Die Zahlen für einzelne Spitäler zeigen den grossen Handlungsbedarf – Spital Grabs steht noch gut da – Walenstadt ist tief in den roten Zahlen

Was die Fraktionen im Kantonsrat schon seit längerer Zeit fordern, hat der Verwaltungsrat der St.Galler Spitalverbunde am Donnerstag endlich geliefert: Die finanziellen Ergebnisse der einzelnen Spitalstandorte der öffentlichen Spitäler im Kanton. Sie zeigen für das Jahr 2018 lediglich das Kantonsspital St.Gallen und Grabs noch deutlich im grünen Bereich.

Thomas Schwizer
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2018 wies das Spital Grabs noch ein positives Ergebnis von 5,55 Millionen Franken aus.

2018 wies das Spital Grabs noch ein positives Ergebnis von 5,55 Millionen Franken aus.

Bild: Mareycke Frehner

Für die Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland mit den drei Spitälern Altstätten, Walenstadt und Grabs weisen die nun publizierten Zahlen erstmals ein Minus aus. Es betrug 674'000 Franken. 2017 war es noch ein Plus von 2,27 Millionen, 2016 sogar eines von 5,28 Millionen.

Spital Walenstadt ist tiefrot

Die massive Ergebnis-Verschlechterung innert lediglich zwei Jahren geht vorwiegend auf Kosten des Spitals Walenstadt. Dessen Minus stieg von 1,35 Millionen im Jahr 2016 deutlich auf 6,2 Millionen im Jahr 2018 an.

Für Altstätten weist der Spitalverbunds-Verwaltungsrat im Jahr 2018 ein Minus von 23'000 Franken aus. 2017 war es noch ein Plus von 327'000 Franken, 2017 eines von 49'000 Franken.

Grabs steht positiv da, der Trend zeigt nach unten

Deutlich besser präsentieren sich die Zahlen für das Spital Grabs. 2018 resultierte hier ein Plus von 5,55 Millionen. Gegenüber dem Vorjahr mit 6,78 Millionen und 2016 mit 6,59 Millionen zeigt aber auch hier der Trend nach unten.

Das Spital Walenstadt musste für 2018 ein Minus von 6,2 Millionen Franken verzeichnen.

Das Spital Walenstadt musste für 2018 ein Minus von 6,2 Millionen Franken verzeichnen.

Bild: Gian Ehrenzeller / Keystone

Mit dem 159-Millionen-Neubau, dessen erste Etappe im Mai dieses Jahres in Betrieb gehen soll, steigen die finanziellen Lasten in Grabs weiter an, was sich negativ auch auf die Ergebnisse dieses Spitalstandortes auswirken dürfte.

Die Aussichten sind ein Fiasko

Die Unternehmensergebnisse für das Jahr 2019 werden an der Jahresmedienkonferenz der St.Galler Spitäler präsentiert. Der Verwaltungsrat hat am Donnerstag bereits kommuniziert, dass er nun in allen vier st.gallischen Spitalverbunden mit einem negativen Ergebnis rechnet. Die Zahlen werden sich also weiter verschlechtern.

Das Spital Wattwil stand im 2018 mit 4,1 Millionen Franken in den roten Zahlen.

Das Spital Wattwil stand im 2018 mit 4,1 Millionen Franken in den roten Zahlen.

Bild: Mareycke Frehner

2018 wiesen die Spitalverbunde 1 (St.Gallen, Flawil und Rorschach) mit 2,5 Millionen und 3 (Uznach) mit 144'000 Franken) noch ein Plus aus, Rheintal Werdenberg Sarganserland (–674'000) und Fürstenland Toggenburg (Wattwil und Wil) waren mit einem Minus von 6,03 Millionen bereits tiefrot.

Im Budget 2020 rechnet der Verwaltungsrat der Spitalverbunde des Kantons St.Gallen bereits mit einem konsolidierten Verlust für alle Spitalverbunde von über 30 Millionen Franken.