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Die Weinlese im Werdenberg ist abgeschlossen: Die Qualität ist gut, der Ertrag weniger

Der Wimmet in den Werdenberger Rebbergen ist so gut wie beendet. Der Ertrag ist etwas geringer als 2018.
Katharina Rutz
Trotz tieferem Ertrag ist die Qualität der Werdenberger Trauben dieses Jahr gut.( Bild: Mareycke Frehner)

Trotz tieferem Ertrag ist die Qualität der Werdenberger Trauben dieses Jahr gut.( Bild: Mareycke Frehner)

In diesen Tagen werden die letzten Trauben in den Werdenberger Rebbergen geerntet. Begonnen wird jeweils gegen Ende September. «Die Qualität stimmt», sagt Markus Hardegger, Leiter der Fachstelle Weinbau am Landwirtschaftlichen Zentrum.

Die letzten sehr sonnigen Herbsttage haben den Trauben beziehungsweise dem für den Wein wichtigen Oechslegrad noch gut getan. «Seit Ende letzter Woche haben wir das ideale Herbstwetter für die Weinlese mit viel Sonne und sogar noch Föhn. So wie sich die Lage heute präsentiert dürfen wir feststellen, dass die Trauben erfreuliche Oechslewerte zeigen», sagt Markus Hardegger.

Die Erntemenge allerdings schätzt er kleiner als erwartet ein. Dies hat seine Gründe. «Es war etwas nervenaufreibend für die Winzer, weil kurz vor der Traubenreife noch regnerisches Wetter herrschte. Das führte dazu, dass ein Teil der Trauben lahm geworden oder von der Graufäule befallen worden ist», erklärt er. Dies führt bei der Weinlese zu Ausfällen, denn es können nur die gesunden Trauben verarbeitet werden. Die Weinernte wird zudem um einiges aufwendiger für die Winzer.

Wetter stellt Winzer vor Herausforderungen

Von einem sehr herausfordernden Weinjahr sprechen auch die beiden Winzer Otto Rohner aus Sax und Stefan Hörner aus Sargans, welcher den Rebberg Ueli Brunner in Sax bewirtschaftet. Vor allem das Wetter hat die Winzer vor Probleme gestellt. Mit einer guten Pflege der Weinstöcke, einer Ertragsoptimierung oder auch resistenteren Rebensorten versuchten die Winzer die Herausforderungen zu meistern. So sind Otto Rohner und Stefan Hörner auch in diesem schwierigen Jahr mit der Qualität der Weintrauben zufrieden.

Frost im Mai, dann Trockenheit im Juni, schliesslich überdurchschnittliche Niederschläge im August und regnerisches Wetter just zur Erntezeit Ende September. Das Wetter meinte es dieses Jahr nicht gut mit den Winzern. Dies bekamen auch Anita und Stefan Hörner vom Weingut Gonzen in Sargans sowie Otto Rohner vom Demeter Weingut Rohner in Sax zu spüren.

Am Montag wurden bei Otto Rohner die letzten Trauben geerntet. (Bild: Corinne Hanselmann)

Am Montag wurden bei Otto Rohner die letzten Trauben geerntet. (Bild: Corinne Hanselmann)

Neben ihren Rebbergen in Sargans bewirtschaften Hörners auch den ehemaligen Rebberg von Ueli Brunner in Sax. Dort ernten sie gerade die letzte Traubensorte, den Camaret. Danach ist die Weinlese für dieses Jahr beendet. Begonnen haben sie am 22. September.

Zu viel Wasser ist schlecht für die Reben

Aufgrund des Wetters kam es gerade auch im Rebberg in Sax zu Ausfällen. «Der eher schwere und lehmige Boden gibt den Reben bei permanenten Niederschlägen einen Überschuss an Wasser zurück», beschreibt Stefan Hörner. Dies ermöglicht zwar dem Rebstock, alle seine Trauben auszubilden, und die einzelnen Beeren werden gross. «Doch kompakte Weintrauben sind anfälliger für Fäulnis, weil sie nicht trocknen können», erklärt Hörner.

Auch erhalten die Beeren durch die Feuchtigkeit eher kleine Risse, was wiederum die Einlasspforte für die Kirschessigfliege bilden kann. Das feuchtwarme Wetter hat den Schädling zusätzlich gefördert.

All dies führte zu einem Minderertrag von rund 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. «2018 war allerdings auch ausserordentlich gut», so Hörner. Aufgrund des Krankheitsdrucks wegen der Nässe konnte bei der Ernte nicht mehr auf einen sehr hohen Oechslegrad spekuliert werden. «Wir haben die Weintrauben im optimalen Reifegrad geerntet, konnten aber nicht mehr zwei zusätzliche Tage warten. Deshalb ist der Zuckergehalt zwar tiefer, aber die Qualität der Ernte ist dennoch gut», erklärt Stefan Hörner.

Otto Rohner, der Rebberge in Maienfeld, Sax, Wartau, Sevelen und Werdenberg bewirtschaftet, hatte mit den gleichen Problemen zu kämpfen. «Wegen der schwierigen Witterungsverhältnisse haben wir eine um 20 Prozent geringere Ernte als letztes Jahr. Allerdings kann man auch nicht immer von Erträgen wie im ausgezeichneten 2018 ausgehen», so Rohner. Der Fäulnisdruck und die Kirsch­essigfliege führten auch in Rohners Rebbergen zu einer aufwendigen Ernte. «Wir hatten einen dreifachen Ernteaufwand», so Rohner. Aber:

«Trotz aufwendiger Weinlese konnte ich dank meiner langjährigen Helfer die Ernte gut in den Keller einbringen.»

Mit der Erntequalität ist er deshalb zufrieden. Auch beim Saxer Winzer sind die Oechslegrade bei den Weintrauben tiefer als im Vorjahr. «Beim zuletzt geernteten Camaret allerdings erreichten wir einen Oechslegrad von 99», freut er sich.

Ertragsregulierung und Laubarbeit

Das Wetter können die Winzer zwar nicht ändern, aber mit verschiedenen Massnahmen dennoch für gute Erträge sorgen. Stefan Hörner beispielsweise arbeitet mit einer Ertragsregulierung. «Wir pflegen die Reben so, dass ihr Ertrag durchschnittlich ausfällt», erklärt er. In einem guten Jahr liegt sein Ertrag dann nur etwas über dem Durchschnitt. In einem schlechten Jahr allerdings fällt der Verlust weniger gross aus, erreicht aber doch eine gute Qualität. Konkret schneidet Hörner bei den Weintrauben den unteren Teil der Dolde ab. «So haben die restlichen Beeren mehr Platz und trocknen schneller.»
Otto Rohner betont:

«Eine gute Laubarbeit ist das A und O bei Reben. Ausserdem achten wir auf sehr robuste Pflanzen.»

Er bewirtschaftet seine Weinberge biodynamisch. «Wir stärken unsere Pflanzen, damit sie widerstandsfähiger werden.»

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