Die wöchentliche Probe des Wildhauser Kirchenchors ist ein ruhender Pol vor Weihnachten

Die Probe des Wildhauser Kirchenchors ist der ruhige, aber anspruchsvolle Abend in der Vorweihnachtszeit.

Adi Lippuner
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Der evangelische Kirchenchor Wildhaus mit Dirigentin Annelies Bolt Schmid (ganz rechts) im Probelokal, der Zwinglistube.

Der evangelische Kirchenchor Wildhaus mit Dirigentin Annelies Bolt Schmid (ganz rechts) im Probelokal, der Zwinglistube.

Bild: Adi Lippuner

Jeweils am Montagabend treffen sich die Sängerinnen und Sänger des Wildhauser Kirchenchors in der Zwinglistube zur wöchentlichen Probe. In der Vorweihnachtszeit stehen die Lieder, welche am Heiligabend im Gottesdienst gesungen werden, auf dem Programm. Damit die Proben als entspannte Zeit erlebt werden können, beginnt die Dirigentin Annelise Bolt Schmid jeweils frühzeitig mit dem Einstudieren der anspruchsvollen Stücke. «Es ist wichtig, dass unsere Sängerinnen und Sänger die Adventszeit nicht als Stress, sondern den Probeabend als ruhenden Pol erleben dürfen,» so die erfahrene Dirigentin.

Vorfreude auf Heiligabend

Wie zu Beginn einer Gesangsprobe üblich, werden ein paar Übungen mit dehnen, strecken und lockern gemacht. Dann folgt das Einsingen, es werden hohe und tiefe Töne angestimmt, Tonfolgen für die beweglichen Lippen und mit Hilfe von «Papageno» und «Bella Donna» auch Sequenzen zur Hebung der allgemein guten Stimmung. Dann folgt ein erstes Lied, wobei rasch deutlich wird, die Chormitglieder haben bereits fleissig geprobt, denn «Darin ist erschienen die Liebe Gottes», sitzt schon fast perfekt. Beim nächsten Lied «Quen vidistis o pastores – es handelt sich um das erste Stück, welches am Heiligabend in der Kirche gesungen wird – sind die hohen Stimmen gefordert. Kleiner Trost für die Sängerinnen und Säger: Die Orgelklänge werden das anspruchsvolle Stück von Joseph Alois Holzmann tatkräftig unterstützen.

Mit den ausgewählten Liedern, die am Heiligabend beim Gottesdienst um 22.30 Uhr in der evangelischen Kirche Wildhaus gesungen werden, hat sich der Kirchenchor Wildhaus einiges vorgenommen. «Doch gute und rechtzeitige Vorbereitung, dazu nicht zu viele zusätzliche Aufgaben für die Chormitglieder, lassen die Vorfreude wachsen», ist die Dirigentin überzeugt. «Wir achten auch das Jahr über ganz bewusst darauf, dass die Verpflichtungen nicht überhandnehmen, damit die Freude am gemeinsamen Singen erhalten bleibt.»

Und was sagen die Sängerinnen und Sänger zu ihrem Engagement im Chor? «Der Montagabend ist mir heilig, ich verpasse kaum eine Probe. Beim Singen kann ich abschalten, den Alltag vergessen und das Zusammensein mit Gleichgesinnten geniessen», so ein langjähriges Mitglied.

Verbindung über die Konfessionen hinweg

Im offiziell als evangelischer Kirchenchor Wildhaus bezeichneten Verein singen, seit der katholische Kirchenchor nicht mehr existiert, auch Frauen und Männer aus dieser Konfession mit. «Wir freuen uns über alle, die bei uns dabei sind, die Konfession ist nicht massgebend», so Präsident Christoph Anderegg. Das Jahresprogramm werde auch so gestaltet, dass es regelmässige Einsätze in der katholischen Kirche gebe.

Bestand nähert sich der unteren Grenze

Geht es um die Anzahl Mitglieder, welche aktiv im Chor dabei sind, schaut die Dirigentin mit einigen Sorgenfalten in die Zukunft. «Wir singen mehrheitlich dreistimmig, ganz einfach, weil sich mit 17 bis 18 Personen, davon vier Männer, der Mitgliederbestand der unteren Grenze nähert.»

Positiv sehen die Verantwortlichen die Tatsache, dass einige jüngere Frauen dabei sind, «doch unsere ältesten Mitglieder sind schon gegen 90 Jahre alt und deshalb wäre eine weitere Verjüngung wünschenswert», so die Dirigentin. Christoph Anderegg vertritt die Meinung, dass ein Chor so lange Sinn macht, wie es genügend singfreudige Frauen und Männer gibt. «Wir suchen nicht krampfhaft nach neuen Mitgliedern, freuen uns aber, wenn neue Sängerinnen und Sänger dazukommen. Sollte die Zahl der Aktiven weiter sinken, müssen wir auch eine Fusion mit dem Kirchenchor in Alt St. Johann akzeptieren.»

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