Die Suche nach einer Skatehalle in der Region Werdenberg geht weiter

Der Werdenberger Skateverein Wesk.ch ist weiterhin auf der Suche nach einer Halle. Während der Verein bei den Gemeinden für finanzielle Unterstützung weibelte, sprangen die Eigentümer der Liegenschaft des ehemaligen «Gate 7» ab.

Jessica Nigg
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Skateboard-Profi Jonny Giger setzt sich für einer Skatehalle in der Region ein. (Bild: Youtube/Jonny Giger)

Skateboard-Profi Jonny Giger setzt sich für einer Skatehalle in der Region ein. (Bild: Youtube/Jonny Giger)

Skateboarden, Inline, BMX und Scooter fahren sind Sportarten, die sowohl bei Kindern und Jugendlichen wie auch bei Erwachsenen beliebt sind. Auch gibt es in diesen Disziplinen in der Region Sportler auf Spitzenniveau. So zum Beispiel Jonny Giger: Der Skateboard-Profi aus Gams hat Ambitionen, 2020 an den Olympischen Spielen in Tokio teilzunehmen. Die Disziplin Skateboarden wird dann das erste Mal ausgetragen.

«Wir wollen eine beheizte Indoor Skatehalle realisieren», erklärt Giger, der auch als Präsident des Werdenberger Skatevereins Wesk.ch fungiert. Derzeit sei die nächstgelegene Halle 120 Kilometer entfernt, in Winterthur. «Seit der Schliessung der ehemaligen Wesk-Halle 2010 waren wir gezwungen, unsere sportliche Tätigkeit im Winter oder bei schlechter Witterung einzustellen», so Giger.

Liegenschaftsbesitzer macht einen Rückzieher

Nachdem im Herbst der Club Gate 7 an der Mühleäulistrasse in Buchs den Betrieb einstellte, sah es so aus, als würden die Skater, BMX- und Scooterfahrer aus dem Werdenberg und Liechtenstein in nicht allzu ferner Zukunft wieder die Möglichkeit erhalten, unter Dach ihren Sport ausüben zu können. 50 000 Franken hätte die Miete der Räumlichkeiten pro Jahr gekostet. Der Verein Wesk.ch fragte die sechs Werdenberger Gemeinden sowie Vaduz und Schaan um finanzielle Hilfe an. Und ausser von Vaduz hätte er sie auch bekommen. Doch als alles beinahe geregelt gewesen wäre, sprang die potenzielle Vermieterin ab.

«Wir werden die Räumlichkeiten nicht vermieten.»

Das erklärte Emil Frick von der Liegenschafts-Eigentümerin, der Tower Immobilien AG in Schaan. Auskunft darüber, was aus der Liegenschaft des ehemaligen «Gate 7» wird, wollte er noch nicht geben, dafür sei es noch zu früh. Für den Verein Wesk.ch ist die jüngste Entwicklung ein Rückschlag: «Schade, dass es nicht geklappt hat», sagt Jonny Giger. Entmutigt ist er deshalb aber nicht: «Wir suchen weiter und besichtigen diese Woche bereits eine andere Halle.»

Finanzierung muss neu geregelt werden

Skaten auch bei Wind und Wetter: Eine beheizte Halle soll es möglich machen. (Bild: Youtube/Jonny Giger)

Skaten auch bei Wind und Wetter: Eine beheizte Halle soll es möglich machen. (Bild: Youtube/Jonny Giger)

Aber selbst wenn es klappt mit der neuen Halle, steht dem Verein Wesk.ch eine weitere Runde durch die Amtsstuben bevor: Bei der Finanzierung muss nämlich (beinahe) wieder von vorne begonnen werden: «Bei einer Änderung der Liegenschaft muss natürlich ein entsprechendes Gesuch an die Region eingereicht und neu beurteilt werden», heisst es seitens der Region Sarganserland-Werdenberg. «Wir hoffen, dass der Validierungsprozess des Budgets dieses Mal zügiger vonstatten geht», erklärt Giger weiter. «Wir müssen den ganzen Prozess noch einmal durchgehen für eine neue Halle», so Giger. Eine Ausnahme mache die Gemeinde Schaan: Sie habe bereits jetzt zugesagt für eine neue Halle, erklärt Jonny Giger weiter.

Bessere Bedingungen schaffen

Eine Skatehalle wäre auch für die sportliche Karriere des Weltklasse-Skaters Jonny Giger von grossem Vorteil, nämlich unter anderem, wenn es um die Teilnahme an den Olympischen Spielen von Tokio 2020 geht: «Eine Halle in Buchs oder der Umgebung würde natürlich auch für mich vieles einfacher gestalten. Jeden Tag nach Winterthur zu fahren, kommt für mich schon rein vom zeitlichen Aufwand her nicht in Frage.»

Das Interesse an einer Skatehalle ist gross. Nachdem die Besitzer der Liegenschaft des ehemaligen Clubs Gate 7 als Vermieter abgesprungen sind, ist die Suche nach einer anderen Halle deshalb in vollem Gange. «Die Zielgruppe umfasst Freestyle-Sportler aus allen Gesellschaftsschichten im Alter von 6 Jahren bis 45 Plus aus dem Umkreis Chur bis St. Gallen und dem angrenzenden Ausland. Die Altersklasse 16 bis 26 aus umliegenden Regionen dürfte dabei wohl die Kerngruppe stellen», so Giger. Zurzeit besteht der Verein aus acht Vorstandsmitgliedern, im Alter von 24 bis 28 Jahren. «Unter uns befinden sich Ingenieure, Umwelt- und Sprachstudenten, Bankkundenberater, Elektriker, Detailhandelsangestellte und ich als professioneller Skateboarder», fasst Giger zusammen.

«Wir haben eine weitere Liste mit potenziellen Mitgliedern erstellt, die dem Verein beitreten, sobald wir eine Halle zugesagt bekommen.»

Diese Liste bestehe aus über 40 Personen, die bereit seien, den Mitgliedsbeitrag von 80 bis 150 Franken (je nach Alter) zu bezahlen. Im Gegenzug dürfen sie die Halle nutzen. Bis wann und ob überhaupt eine Skatehalle in der Region genutzt werden kann, ist derzeit wieder offen. Jonny Giger bleibt allerdings weiterhin optimistisch.

Jonny Giger, Profi-Skater mit Olympia-Ambitionen

 Der Gamser Jonny Giger, der auch den Liechtensteiner Pass besitzt, gehört zu den besten Flatground-Skatern der Welt. Er hat sein Hobby zum Beruf gemacht; seit September 2016 ist er Profi. Der Grossteil seiner Einnahmen stammt von Sponsoren, weitere Standbeine sind soziale Medien; sein Youtube-Kanal hat 250 000 Abonnenten , auf Instagram folgen ihm 142 000 Personen. Wenn im kommenden Jahr an den Olympischen Sommerspielen in Tokio zum ersten Mal die Sportart Skateboarden ausgetragen wird, möchte der 26-Jährige auch dabei sein: Allerdings will der Gamser nicht für die Schweiz antreten, sondern für Liechtenstein. Dies entschied der Skate-Pro nach Unstimmigkeiten mit dem Schweizer Verein und weil er die meiste Zeit in Vaduz trainiert. (jn)

Ein Skater für die elfte Olympiamedaille

An den Olympischen Sommerspielen 2020 in der japanischen Hauptstadt Tokio ist diese Sportart zum ersten Mal olympisch. Auch Liechtenstein hat in dieser neuen olympischen Disziplin einen potenziellen Medaillenkandidaten.
Ruben Bucher