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Ein eingewanderter Käfer gefährdet den Mais im Werdenberg, Rheintal und Linthgebiet

In sämtlichen Gemeinden zwischen Wartau und St. Margrethen sowie zwischen Rapperswil und Schänis darf auf den 2019er-Maisfelder nächstes Jahr kein Mais angepflanzt werden.
Gert Bruderer und Thomas Schwizer
An einer Monitoringstelle in Buchs ist der Maisschädling in die Falle gegangen. (Bild: Corinne Hanselmann)

An einer Monitoringstelle in Buchs ist der Maisschädling in die Falle gegangen. (Bild: Corinne Hanselmann)

Nicht nur in der Region Werdenberg-Rheintal, sondern auch im Linthgebiet wütet derzeit erstmals ein Schädling: der Maiswurzelbohrer. Das schreibt das Landwirtschaftsamt St. Gallen in einer Mitteilung vom Dienstag.

Deshalb gilt in 27 St. Galler Gemeinden eine am 16.September erlassene Verfügung des Amtes, dass «zwingend eine Fruchtfolge einzuhalten» ist.

Käfer ging auch in Buchs in die Falle

An drei Standorten ging der nordamerikanische Käfer bei einem Monitoring in die Falle – in Kriessern, Diepoldsau und Buchs. Die Fangzahlen beziffert das Landwirtschaftliche Zentrum St. Gallen in Salez (LZSG)mit 56 in Kriessern, 29 in Buchs und 20 in Diepoldsau. Bereits im August war der Käfer im Kanton Schwyz entdeckt worden.

Er hinterlässt im Herbst seine Eier in bestehenden oder schon abgeernteten Maisfeldern. Die im Frühjahr oder Frühsommer schlüpfenden Larven fressen die Wurzeln der Maispflanze und können grosse Schäden anrichten. Weil die Larve auf Mais angewiesen ist, «lässt sich mit einer Fruchtfolge eine geeignete Bekämpfungsstrategie gegen den Käfer führen», schreibt das Landwirtschaftsamt.

Diesjährige Maisfelder sind nächstes Jahr tabu

So hat denn der Kanton auch bereits eine wichtige Massnahme im Kampf gegen den Maiswurzelbohrer verfügt: In 27 St. Galler Gemeinden ist es nächstes Jahr explizit verboten, Mais auf Flächen anzupflanzen, auf denen in diesem Jahr Mais wächst.

Das Verbot gilt in allen sechs Werdenberger Gemeinden und im Rheintal im gesamten Gebiet von Lienz bis und mit St. Margrethen. Aber auch in den Gemeinden Rapperswil-Jona, Schmerikon, Eschenbach, Uznach, Gommiswald, Kaltbrunn, Benken und Schänis muss diese Verfügung zwingend eingehalten werden.

Den Käfer wird man kaum mehr los

Schlimmer wäre der Maiswurzelbohrer westlich von St. Gallen, denn im Fürstenland spiele der Futterbau eine noch grössere Rolle. Das sagt Rolf Künzler, der Leiter der Fachstelle Pflanzenschutz am LZSG. Während Ackerbaubetriebe von dem Schädling weniger betroffen sind, kann er reinen Futterbaubetrieben, die Mais pflanzen, ernsthafte Sorgen bereiten.

Die Idylle trügt: In der Region Rheintal-Werdenberg darf 2020 auf Maisfeldern von diesem Jahr im kein Mais gepflanzt werden. (Bild: Reto Martin)

Die Idylle trügt: In der Region Rheintal-Werdenberg darf 2020 auf Maisfeldern von diesem Jahr im kein Mais gepflanzt werden. (Bild: Reto Martin)

Der Lüchinger Landwirt Peter Eugster, der in aufeinanderfolgenden Jahren Mais wachsen lässt, wusste am Dienstagvormittag noch nichts Genaueres über das weitere Vorgehen. Er meinte nüchtern, wenn man einen Käfer erst mal habe, werde man ihn nicht mehr los, bei einer Pflanzenkrankheit wie dem Feuerbrand sei es dasselbe.

Vorarlberg muss sich mit Empfehlungen begnügen

Peter Nüesch, der den St. Galler Bauernverband präsidiert, sieht es ebenso. Der Maiswurzelbohrer werde sich wohl nicht ganz ausrotten lassen. Dies auch weil es den Schädling in Vorarlberg und im süddeutschen Raum bereits gibt.

Doch anders als bei uns gilt er auf österreichischer Seite, wo seine Verbreitung weit fortgeschrittener ist, seit 2013 nicht mehr als sogenannter Quarantäneorganismus. Vorarlberg kennt also keine Vorschriften für ­seine Bekämpfung, sondern muss sich mit Empfehlungen begnügen.

Vom Landwirtschaftsamt war der Chef zur Stelle

Diesseits des Rheins ist klar: Die Käferbekämpfung, die für Haupt­betroffene mit einem ansehnlichen Zusatzaufwand verbunden sein dürfte, muss rigoros erfolgen.

Aus diesem Grund fand am Dienstagabend auf Eugsters Hof in Lüchingen ein Grossanlass statt. Sicher über 100 Landwirte aus dem ganzen Tal kamen zusammen, unter ihnen auch Fachleute von LZSG und kantonalem Landwirtschaftsamt. Dessen Chef Bruno Inauen war höchstpersönlich vor Ort.

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