Die Wildhauser Skilehrerin Iren Rauber-Egli ist fasziniert von der weissen Kälte

Für Iren Rauber-Egli gehören der Aufenthalt in der Natur und die Bewegung zusammen. Sie ist Skilehrerin in Wildhaus, Sportgeschäftführerin in Winterthur und liebt Abfahrten im Pulverschnee.

Adi Lippuner
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Sogar während ihrer eigenen Ferien ist Iren Rauber-Egli als Skilehrerin im Einsatz.

Sogar während ihrer eigenen Ferien ist Iren Rauber-Egli als Skilehrerin im Einsatz.

Bild: Benjamin Manser

Das Ferienhaus ihrer Eltern ist heute der Wohnsitz für Iren Rauber-Egli und ihren Ehemann. Was in Wildhaus für sie als Kindheitserlebnis begann, wurde zum fixen Bestandteil ihres Lebens.

Die sportbegeisterte Frau ist Skilehrerin sowie Tourismusfachfrau und führt seit 2007, unterstützt von ihrem Ehemann, das Sportgeschäft ihrer Eltern in Winterthur. «Diese Kombination bedeutet gute Planung und Einteilung der Zeit, doch es ist machbar», betont sie. Allerdings sei der Preis fürs «Schönwohnen im obersten Toggenburg» das regelmässige Pendeln nach Winterthur und wieder zurück.

Doch der Reihe nach: Bereits als Kinder machten die Zwillingsschwestern Iren und Brigitt Egli aus Winterthur die Wildhauser Pisten unsicher. «Wir durften in die Skischule und damit wurde wohl der Grundstein für unsere Wintersportbegeisterung gelegt», sagt Iren Rauber-Egli und blickt auf ihre Kindheit zurück. Als Töchter einer Skilehrerin und eines sportbegeisterten Vaters, welcher unter anderem eine Ausbildung als Tennis- und Tanzlehrer hatte, gehört Sport ganz einfach dazu.

Im zweiten Anlauf erfüllt

Bei der Berufswahl stand, wie die 1965 geborene mit einem Lächeln erklärte, Skifahren ganz zuoberst auf der Prioritätenliste. «Allerdings konnte ich nicht sofort nach Abschluss der obligatorischen Schulzeit eine Ausbildung zur Skilehrerin machen. Deshalb entschied ich mich für den Besuch des Lehrerseminars. Doch während eines Zwischenjahrs durfte ich erstmals Skiunterricht geben und dann wollte ich nicht mehr zurück ins Seminar», sagt Iren Rauber.

Bereits im Winter 1983/84 stand sie nach bestandener Skilehrerausbildung erstmals während der ganzen Saison für die Schneesportschule Wildhaus im Einsatz. «Ich gab damals Gruppenunterricht und mag diese Unterrichtsform auch heute, nach so vielen Jahren noch.»

Sie schätze das Zusammensein mit ganz unterschiedlichen Menschen, «denn der berufliche Hintergrund spielt keine Rolle, wichtig ist einzig die gemeinsame Freude am Skisport und das Ziel, möglichst viel Neues zu lernen.»

Bereits im Winter 1983/84 stand Iren Rauber-Egli nach bestandener Skilehrerausbildung erstmals während der ganzen Saison für die Schneesportschule Wildhaus im Einsatz.

Bereits im Winter 1983/84 stand Iren Rauber-Egli nach bestandener Skilehrerausbildung erstmals während der ganzen Saison für die Schneesportschule Wildhaus im Einsatz.


Bild: Benjamin Manser

Beim Start als Skilehrerin waren die geraden Ski Standard. «Veränderungen gab es mit dem Snowboard-Boom. Ich entschied mich, auch Snowboard-Unterricht zu erteilen und erlebte so die Veränderungen hautnah. Mit dem Aufkommen der taillierten Ski gegen Ende der 80er-Jahre wurde ein weiterer Meilenstein gesetzt. Ich erinnere mich, dass von Seiten der Schneesportschule über Mittag spezielle Carving-Kurse angeboten wurden. Erst einige Zeit später gehörten dann Carvingskis zum Standard.»

Veränderungen gab es auch bei der Bekleidung. Trugen die Skilehrer zu Beginn von Iren Rauber-Eglis Berufskarriere noch einheitliche Jacken, waren es wenige Jahre später bereits Skianzüge. «Wir werden immer sehr gut ausgerüstet. Skilehrer sind oft den ganzen Tag draussen, es kann schneien, ab und zu auch stürmen oder gar regnen, unsere Bekleidung soll uns immer gut schützen und warm halten», sagt Iren Rauber-Egli und bringt die Anforderungen an die Bekleidung auf den Punkt.

Früher hat man sich nicht einfach am Vorabend abgemeldet

Angesprochen auf die in den während über drei Jahrzehnten erlebten Veränderungen in der Schneesportschule denkt Iren Rauber-Egli kurz nach und meint dann: «Da sind einerseits die Zubringer zum Skigebiet, welche verbessert wurden, dann das für den Unterricht zur Verfügung stehende Material und nicht zuletzt das Verhalten der Kundschaft. Früher wäre es undenkbar gewesen, dass jemand am Vorabend noch ganz kurzfristig Privatunterricht buchen wollte. Auch abmelden am Kurstag oder sogar nicht erscheinen zur vereinbarten Zeit kam nicht vor. Die Unverbindlichkeit der heutigen Gesellschaft spüren wir auch in der Schneesportschule.»

Verändert habe sich auch die Gästestruktur:

«Früher waren ein Grossteil unserer Kunden Aufenthaltsgäste, die für eine Woche oder länger in der Region verweilten und ganz entspannt die Ferien genossen. Heute sind in unserem Familienskigebiet vermehrt Tagesgäste anzutreffen. Je nach Situation auf den Strassen sind diese dann halt etwas weniger entspannt oder stehen sogar unter Stress.»

Doch trotz Veränderungen, Iren Rauber-Egli möchte keinen anderen Beruf. In ihrem Leben ist der Einsatz für die Schneesportschule eine wichtige Konstante. «Ich führe zwar das Sportgeschäft in Winterthur mit meinen Ehemann und einem guten Team, aber während der Hauptsaison bin ich nach wie vor als Skilehrerin im Einsatz. Dies bedingt, dass ich meine Ferien dafür einsetze.

Hochzeit ohne Schnee

Die Schneesportschule Windhaus ist für Iren Rauber-Egli nicht nur beruflich und sportlich wichtig, sie hat dort auch ihr privates Glück gefunden. Dies dank Armand Rauber, ein damals junger Skilehrer aus der Region Freiburg, der im obersten Toggenburg seine neue Stelle antrat. 1990 haben die beiden geheiratet und dies als Wintersportbegeisterte ausgerechnet in einem Januar ohne Schnee. Ihr Sohn, Sven Rauber, macht als Freerider von sich reden, ist auf der ganzen Welt unterwegs und seine Videos im Internet zeigen atemberaubende Fahrten auf steilen Hängen.

Als ganz junge Skilehrerin, nachdem sie ihr Brevet gemacht hatte, wurde Iren Rauber-Egli als Genossenschafterin der Schneesportschule Wildhaus aufgenommen.

Als ganz junge Skilehrerin, nachdem sie ihr Brevet gemacht hatte, wurde Iren Rauber-Egli als Genossenschafterin der Schneesportschule Wildhaus aufgenommen.


Bild: Benjamin Manser

«Einen unberührten Hang mit Pulverschnee befahren, bedeutet höchste Glücksgefühle», sagt Iren Rauber-Egli. Sie sei jedes Mal von neuem fasziniert und deshalb auch immer noch begeistert von der herrlichen Natur im obersten Toggenburg. Wenn die Skilehrerin nicht auf den Pisten unterwegs ist, schnallt sie die Tourenski an und im Sommer gehören Bergwandern und Herausforderungen auf dem Mountainbike zu ihren sportlichen Betätigungen.

Präsidentin der Genossenschaft

Als ganz junge Skilehrerin, nachdem sie ihr Brevet gemacht hatte, wurde Iren Rauber-Egli als Genossenschafterin der Schneesportschule Wildhaus aufgenommen.

«Das war für mich damals eine grosse Ehre und als ich dann noch in den Vorstand gewählt wurde, freute ich mich doppelt», so Raube-Egli. Sie sei damals zusammen mit einer Kollegin die einzige Frau in dem Gremium gewesen. Seit 2005 ist Iren Rauber-Egli Präsidentin der Genossenschaft Schneesportschule Wildhaus und kann sich, dank der umsichtigen Leitung durch Christian Schmid, über den Erfolg des kleinen Unternehmens freuen.

Hinweis www.skischule-wildhaus.ch