlt, weil die Anzahl der Zuschauerinnen und Zuschauer auf 20 Personen begrenzt ist. Das sind die angenehmen Vorteile

Unter der Leitung von This Isler (Zweiter von links) werden die Texte, Betonung und Mimik zu den einzelnen Rollen diskutiert.

Unter der Leitung von This Isler (Zweiter von links) werden die Texte, Betonung und Mimik zu den einzelnen Rollen diskutiert.

Bild: Heidy Beyeler

War es Selbstmord, Mord oder ein Unfall?

Der Inhalt von «Friedrichs Verhängnis» darf gut und gern als mittelalterlicher Krimi bezeichnet werden. Die Geschichte geht auf das Jahr 1290 zurück. Die Tragödie des langen Zwists endet schliesslich oben im Schloss Werdenberg, wo damals der berühmteste Gefangene Werdenbergs sein Schicksal erlebt. Es war Bischof Friedrich von Montfort aus Chur. Unklar war und bleibt die Frage, was in dieser Nacht wirklich passierte. War es ein Unfall, war es Selbstmord oder gar Mord? Man weiss es bis heute nicht genau.

So wie es im Mittelalter halt war

Bekannt ist, dass Friedrich von Montfort am 3. Juni 1290 verstorben ist. Das Schauspiel auf dem Schloss blickt zurück in die Vergangenheit, um zu erkennen, was damals geschah. Die dargestellte Episode wird den neugierigen Besuchern und Besucherinnen mit den Erzählungen auf schauspielerische Art und Weise verständlich gemacht – so wie es eben zu und her ging im Mittelalter. Ob die Frage beantwortet werden kann, «weshalb die Werdenberger den verwandten Montforter über mehr als ein Jahr in Gefangenschaft hielten, und wie es zum Ausbruchsversuchs kommen konnte», bleibt bis zum Schluss offen. Oder wird da vielleicht ein neues Kapitel geöffnet? Eines bleibt offen: War es Selbstmord, Mord oder ein Unfall?

Wer es wissen will, kann jetzt schon einen Platz reservieren. Vorstellungen finden statt am Freitag 11./18. September und am Samstag 12./19. September, jeweils von 20 bis 22 Uhr.