Das Dorfplatz-Projekt des Seveler Gemeinderates fiel an der Bürgerversammlung klar durch

Die Seveler Bürgerschaft verlangt Alternativen zum Abbruch des ehemaligen Restaurants Drei Könige.

Heini Schwendener
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Nach der Bürgerversammlung steht fest: Auf der Liegenschaft Drei Könige wird sich vorderhand nichts verändern, insbesondere entsteht kein Dorfplatz.

Nach der Bürgerversammlung steht fest: Auf der Liegenschaft Drei Könige wird sich vorderhand nichts verändern, insbesondere entsteht kein Dorfplatz.

Bild: Heini Schwendener

Im zweiten Anlauf hat es geklappt: Der «Saal» für die Bürgerversammlung war nicht mehr zu klein wie vor drei Wochen. 412 Stimmberechtigte fanden sich am Dienstagabend in der Sporthalle Gadretsch ein und bodigten kurzerhand und mit überwältigendem Mehr den Antrag des Gemeinderates, das ehemalige Restaurant Drei Könige bis auf den Gemeindesaal abzubrechen, um dann einen Dorfplatz zu errichten.

Künftige Entwicklung nicht behindern

Doch der Reihe nach: Gemeindepräsident Roland Ledergerber und Gemeinderat Anian Vogel gingen auf die leidvolle Geschichte der Liegenschaft Drei Könige ein und machten schliesslich den Antrag des Gemeinderates beliebt.

Die Liegenschaft ist seit 2013 im Besitz der Gemeinde. Verschiedenste Projekte, über welche auch immer wieder informiert worden sei, hätten in all den Jahren zu keiner befriedigenden Lösung geführt, so dass nun eine Dorfplatzgestaltung vorgeschlagen werde, die eine künftige Entwicklung der Liegenschaft nicht präjudiziere.

Varianten, aber immer mit einem Restaurant

Schon über eine Stunde war vergangen, als Peter Meisters Antrag vorgestellt wurde. Dieser verlangte die Ablehnung des vom Gemeinderat beantragten Baukredits (950000 Franken). Es seien eine Variante zur Sanierung der Liegenschaft ohne Abbruch des Restaurants zu erarbeiten und weitere zukunftsgerichtete Varianten zu prüfen, die ebenfalls einen Restaurantbetrieb beinhalten. Diese Varianten seien zeitnah der Bürgerschaft zur Abstimmung vorzulegen. Peter Meister sagte, die Bevölkerung wolle Alternativen zum Abbruch. Nur mit diesem Antrag wisse man letztlich, ob ein Restaurant, das sich die Mehrheit der Seveler wünsche, nicht doch finanzierbar sei.

Die Abstimmungsresultate waren so überwältigend klar, dass die sechs aufgebotenen Stimmenzähler gar nicht erst zählen mussten: Der Antrag des Gemeinderates wurde so deutlich abgelehnt, wie jener von Peter Meister angenommen wurde. Gemeindepräsident Ledergerber sagte, man werde die neue Ausgangslage nun im Rat diskutieren und wohl eine neue Kommission oder Arbeitsgruppe bilden. Er lud Peter Meister gleich dazu ein, in dieser mitzuwirken. Somit ändert sich auf der Liegenschaft Drei Könige, die oft als Schandfleck für die Gemeinde bezeichnet wird, vorderhand einmal nichts.

Ja zur Senkung des Steuerfusses

Die Bürgerversammlung genehmigte sodann das Budget mit einer Steuerfusssenkung. Gemeinderätin Ursula Wunder erläuterte, inwieweit die Zielvorgaben des Energieleitbildes der Gemeinde auf Kurs sind und wo welcher Handlungsbedarf besteht. Patrick Hämmerli, Bauherrenvertreter bei den Schulanlagen Gadretsch und Galstramm, berichtete über die Baufortschritte sowie die statischen Planungsmängel, die im Gadretsch zu einem Baustopp von sechs Wochen geführt haben.

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