Die Talentschule zeigte in Trübbach Leidenschaft und grosse musikalische Begabung

Die Talentschule begeisterte in Trübbach und Bad Ragaz das zahlreiche Publikum mit einem grossen Repertoire.

Angela Adank
Hören
Drucken
Teilen
Harmonie und Spielfreude auf die Bühne gebracht: Talentschülerinnen und Talentschüler an ihrem Konzert.

Harmonie und Spielfreude auf die Bühne gebracht: Talentschülerinnen und Talentschüler an ihrem Konzert.

Bild: Angela Adank

Region Wie viel Arbeit bei den Jugendlichen dahinter steckt, bis auf einem so guten Niveau musiziert werden kann, ist wohl schwer zu beantworten. Jedenfalls schien es fast so, als wäre da kein Lampenfieber vorhanden bei den jungen Talenten, die sich allesamt selbstsicher, hochkonzentriert, und ohne aus der Ruhe zu bringen, einem voll besetzten Saal präsentierten und dies gleich an zwei Abenden vergangener Woche.

«Etwa zehn Stunden pro Woche wird, nebst dem regulären Unterricht, in das Instrumentenüben und Musizieren investiert», so Sascha Wenk, Musikkoordinator der Talentschule Bad Ragaz. «Dabei wird einmal wöchentlich zusammen im Ensemble gespielt.» Daneben besuchen die einzelnen Schüler den Instrumentenunterricht der Musikschule Sarganserland (MSS) und sind nebst einem Haupt- auch auf einem Zweit- oder sogar Drittinstrument versiert. Bei den beiden gleichnamigen Talentschulkonzerten, die unter der Leitung des Musikschulleiters Emil Scheibenreif und den Lehrpersonen der MSS liefen, konnten eineinhalb Stunden lang das ganze musikalische Können dieses jungen Ensembles genossen werden. Eine wahre Meisterklasse mit starken solistischen Einlagen bot sich da einem zahlreich erschienenen Publikum.

Abwechslung und Genuss pur für das Publikum

Mit dem fetzigen Soundtrack zur Krimiserie «Hawaii Five-O» von Morton Stevens machten die 18 Talentschülerinnen und Talentschüler aus allen drei Oberstufenklassen einen ful­minanten Auftakt. Nebst einer kurzen Begrüssung des Musikschulleiters durfte auch die mündliche und musikalische Vorstellung seitens der Schülerschaft nicht fehlen. Diese Präsentation ging nahtlos über in das zweite Ensemblestück, den soul-jazzigen Welthit von Joe Zawinul «Mercy, Mercy, Mercy». Was danach folgte, war Genuss pur: verträumte, wunderschöne Klänge mit Bachs «Arioso», vierhändig gespielt von Sebastian Wachter und Ladina Burkhardt und dies an ihrem Zweitinstrument, dem Klavier. Dass es aber auch temperamentvoller ging auf den Tasten, zeigten die beiden mit dem Stück «Disco Fever» von Daniel Hellbach. Auch die erst 14-jährige Lisa von Sury beeindruckte das Publikum souverän. Auf ihrer Violine spielte sie ganz frei ohne Noten und setzte starke Akzentuierungen in Brahms «Ungarischer Tanz Nr. 2». Begleitet wurde sie dabei von Klavierlehrer Frank Becker.

Coole und verbindende Auftritte der Jugendlichen

Das hohe Konzertniveau zog sich durch das ganze Programm hindurch. Im mittleren Teil der Konzertreihe beeindruckten Serena Bianco und Marin Locher am Saxofon sowie Nicolas Dürr am Fagott mit dem bekannten afrikanischen Stück «Pata pata» von Miriam Makeba, welches sie locker peppig präsentierten. Wie schön das Fagott auch alleine klingen kann, unterstrich Nicolas Dürr mit der Sonate von Balis Dwarionas. Sicher und ausdrucksvoll gespielt, begleiteten ihn die Klavierklänge im Hintergrund.

Dass der Zusammenhalt unter den Talentschülern gross sein muss, zeigte sich in der Harmonie der Ensembles. So spielten zehn der 18 jungen Musiktalente, darunter auch Vincent Schmidt und Jenny Schwendener an der Gitarre, den Instrumentalhit «Cherry Pink And Apple Blossom White» rhythmisch leicht vor und unterstrichen es mit dem Einsatz verschiedener Perkussionsinstrumente. Einen coolen Gig präsentierten Levin Grbic und Sebastian Wachter am Schlagzeug mit «Double Image» und machten beste Werbung für ihr Schlaginstrument. Bevor es zum grossen Abschluss kam, drehte Spitzer nochmals auf und sang den Lovesong «Bubbly» voller Gefühle und einer wuchtigen Stimme, begleitet von Grbic am Schlagzeug und Knoll an der Gitarre. Nach der sanften Ballade «On My Own» gab es viel Applaus und an beiden Konzerten Standing Ovations, welche die jungen Musiker mit der Zugabe eines Tangos würdigten.