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Die Wartauer Fischer verlieren ihre Vereinshütte

Ein im Jahr 2013 ausgebrochener Streit um die Rechtmässigkeit der Fischereihütte am Mühlbach in Plattis endet nach einem mehrjährigen Rekursverfahren unschön für den Fischereiverein Wartau.
Heini Schwendener
Der gedeckte Sitzplatz der Vereinshütte der Wartauer Fischer am Mühlbach muss zurückgebaut werden. (Bild: Heini Schwendener, 13. Mai 2014)

Der gedeckte Sitzplatz der Vereinshütte der Wartauer Fischer am Mühlbach muss zurückgebaut werden. (Bild: Heini Schwendener, 13. Mai 2014)

Das Baudepartement des Kantons St. Gallen hat entschieden, dass der gedeckte Sitzplatz bei der Fischerhütte Wartau zurückgebaut werden muss. Zudem darf der verbleibende Schopf künftig nur noch als Materiallager und nicht mehr als Vereinslokal dienen. Gesellschaftliche Vereinsanlässe sind also künftig nicht mehr erlaubt. Um dies zu verstehen, braucht es eine Rückblende.

1988 hat der Fischereiverein Wartau eine ehemalige Pflanzgartenhütte am Mühlbach gemietet, sie später gekauft und für seine Zwecke saniert. Dies war ein schleichender Prozess, für den offenbar nie eine Bewilligung eingeholt wurde. Zwei Jahrzehnte ging alles gut, bis wegen eines Streits die Pro Natura St. Gallen-Appenzell auf den Plan gerufen wurde, obwohl sie nicht Streitpartei war. Der Naturschutzorganisation wurde sofort klar, dass die Fischer einen ursprünglich bewilligten Materialschopf illegal zum Vereinslokal umgenutzt und ausgebaut haben, und das Notabene in einem Lebensraum bedrohter Arten und innerhalb des Lebensraums Gewässer/Aue.

Bewusst den Ermessensspielraum genutzt

Im Oktober 2015 hat der Gemeinderat Wartau bewusst seinen Ermessensspielraum zu Gunsten des Fischereivereins ausgenutzt und ein nachträglich eingereichtes Baugesuch bewilligt. Dies machte er, weil ein öffentliches Interesse an der Tätigkeit des Vereins besteht. Allerdings wurden den Fischern Nutzungsbeschränkungen auferlegt. So untersagte der Gemeinderat die Durchführung von
Festivitäten auf dem ganzen Grundstück, mit Ausnahme der Vereinsaktivitäten zum Saisonauftakt und zum Saisonschluss. Der Gemeinderat verfügte zudem erstinstanzlich die Entfernung eines Materialcontainers und des Cheminées.

Die Fischer konnten aufatmen, denn mit diesen Einschränkungen würden sie sich wohl oder übel arrangieren können. Pro Natura St. Gallen-Appenzell indes gingen diese Einschränkungen nicht weit genug.
Der Naturschutzverband rekurrierte Ende 2015 gegen den Gemeinderatsentscheid beim kantonalen Baudepartement und forderte: Rückbau des gedeckten Sitzplatzes, Ablehnung der Umnutzung eines Materialschopfs in eine Vereinshütte, weg mit der Toilette.
Das Baudepartement des Kantons St. Gallen hat den Rekurs des Naturschutzverbandes weitgehend gestützt. Einzig die Toilette muss nicht zurückgebaut werden, damit die Fischer ihre Notdurft bei ihrem Hüttli, das künftig nur noch als Materialschopf dienen darf, auch umweltgerecht verrichten können.

Verfügte Massnahmen fristgerecht umsetzen

Der Wartauer Gemeinderat schreibt in seiner Medienmitteilung, dass er in seiner Beurteilung zu einer anderen Einschätzung als das Baudepartement gelangt sei, dass er aber den Entscheid der kantonalen Behörde akzeptiere. Er erwarte nun von allen Parteien, dass sie die
Beurteilung des Kantons akzeptieren und die verfügten Massnahmen fristgerecht umsetzen würden. Der Entscheid des Baudepartements ist noch nicht rechtskräftig.

«Bei der Suche einer bewilligungsfähigen Alternative für die Durchführung von Vereinsanlässen signalisiert der Gemeinderat dem Fischereiverein die Unterstützungsbereitschaft», heisst es in der Medienmitteilung weiter.

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