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Die Wasserversorgung war ein Kraftakt

Eine kleine Festschrift von Hans Eggenberger zum 300-Jahr-Jubiläum des grossen Brunnens wirft einen Blick auf das Werden, das Entstehen und das Wirken der Dorfkorporation Oberschan.
Der grosse Dorfbrunnen von Oberschan aus dem Jahr 1717. Zur 300-Jahr-Feier wurde er schön geschmückt. (Bild: PD)

Der grosse Dorfbrunnen von Oberschan aus dem Jahr 1717. Zur 300-Jahr-Feier wurde er schön geschmückt. (Bild: PD)

(she) Am 8. November 2017 erschien im W&O ein Artikel von Werner Hagmann (Sevelen/Zürich). Der Historiker war zuvor einer wiederentdeckten Inschrift auf dem grossen Dorfbrunnen in Oberschan nachgegangen. Dabei stellte sich heraus, dass dieser im Jahr 1717 entstanden war. Die Dorfkorporation Oberschan nahm dieses 300-Jahr-Jubiläum zum Anlass, im vergangenen September eine Brunnenfeier durchzuführen.

Dazu erschien von alt Kantonsschullehrer Hans Eggenberger die kleine Festschrift «Werden, Entstehen und Wirken der Dorfkorporation Oberschan. 300 Jahre Grosser Brunnen».

Die Korporation Oberschan stand am Ursprung

Eggenberger schreibt im Vorwort: «Die Haustiere täglich zu einer Tränkestelle führen, das für den Haushalt benötigte Wasser zu besorgen, war eine regelmässig notwendige Arbeit. Es war ein Teil des Lebensrhythmus. Das nannte sich auch Wasserversorgung, doch die Bedeutung lag auf einer ganz anderen Ebene. Es war ein Kraftakt.» In diesem Sinne wuchs wohl im 18. Jahrhundert bei den Einwohnern von Oberschan die Idee, an zentraler Stelle einen Dorfbrunnen zu bauen. In Hans Eggenbergers Broschüre wird das Entstehen und Wachsen der Wasserversorgung in Oberschan zusammen mit einer kleinen Dorfgeschichte zu ausgewählten Themen dargestellt.

Hans Eggenberger zeigt auf, wie aus der Korporation Oberschan, die es seit «Urzeiten» gab, um 1908 die Brunnengenossenschaft Oberschan (BGO) und die Elektrokorporation Oberschan (EWO) entstanden. Die Aufteilung der Korporation Oberschan in die BGO und die EWO zu Beginn des 20. Jahrhunderts fiel in eine Zeit des Umbruchs. Die Korporation sah sich zusätzlich vor neue und grosse Aufgaben gestellt. Auch in unserer Region entstanden die ersten Wasserkraftwerke und weitsichtig denkende Oberschaner befassten sich mit der Zukunft in Sachen Wasserversorgung und der Versorgung der Dörfer mit der neuen elektrischen Energie. Aufgabe der BGO war es, die Trinkwasserversorgung für das Dorf sicherzustellen. 1947 wurde sie in die eigenständige rechtliche Dorfkorporation Oberschan (DKO) umgewandelt.

Blick in die Brunnenstube der Sertoterisquelle, der Hauptquelle für die Wasserversorgung in Oberschan. Es gibt drei Zuleitungsröhren von den drei Quellen. (Bild: Festschrift)

Blick in die Brunnenstube der Sertoterisquelle, der Hauptquelle für die Wasserversorgung in Oberschan. Es gibt drei Zuleitungsröhren von den drei Quellen. (Bild: Festschrift)

Die EWO war für die Elektrizitätsversorgung zuständig. Sie umfasste anfänglich nur die Gebäudebesitzer in Oberschan, dann auch diejenigen in Malans und Gretschins. 1947 wurde die EWO in die eigenständige rechtliche Elektrokorporation (EKO) umgewandelt. Im Jahr 2009 kam es dann schliesslich zum Zusammenschluss (Inkorportion) der DKO und der EKO in der Dorfkorporation Oberschan.

Nicht nur die Wasserversorgung und später die Versorgung des Dorfes mit Elektrizität hat die Geschichte von Oberschan massgeblich mitgeprägt. Hans Eggenberger erzählt in seiner Festschrift zum Brunnenjubiläum auch ausgewählte Themen der Dorfgeschichte, so etwa den Dorfbrand von 1821, dem auch die St. Oswald Kapelle zum Opfer viel.

Die Busse von fünf Franken entsprach einem Tagesverdienst

An deren Stelle wurde das Schulhaus Oberschan gebaut, das 1822 bezogen werden konnte. Im Turm wurden von der damaligen Korporation Oberschan zwei neue Glocken eingebaut. Das Schulhaus in Oberschan wurde im Jahr 1906 baulich erweitert. Rund drei Jahrzehnte später (1938/39) wurde das Schulhaus erneut vergrössert und baulich saniert. Der Autor erinnert weiter an die Dorfversammlungen. Die Teilnahme daran gehörte seit je und bis etwa 1940 zur Bürgerpflicht. Wer sie verpasste, wurde mit einer «saftigen Busse von fünf Franken» bestraft. Der Nachtwächterdienst in Oberschan wurde im Jahr 1914 aufgehoben. In der Folge wurde die Windwache eingeführt. Sie wurde 1984 mit einem Funkgerät zur schnellen Alarmierung ausgerüstet. Das Windwachwesen wurde 1980 neu geregelt und 2013 schliesslich aufgehoben.Dem Wasserversorgungsnetz sowie den diversen Trinkwasserquellen und Reservoiren ist ein eigenes Kapitel gewidmet, das reich illustriert ist mit Fotografien und Planskizzen. Auch die verschiedenen Arten der Hauptwasserleitungen werden erläutert. Interessant ist insbesondere der Verweis auf den Fund einer alten Düchelleitung während der Grabarbeiten in der Nähe des Volg-Ladens in Oberschan.

Die ersten Wasserleitungen waren sogenannte Düchelleitungen. Lange Fichtenstämme wurden mit Wasserleitungsrohren durchbohrt. (Bild: Festschrift)

Die ersten Wasserleitungen waren sogenannte Düchelleitungen. Lange Fichtenstämme wurden mit Wasserleitungsrohren durchbohrt. (Bild: Festschrift)

Der Autor der Festschrift zeigt auf, wie gerade, etwa vier Meter lange Fichtenstämme mit Wasserleitungsrohren durchbohrt wurden. «Es ist erwiesen, dass unser Dorf anfänglich ab der Quelle Tuf über solche Leitungen vorsorgt wurde», schreibt Eggenberger.

Die verschiedenen Arten von Hausanschlussleitungen und Einblicke in Verträge betreffend Quellnutzungen, ein Exkurs über die Wohngenossenschaft Oberschan und den Bau der Mehrzweckhalle, die 1991 eingeweiht werden konnten, bilden ebenfalls Teil der Festschrift. Zwei chronologische Tafeln geben Aufschluss über die Dorfbrunnen – mit dem Geburtsdatum 1717 des grossen Brunnens – über Bauten der verschiedenen Korporationen, den Netzunterhalt und Netzerweiterungen der Wasserversorgung Oberschan.

Hinweis: Die Broschüre «Werden, Entstehen und Wirken der Dorfkorporation Oberschan» ist bei der Dorfkorporation erhältlich.

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