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Divisionär Wellinger sagt in Gams: «Letztlich zählt das Gewinnen»

An der Hauptversammlung der Offiziersgesellschaft Werdenberg (OGW) in Gams referierte Divisionär René Wellinger über aktuelle Herausforderungen für das Heer.
Hanspeter Thurnherr
Präsident Swen Büchel (links) bedankt sich bei Divisionär René Wellinger für das aufschlussreiche Referat.(Bild: Hanspeter Thurnherr)

Präsident Swen Büchel (links) bedankt sich bei Divisionär René Wellinger für das aufschlussreiche Referat.(Bild: Hanspeter Thurnherr)

Der Kommandant des Heeres sprach am Freitag im Restaurant Bahnhof in Gams über seine Vorstellungen zur Weiterentwicklung der Bodentruppen. «Wir müssen uns damit abfinden, dass die Zeit der grossen Schlachten vorbei ist», sagte René Wellinger. Der Irakkrieg sei der erste Krieg der Moderne und der erste Krieg mit GPS gewesen. Die konventionellen Streifkräfte seien heute nur noch «Back-up-Systeme», wenn anderes nicht zum Ziel führe. Der Westen investiere immer noch in schwere Mittel, während Russland auf atomare Mittel, Luftwaffe, Cyber- und Informationskrieg setze, «also dort, wo sie meinen, wahrscheinlich Erfolg zu haben».

Nicht mehr alleiniger Grant für Sicherheit

Die Armee allein sei nicht der Garant für Sicherheit. Würde morgen eine Bombe in einer Schweizer Stadt Tote und Verletzte fordern, würde sich das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung drastisch verschlechtern, ohne dass sich an der Armee etwas geändert hätte. Heute finde hybride Kriegsführung statt, mit dem Ziel, das Sicherheitsempfinden zu destabilisieren, sodass ein Umbruch geschehen könne. Dazu werde sich der Gegner jedes notwendigen Mittels bedienen, inklusive wirtschaftlichen Einflusses, Sanktionen, Terror, oder politischen Drucks.

Das moderne Gefechtsfeld seien die Städte, wo drei Viertel der Bevölkerung lebten, so Wellinger. Panzer seien deshalb heute vorwiegend Waffenplattformträger. Es brauche auch keine neuen Kampfpanzer, denn die Alten lassen sich durch Nachrüsten im Kampfwert steigern.

Zusammenwirken und flexibler werden

Wellinger erwartet erst um 2035 einen Technologiesprung. Wie dieser aussehe, sei offen. Aber auf Panzer zu verzichten sei bis dahin keine Variante. Auch weil sonst viel Know-how verloren gehe. «Wir haben die Streitkräfte, die wir für die Zukunft brauchen. Aber diese dürften nicht nur eine Mechanische Division sein», sagte Divisionär Wellinger. Er will darum das Herr zum «Kompetenzträger für die Abwehr eines bewaffneten Angriffes» weiterentwickeln. Wichtig sei deshalb die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Truppengattungen.
«Kombinieren und zusammenwirken», nennt er als Devise. «Wir müssen beginnen, weiterzudenken. Wir müssen in der Lage sein, flexibel Truppen zusammenzufassen und Schwerpunkte zu bilden.» Weil die Verweilzeit der Soldaten in der Armee immer kürzer wurde, sei viel Know-ow verloren gegangen. «Wir können dies nur wettmachen durch üben, üben, üben …», sagte der Chef des Heeres.

Um die Nutzungsdauer der Waffen zu verlängern, müssten wir etwas investieren, gleichzeitig aber mit Lücken leben, weil das Geld für Beschaffungen nicht zur Verfügung stehe. Dies sei aber auch eine Chance, um abzuklären: Brauchen wir das Gleiche oder etwas Anderes? Prioritär sei die Erneuerung des Schutzes unseres Luftraumes, später Investitionen in den Bereich Cyber und die Bodentruppen. Wellinger zeigte an Beispielen, wie und wo er sich den Wechsel von schweren zu variablen Waffen- und Plattformsystemen vorstellt. «Letztlich zählt das Gewinnen. Dazu müssen die richtigen Kräfte, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort sein», schloss der Kommandant des Heeres.

Drei neue Mitglieder aufgenommen

Hauptmann Swen Büchel, Präsident der OGW, sprach an der Hauptversammlung in seinem Jahresbericht von vielen guten Anlässen mit zahlreichen Teilnehmern. Auch das neue Jahr bringe wieder spannende Anlässe. Besonders erwähnte er den Anlass «Wirtschaft-Politik-Armee» mit drei Referaten und einer Podiumsdiskussion zum Thema «Air 2030» (Erneuerung der Luftwaffe). Jahresprogramm, Jahresrechnung und Budget 2019 wurden einstimmig angenommen. Der Mitgliederbeitrag bleibt bei 70 Franken. Als neue Mitglieder wurden Hauptmann Ruedi Burkhart, Sevelen, Leutnant Marc Voppichler, Salez, und Leutnant Mario Schlegel, Buchs, aufgenommen. Nach einem Austritt beträgt nun der Bestand 89 Mitglieder. (ht)

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