Doch keine Druse-Erkrankung bei Pferden im Werdenberg

Der Pferdehof Saxerriet in Salez gibt Entwarnung: Der Infektionsverdacht bei einem Pferd hat sich nicht bestätigt.

Alexandra Gächter
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Ein im Werdenberg erkranktes Pferd wurde auf Druse untersucht. Das Ergebnis war negativ.

Ein im Werdenberg erkranktes Pferd wurde auf Druse untersucht. Das Ergebnis war negativ.

Symbolbild: Michael Schmid

Schneller als jedes Bakterium verbreitete sich im Werdenberg die Nachricht, dass in Salez die Druse ausgebrochen ist. Bei dieser Krankheit handelt es sich um eine bakterielle Infektion bei Pferden. Die Krankheit befällt die Atemwege der Tiere und kann Fieber sowie eitrige Abszesse verursachen, die gegen aussen oder innen aufbrechen können. Gefürchtet ist die Krankheit deshalb, weil sie hochansteckend ist. Im Kanton Graubünden starben vor ein paar Jahren einige Pferde an der Druse, im Kanton Bern steckten sich in kurzer Zeit 110 Pferde mit der Druse an. Seit einigen Tagen kursiert nun die Nachricht, dass im Pensionsbetrieb der Strafanstalt Saxerriet die Druse ausgebrochen ist. Doch der Verdacht hat sich nicht bestätigt.

Aus Kostengründen gibt es keine Meldepflicht mehr

Gemäss Auskunft von Fritz Zwahlen, Abteilungsleiter der Landwirtschaft, zeigte nur ein Pferd Symptome, die auf die Druse hingewiesen haben. Es wurde vorsorglich unter Quarantäne gestellt und ein Tierarzt zugezogen. Dieser entnahm dem Pferd zwei Proben, welche in zwei verschiedenen Labors untersucht wurden. Das Ergebnis war beide Male negativ: Das Pferd hat keine Druse. «Es konnte am Freitag aus der Quarantäne entlassen werden», so Zwahlen. Entwarnung also für den Pferdehof Saxerriet und die Region Werdenberg. Früher war die Krankheit Druse wegen der hohen Ansteckungsgefahr meldepflichtig. Heute nicht mehr.

Der Grabser Tierarzt Dr. med. vet. Markus Kollbrunner sagte gegenüber dem W&O, dass der Bund die Meldepflicht der Druse aus Kostengründen abgeschafft habe. «Wenn dem Bund eine Krankheit gemeldet werden muss, dann muss er auch die Behandlungskosten dafür übernehmen. Deshalb war der Bund bestrebt, sehr viele Seuchen von der Meldepflicht zu befreien.» Die Internetseite www.equinella.ch publiziert zwar noch das Vorkommen verschiedener Krankheiten – aber auf der Basis von freiwilligen Mitteilungen. Wann das letzte Mal die Druse im Werdenberg grassierte, weiss Kollbrunner deshalb nicht. Ausserhalb der Region Werdenberg habe er als Tierarzt an Druse erkrankte Tieren behandelt. 

«Es ist vorbildlich, wie auf dem Pferdehof reagiert wurde»

Bei einem erkrankten Tier des Pferdehofs Saxerriet deuteten die Symptome auf die hochansteckende Krankheit Druse hin. Der Verdacht hat sich nicht bestätigt, die entnommenen Proben waren negativ (siehe Titelseite). Tierarzt Dr. med. vet. Markus Kollbrunner aus Grabs war zwar nicht direkt in den Fall involviert, lobt aber die Vorgehensweise des Stalles und des anwesenden Tierarztes. «Es ist vorbildlich, wie auf dem Pferdehof Saxerriet reagiert wurde.» Das Pferd wurde unter Quarantäne gestellt , es wurden zwei Proben entnommen und in verschiedenen Labors ausgewertet. Kurz darauf konnte Entwarnung gegeben werden.

Bakterien können monatelang überleben

Glück also für den Pferdehof Saxerriet und die Ställe in der Region Werdenberg. Denn gemäss Kollbrunner könne es Monate dauern, bis der Erreger verschwindet. In der Zwischenzeit können die Bakterien auch via Luft oder Kleider von Reitern sowie über Mist- und Putzutensilien auf andere Pferde übertragen werden. Nehmen Reiter, deren Pferde infiziert sind, an Turnieren teil, breitet sich die Krankheit insbesondere unter Jungpferden schnell weiter aus. Dr. med. vet. Katja Reitt, Bereichsleiterin Veterinärdiagnostik am Zentrum für Labormedizin, St. Gallen, erhält jährlich etwa zehn Proben, welche das Team auf Druseerreger kontrolliert.

Wie viele Verdachtsfälle es effektiv gibt, weiss sie nicht, da die Sekretproben auch anderen Labors geschickt werden können. Wichtiger als die Laborwahl seien die Massnahmen, welche bei einem Krankheitsfall zu treffen sind. Bestenfalls trennt man nicht nur die Pferde, sondern auch das Personal – die einen füttern und misten nur die kranken Pferde, die anderen die gesunden. Vor allem aber sollte Unbefugten der Zutritt zum infizierten Stalltrakt temporär verboten werden. Die für die erkrankten Tiere verwendeten Utensilien sowie Überkleider und Stiefel dürfen nur dort eingesetzt werden. Hier böten sich Wegwerfoveralls zum Überziehen sowie Desinfektionsmittel an. «Da jeder Stall individuell ist, soll das Konzept mit dem Tierarzt den Gegebenheiten angepasst werden.»