Die Gemeinde Wartau kämpft gegen die Invasion der Neophyten

Die Wartauer Bevölkerung konnte sich an einem Anlass über die Bekämpfung von gebietsfremden Pflanzen informieren.

Hans Hidber
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Sommerflieder ist ein invasiver Neophyt.

Sommerflieder ist ein invasiver Neophyt.

PD

Am sehr gut besuchten Infoanlass im Betagtenheim Azmoos referierte Nicole Inauen vom Landwirtschaftlichen Zentrum St.Gallen über das Erkennen und die Bekämpfung der invasiven Neophyten. Gemeindepräsident Beat Tinner erläuterte die entsprechenden Massnahmen in der Gemeinde Wartau. Es waren an diesem vom Gemeinderat Wartau organisierten Anlass hauptsächlich Bäuerinnen und Bauern, die sich für dieses sehr aktuelle Thema interessierten, betrifft doch das Phänomen der sich immer mehr ausbreitenden invasiven Neophyten nebst naturnahen Lebensräumen und den darin vorkommenden Arten, Bachläufen, Wäldern und Privatgärten vor allem die landwirtschaftlichen Nutzflächen. Die Referentin erklärte einleitend den Begriff «invasiv»: Damit meint man jene oft von weither eingeschleppten Neophyten, die einheimische Pflanzen verdrängen und die Biodiversität empfindlich stören oder ganz zunichtemachen.

Absichtlich und unabsichtlich

Gemeindepräsident Beat Tinner und Nicole Inauen vom Landwirtschaftlichen Zentrum.

Gemeindepräsident Beat Tinner und Nicole Inauen vom Landwirtschaftlichen Zentrum.

Bild: Hans Hidber

Neophyten gelangen zum Teil – oft in Unkenntnis ihrer Schädlichkeit – durch absichtliche Einfuhr als Nutz- oder Zierpflanzen in die Schweiz, dann gibt es aber auch in nicht geringem Masse eine unabsichtliche Verschleppung via Saatgut, Erden oder an importiertem Material wie exotischen Hölzern oder Steinen anhaftende Samen. Haben sie sich hier einmal etabliert, verbreiten sie sich durch Versamen rasant, wenn sie nicht frühzeitig fachgerecht und nachhaltig bekämpft werden.

Die Referentin entnahm der grossen Auswahl an Neophyten einige besonders häufige Arten. Kann sich auch deren Bekämpfung im Detail (Zeitpunkt und Vorgehensweise) unterscheiden: Bei allen nützt eine Oberflächenbehandlung nicht viel. Wenn immer möglich, sind die Wurzeln auszureissen oder auszustechen, am besten noch vor dem Blühen. Die Landwirte sind für die Bekämpfung auf ihrer Betriebsfläche zuständig. Für Flächen ausserhalb ist die Gemeinde erster Ansprechpartner (Neophyten-Verantwortlicher). Das Landwirtschaftsamt setzt vor allem auf Sensibilisierung, Information und Beratung. Abschliessend zog die Referentin folgendes Fazit: Neophyten müssen von Anfang an konsequent bekämpft werden. Es gilt: beobachten, erkennen, sofort handeln.

Revierförster Ernst Vetsch orientierte über die Situation im Forstbereich: Nach zwei Jahren intensiver Arbeit zeige sich der Erfolg bei der Bekämpfung des Sommerflieders und des Nielenteppichs.

Vereine können einen Batzen verdienen

Daniel Ragettli stellte den Verein Primajob vor, der im Auftragsverhältnis mit Sozialhilfebezügern, erwerbslosen und ausgesteuerten Personen in der aktiven Neophyten-Bekämpfung tätig ist. Gemeindepräsident Beat Tinner wies darauf hin, dass es auch in Privatgärten «Pflanzen mit Migrationshintergrund» gebe. Mit der Sensibilisierung der Bevölkerung soll die Eigeninitiative gefördert werden. Abschliessend propagierte der Gemeindepräsident die Möglichkeit, dass Vereine bei Neophyten-Bekämpfungsaktionen wie zum Beispiel entlang von Bachläufen einen guten Batzen in die Vereinskasse verdienen könnten.