Reportage

Die Sicherheit steht an erster Stelle: Spital Grabs macht vor dem Zutritt eine «Corona»-Triage – zum Schutz der Patienten

Ein Augenschein auf der Triagestelle beim Eintritt in das Spital Grabs gibt einen Einblick in die Massnahmen, die mit der Wieder-Zulassung aller Eingriffe am 27. April eingeführt worden sind.

Thomas Schwizer
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An diesem Infoposten werden die Eintretenden entweder zum Notfall oder zum Gesundheitscheck in die Triagestelle verwiesen.

An diesem Infoposten werden die Eintretenden entweder zum Notfall oder zum Gesundheitscheck in die Triagestelle verwiesen.

Bilder: Thomas Schwizer

Auto auf dem Parkplatz abstellen, Münz in die Parkuhr werfen und zum Eingang des Spitals gehen, um sich anzumelden. Doch der eine Zugang zum Gelände ist mit Baulatten abgesperrt.

Am Zugang über die Zufahrtsstrasse werde ich an einer ersten Infostelle von zwei Angehörigen des Zivilschutzes empfangen. Sobald ich mich bei ihnen anmelde und sage, dass ich mit dem Leiter Notfall, Dr. med. Florian Lindheimer, einen Besprechungstermin habe, werde ich zur zweiten Infostelle weitergeleitet, die sich 30 Meter weiter befindet. Hier warten zwei weitere Zivilschützer, die mich freundlich bitten, meine Hände eingehend zu desinfizieren und eine Schutzmaske anzuziehen, die ich vor Ort erhalte.

Für die Sicherheit der Patientinnen und Patienten. Dieser Zutritt zum Spitalareal ist versperrt.

Für die Sicherheit der Patientinnen und Patienten. Dieser Zutritt zum Spitalareal ist versperrt.

Diese Posten müssen seit Montag alle absolvieren, die das Spital betreten wollen. Eine Ausnahme gibt es nur für jene, die man direkt zum Notfall leitet und die dort empfangen werden.

Gesundheitscheck vor dem Betreten des Spitals

Wer den zweiten Infoposten mit Hygienemassnahmen und Hinweisen zum Abstandhalten hinter sich hat, gelangt zur nahen Triagestelle. Hier legt man seinen Termin vor, den man erhalten hat, und wird einem kurzen Gesundheitscheck unterzogen. Es werden die gleichen Fragen gestellt, die man ein paar Tage zuvor schon telefonisch beantwortet hat. Das wird gemacht, weil sich seit der Terminvereinbarung der Gesundheitszustand des Patienten bzw. der Patientin möglicherweise verändert hat.

Seit Montag sind wieder alle Eingriffe erlaubt

Seit Montag, 27. April, können in den Spitälern wieder alle Eingriffe durchgeführt werden. Das ist auch in der Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland der Fall, also in den Spitälern Altstätten, Grabs und Walenstadt. Seither dürfen alle sogenannten elektiven Eingriffe, also nicht notfallmässige Operationen, ärztliche Konsultationen und Therapien (mit Ausnahme grösserer Gruppentherapien), wieder durchgeführt werden. Das bedingte eine Anpassung des Betriebskonzeptes, das seit Mitte März ganz auf die Coronasituation ausgerichtet war.

«Fühlen Sie sich gesund? Haben Sie Erkältungssymptome? Haben Sie seit dem Telefonat Personen getroffen, die Krankheitssymptome aufwiesen?»

Mit solchen Fragen und einer Kurzbeurteilung wird abgeklärt, ob jemand gesund oder möglicherweise am Coronavirus erkrankt ist. Besteht ein Erkrankungsverdacht oder das Risiko einer Ansteckung in den letzten Tagen, ohne dass eine Person Symptome aufweist, wird sie direkt zum Coronatelefon vor dem Notfall gewiesen. Dort führt ein Arzt den Coronaabstrich durch und stellt sicher, dass die richtigen Massnahmen ergriffen werden.

Keine Schikane, sondern für Sicherheit der Patienten

Wenn alles in Ordnung ist, dann darf man das Spital betreten. Man wird zum Haupteingang verwiesen, weil der direkte Zugang zur Therapie geschlossen ist. Auch das geschieht aus Sicherheitsgründen, denn niemand soll ohne vorherigen Gesundheitscheck das Spital betreten können, erklärt Florian Lindheimer. Er ist im Spital Grabs neben dem Notfall auch für das aktuelle Triagekonzept verantwortlich. Es diene der Sicherheit für Patientinnen und Patienten, betont er. Denn seit Montag, 27. April, dürfen auch nicht notfallmässige Operationen und Sprechstunden wieder stattfinden. Gleichzeitig ist die Coronapandemie noch nicht vorbei.

Eine Patientin (links), die Zivilschützer, welche die ersten Hygienemassnahmen sicherstellen, und der Leiter Notfall, Dr. med. Florian Lindheimer, an einer der beiden Infostellen beim Spital.

Eine Patientin (links), die Zivilschützer, welche die ersten Hygienemassnahmen sicherstellen, und der Leiter Notfall, Dr. med. Florian Lindheimer, an einer der beiden Infostellen beim Spital.

Deshalb gilt es, das Risiko einzudämmen, dass Coronapatienten andere Personen im Spital anstecken können. Mit dem Gesundheitscheck im Triage-Container und den Hygienemassnahmen wird das Möglichste getan, um dies zu vermeiden.

Triage wird als Beitrag zur Sicherheit empfunden

Das neue Triagekonzept habe sich in den ersten Tagen gut bewährt, sagt Florian Lindheimer. Es erfahre aber Feinjustierungen, wenn es entsprechende Rückmeldungen gebe. Beim Augenschein zeigt sich, dass die Personen, die den Eingangsparcours bis zur Triage absolvieren müssen, dies gerne tun. Denn sie empfinden es als Beitrag zu ihrer Sicherheit.

In diesen beiden Triagecontainern wird bei allen Eintretenden ein Gesundheitscheck durchgeführt.

In diesen beiden Triagecontainern wird bei allen Eintretenden ein Gesundheitscheck durchgeführt.

Und genau das ist auch im Spital Grabs der Zweck des speziellen Zutrittskonzeptes, das gemäss den Richtlinien des Bundesamtes für Gesundheit umgesetzt wird. Noch gilt auch in den St. Galler Spitälern, durch Corona bedingt, ein umfassendes Besuchsverbot mit nur ganz wenigen Ausnahmen.

Sicherheitskonzept wird bei Bedarf angepasst

Am Dienstag hat das St. Galler Gesundheitsdepartement angekündigt, bei einer positiven Entwicklung der Ansteckungen die Beschränkungen ab 11. Mai lockern zu wollen. Florian Lindheimer sagt dazu, dass man auch bei der Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland prüfe, was für Auswirkungen dieser Schritt auf das Sicherheitskonzept der drei Spitäler haben würde.

Wenn wieder Besucher zugelassen werden können, wird das Zutritts- und Hygienesystem im Spital Grabs entsprechend der neuen Regelung angepasst, um die Sicherheit der Patienten und Mitarbeitenden weiterhin zu gewährleisten..

Wenn wieder Besucher zugelassen werden können, wird das Zutritts- und Hygienesystem im Spital Grabs entsprechend der neuen Regelung angepasst, um die Sicherheit der Patienten und Mitarbeitenden weiterhin zu gewährleisten..

Bild: Mareycke Frehner

Wenn eine Anpassung des Zutritts- oder Hygienesystems nötig sei, werde man das rechtzeitig so umsetzen. Das oberste Ziel sei auch im Spital Grabs die Sicherheit und der Schutz vor Ansteckungen. Man werde deshalb auch künftig jene Massnahmen umsetzen, die geeignet seien, um dies sicherzustellen. Florian Lindheimer versichert, dass niemand Angst haben müsse, der ins Spital komme.

«Die Patientinnen und Patienten können uns vertrauen, dass wir alles tun, damit sie das Spital gesund wieder verlassen können.»

Sein Rat lautet, dass es grundsätzlich wichtig sei, nicht aus Angst zu Hause zu bleiben und auf eine angesetzte Behandlung oder Operation zu verzichten. Sonst bestehe die Gefahr, dass sich eine bestehende gesundheitliche Problematik verschärfe.

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