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Ehe- und Familienberatung: Ein 40-Jahr-Jubiläum im Zeichen der Liebe

Die Verbindung von Mann und Frau ist tief in den grundlegenden Werten der christlichen Kirchen verankert. In der Region Sarganserland-Werdenberg hat sie seit über vierzig Jahren einen festen Platz mit der Anlaufstelle für Ehe- und Familienberatung gefunden.
Nadine Bantli
Gewährt Einblicke: Beate Boes über ihre Arbeit bei der Eheberatung. (Bild: Nadine Bantli)

Gewährt Einblicke: Beate Boes über ihre Arbeit bei der Eheberatung. (Bild: Nadine Bantli)

Die Ehe- und Familienberatung Sarganserland-Werdenberg hat viele verschiedene Interessen, die aber alle dasselbe tangieren: die Liebe. So stand auch das 40-Jahr-Jubiläum unter dem Motto «Beziehung – Feuer und Flamme für die Liebe».

Ein Thema, das bewegt – die zahlreich erschienenen Gäste sprechen für sich. Einige unter ihnen sind ehemalige Klienten der Ehe- und Familienberatung, die Hilfe gesucht und gefunden haben. Dass Beziehungsprobleme aber nicht immer gelöst werden können, zeigen frühere sowie aktuelle Scheidungsraten auf. Diese greift Harald Wieser, Präsident der Trägerschaft, in seiner Begrüssungsansprache kurz auf. Dafür geht er vierzig Jahre in der Geschichte zurück, als 1978 der Beschluss zur Gründung der Beratungsstelle gefällt wurde.

Aufgrund der hohen Scheidungsrate von damals 25 Prozent sei eine solche Stelle eine Notwendigkeit, hiess es im Protokoll. Aktuell liegt die Rate in der Schweiz bei 38 Prozent und betrifft somit jede dritte Ehe. Die katholischen und evangelischen Kirchgemeinden unterstützten den Beschluss über die Einführung einer Anlaufstelle für Hilfesuchende von Beginn an, die politischen Gemeinden im Sarganserland und Werdenberg zogen nach. Sie bilden heute zusammen mit dem katholischen Konfessionsteil des Bistums St. Gallen und der evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St. Gallen die Trägerschaft. Indirekt ist die Senkung dieser Scheidungsrate das Hauptziel der Beratungsstelle: Sie will Paaren, Männern und Frauen in Beziehungs- und Lebenskonflikten helfen, ihre Beziehungen zu gestalten und zu erhalten und nicht reibungslose Trennungen durchführen. Das erfordert Willen, vor allem seitens der Betroffenen. Denn, so zitiert Wieser: «Die Ehe ist der Versuch, Probleme zu zweit zu lösen, die man alleine nicht hat.»

Auf dem richtigen Kanal senden

Auf eine sehr humorvolle Art und Weise zeigt das Kabarett- und Künstler-Duo «schön&gut» auf, was für Probleme die Ehe mit sich bringen kann. Oder was passiert, wenn «ein Jahr nach der Hochzeit im Heissluftballon die Luft schon wieder raus ist.» Aber es ist an diesem Abend nicht nur von Problemen die Rede: Beate Boes, Beraterin und Stellenleiterin, beispielsweise erlebt in ihrer Arbeit, dass sie «täglich mit Freude und Dankbarkeit beschenkt» wird. Zwar bringen die Klientel ihr Leid mit – aber geteiltes Leid ist bekanntlich halbes Leid. Was es in der Beratungsstelle zu tun gibt, erklärt Boes anhand eines anschaulichen Beispiels mit drei Stühlen. An zwei Stühlen des Beratungssettings hängt der jeweilige Lebens-Rucksack eines Klienten. Der dritte Stuhl stellt die Beraterin dar – mit einem «Körbli», das neben viel methodischem Handwerkzeug auch ein Herz in sich trägt.

Wichtig sei es in einer Partnerschaft auch, einander Liebe dorthin zu senden, wo das Gegenüber sie empfangen kann: «Die einen wollen Liebevolles hören, andere Menschen müssen die Liebe sehen und wieder andere wollen sie spüren.»

Wie liebevolles Miteinander klingt, machen die beiden Musiker, Peter Lenzin und Marcel Scheffer, in ihrem harmonischen Zusammenspiel zwischen Saxophon und Keyboard hörbar. Ob als Hintergrundmusik oder als Auftritt, die Musik hob die frohe Jubiläumsstimmung besonders heraus und steckte auch das Kabarettisten-Duo an – Anna-Katarina Rickert und Ralf Schlatter singen über das Eheleben und gemeinsame Altwerden. Brigitte Schöb, die als Moderatorin charmant durch den Abend führt, knüpft am Thema an und bittet Dekan Erich Guntli sowie Kirchenratspräsident Martin Schmidt auf die Bühne. Die beiden sind zwei Männer, die nicht das Ende, sondern den Beginn eines Ehelebens begleiten. Sie trauen Hochzeitspaare. Manchmal. «Wenn die Paare mich fragen, ob ich sie traue, dann sage ich manchmal ‹Nein›. Denn ich bin nur der Assistent – trauen müssen sie sich selber», so Guntli, der jährlich 20 bis 25 Trauungen als katholischer Priester mitfeiert.

Auch vor Schmidt haben bereits einige den Bund für die Ewigkeit geschlossen, obwohl es nach Ansicht einer Braut, die als Juristin tätig ist, «keine unauflösbaren Verträge» gibt. Wahrlich muss man heute nicht mehr bis zum Tod warten, um sich zu scheiden. Nicht nur das hat sich nach Schmidts Ansicht geändert: «Wir leben heutzutage immer länger, man sollte sich also durchaus bewusst sein, mit welcher Person man da noch 60 Jahre zusammenbleiben will.»

Ein Erfolg für die Liebe

Die Vertreter aller Träger, die Delegierten der Gemeinden, Vorstände und Unterstützer – alle setzen sich immer wieder mit Feuer und Flamme für die Beratungsstelle ein. So ist das Jubiläumsfest zum 40-jährigen Bestehen auch ein Dankesfest für alles Engagement.

Die Zufriedenheit der Gäste ist mit einhundert Prozent definitiv höher als die aktuelle Scheidungsrate. Für die Ehe- und Familienberatung Sarganserland-Werdenberg gibt es bei den Verabschiedungen Lob in höchsten Tönen. Man dankt für die wertvolle Arbeit und den gelungenen Abend – und hofft auf weitere vierzig Jahre. Denn die Beratungsstelle ist eine positive Entwicklung der pastoralen Aufgaben der katholischen und reformierten Kirche nach dem II. Vatikanischen Konzil

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