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Doppelter Schaden wegen Käfer

7000 Kubikmeter Sturmholz bilanziert das Forstrevier Gams. In den nächsten fünf Jahren werde nochmals die gleiche Menge Holz dem Borkenkäfer zum Opfer fallen, schätzt Martin Lieberherr.
Katharina Rutz
Die Spuren in der Rinde dieser Fichte entlarven den Borkenkäfer der Art «Buchdrucker» hier eindeutig. (Bild: Nano do Carmo)
In der Region «Hinterwald» im Gamser Forstrevier lassen sich die vom Borkenkäfer befallenen, dürren Bäume gut erkennen. (Bild: PD)
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Doppelter Schaden wegen Käfer

Am 4. Januar wütete der Sturm Burglind und hinterliess in den Forstrevieren Gams, Grabs und Churfirsten viele umgestürzte Bäume. Das Ausmass des Schadens wurde erst nach und nach klar, als mit den Aufräumarbeiten begonnen werden konnte. Im Forstrevier Gams dauerten die Aufräumarbeiten bis Ende Mai. Der Sturm fällte 7000 Kubikmeter Holz.

In Grabs fiel rund die Hälfte an Sturmholz wie in Gams an und im Revier Churfirsten waren es ungefähr 5000 Kubikmeter. Die vom Sturm gefällten Bäume bieten eine ideale Nahrungsgrundlage für Schädlinge wie den Borkenkäfer. Da die Witterung zudem seit Februar trocken und überdurchschnittlich warm war, flog der Borkenkäfer bereits früher als sonst aus seinem Winterquartier aus (der Werdenberger & Obertoggenburger berichtete im April).

Bäume verlieren Zapfen und Nadeln

Bereits im April hat der Gamser Revierförster Martin Lieberherr befürchtet, dass dies noch zu Problemen führen wird. Tatsächlich erkennt man nun im Gamser Wald abgestorbene Baumgruppen. «Der Befall mit Borkenkäfern ist akut», sagt der Förster. Zwar kontrolliert er bereits den ganzen Sommer den Befall genau, doch zeigt sich dieser nicht sofort. «Zuerst ist der obere Baumteil betroffen. Bohrmehl, das man bisweilen findet, ist nur ein Indiz für einen Befall», erklärt der Förster.

Erst wenn die Zapfen und die Nadeln abfallen und die Fichten gelb werden oder dürre Äste haben, ist ein Befall augenscheinlich. Dann muss der betroffene Baum möglichst schnell gefällt und aus dem Fichtenwald abtransportiert werden. Ansonsten können die ausfliegenden Käfer gleich zur nächsten Fichte fliegen. «Weite Strecken legen sie jedoch nicht zurück», sagt Lieberherr.

Trockenheit verschlimmert Situation

Normalerweise kann sich eine gesunde Fichte gegen den Borkenkäfer mit Harz zur Wehr setzen. Doch der trockene Sommer hat die Bäume geschwächt und noch zur Vermehrung des Borkenkäfers beigetragen. Zurzeit holzen drei Forstwarte das Käferholz. «Nun gilt es, genau zu beobachten. Verschlimmert sich die Situation mit dem Borkenkäfer noch, müssen wir vielleicht Hilfe aus den Nachbarrevieren anfordern», sagt der Förster. Selbst jetzt im Spätsommer findet er in den gefällten Bäumen noch Eier. Dies lässt befürchten, dass die Käfer dieses Jahr drei Generationen hervorbringen. «Dann haben wir nächstes Jahr ein noch grösseres Problem», so Martin Lieberherr. Er hofft deshalb, auf eine rasch einkehrende kalte und nasse Witterung.

In Grabs ist die Lage noch nicht beunruhigend. Andreas Eggenberger, Revierförster in Grabs, spricht erst von einzelnen befallenen Bäumen. «Der Borkenkäfer tritt immer in Wellen auf und in den letzten Jahren gab es sehr wenige», so Eggenberger. In seinem Revier gab es zwar rund die Hälfte weniger Sturmholz wie in Gams und dieses lag eher auf der Schattenseite des Gebiets. Er wird aber die Situation ebenfalls genau beobachten und befallene Bäume sofort fällen. Auch im Revier Churfirsten bei Simon Lindner ist der Käfer noch nicht aktiv. «Der Borkenkäfer wird aber ziemlich sicher auch hier vermehrt auftreten», ist Lindner überzeugt.

Nach fünf Jahren sollte die Plage vorbei sein

Martin Lieberherr schätzt, dass in den nächsten fünf Jahren wegen des Borkenkäfers nochmals die gleiche Menge an Holz anfallen wird, die der Sturm Burglind bereits vernichtete. Dies zeigen auch Erfahrungen aus den früheren Sturmjahren. Danach werde die Käferpopulation aber wieder abnehmen.

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