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Eigenproduktion des Fabriggli begeistert: zwei Welten treffen aufeinander

Die Eigenproduktion des Werdenberger Kleintheaters Fabriggli öffnet mit der Zusammenführung zweier Geschichten neue Perspektiven für das Verständnis gegenüber dem Leben unterschiedlicher Generationen.
Heidy Beyeler
In der beeindruckenden Eigenproduktion sind zwei Geschichten verwoben und zwei Welten treffen aufeinander. (Bild: Heidy Beyeler)

In der beeindruckenden Eigenproduktion sind zwei Geschichten verwoben und zwei Welten treffen aufeinander. (Bild: Heidy Beyeler)

Die Premiere von «Ohhh … schöne neue Welt!» vom Samstagabend war grandios – die Geschichten brilliant dargestellt. Dem Regisseur Wolfgang Schnetzer ist es gelungen, Inhalte von zwei Romanen passend zusammenzuführen. Zwei Welten, die divergenter nicht sein könnten, prallen aufeinander.

Ganz unterschiedliche Stücke verwoben

Aldous Huxleys Roman «Schöne neue Welt» aus dem Jahr 1932 zeichnet im Theaterstück eine «schöne, heile Welt» auf. Um unangenehme Verstimmungen zu vermeiden, greifen Menschen zur stimmungsaufhellenden, anregenden Droge Soma, die eine aphrodisierende Wirkung zeigt. Sowohl die elitären Alphas (dominante Menschen) wie auch die emsigen Epsilons (Arbeiter) scheinen dabei glücklich zu sein.

Das Werk «The Circle» von Dave Eggers wurde gut 80 Jahre später geschrieben. Regisseur Schnetzer liess sich von diesem Roman inspirieren, um einen Sprung in ein Zeitalter «totaler Transparenz zu wagen, in welchem ein-zig die digitale Identität für jeden Einzelnen eine Rolle spielt, die verspricht ein angst- und sorgenfreies Leben führen zu können», wie es in der Vorschau zur Eigenproduktion angekündigt wird.

Über seine eigene Welt nachdenken

Eine digitale Welt ohne Geheimnisse baut sich auf – oberflächlich, synthetisch, mit instrumentalisierten Menschen, die auf Äusserlichkeiten bedacht sind. Nur einer macht in diesem Spiel nicht mit: Der Wilde, wie man ihn nennt, ist ein Mensch aus den Dreissigerjahren. Er will auf seinen eigenen Willen nicht verzichten. Er will unglücklich sein und ruft zur Revolte auf.

Soviel zur äusserst spannenden Aufführung, welche auf der Fabriggli-Bühne hervorragend gespielt wird. Sie wird wohl manch einen Zuhörer und Zuschauer dazu verführen, über diese – seine – Welt nachzudenken.

Eine besonders glanzvolle Leistung

«Diszipliniert, meisterlich, bravourös, künstlerisch hervorragend»: So lautete der Tenor des Premierenpublikums im Foyer. Es war begeistert von der ersten öffentlichen Aufführung (ohne Pause) der aktuellen Eigenproduktion. Es wurde angeregt und tiefgängig diskutiert.

Professionell stellten die Schauspielerinnen und Schauspieler die zwei Geschichten aus zwei Epochen dar. Kein Versprecher, kein Holpern im Text. Im Gegenteil. Die niveauvollen Texte haben die Darsteller verinnerlicht, das war fühlbar.

Es war kein einfacher Stoff, den sie dem Publikum darreichten. Anspruchsvoll war er, weil es sich um ein gesellschaftskritisches Bühnenstück handelt, das unterschiedliche Entwicklungen aus zwei verschiedenen Epochen thematisierte. In komprimierter Façon, gut verständlich und aufschlussreich wurden sie zusammengeführt, indem ein Teil der Vergangenheit in die Gegenwart – oder vielleicht doch eher in die nahe Zukunft – eingewoben wurde.

Es lohnt sich die einzigartige Theaterinszenierung aus der Kulturküche der Fabriggli-Crew zu Gemüte zu führen. Sie verführt zum Nachdenken.

Weitere Aufführungen im Fabriggli

Donnerstag 8. November; Freitag, 9. November; Mittwoch 14. November; Freitag, 16. November; Freitag 23. November; Samstag, 24. Novem-ber (jeweils 20 Uhr); Sonntag, 18. November, 17 Uhr.

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