Die Reserven reichen nur für ein Seuchenjahr

Dem Reisebüro Buchs AG geht es wie allen in den Branchen: Hoffen auf Normalität und 2021.

Robert Kucera
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Einfach ins Flugzeug sitzen und die Alltagssorgen hinter sich lassen? Fehlanzeige im Sommer 2020! Im schlimmsten Fall beginnen mit der Reise die Sorgen.

Einfach ins Flugzeug sitzen und die Alltagssorgen hinter sich lassen? Fehlanzeige im Sommer 2020! Im schlimmsten Fall beginnen mit der Reise die Sorgen.

Bild: PD
«Es war schon ein Schlag in den Nacken. Unsere Branche ist massiv betroffen»,

äussert sich Christian Granwehr, Mitinhaber Reisebüro Buchs AG, zur schwierigen Lage im Zeichen des Coronavirus. Monatlich stattfindende Lockerungen versprachen Hoffnung auf baldige Normalität.

Die Realität sieht jedoch ganz anders aus. Es ist und bleibt ein Seuchenjahr für die Reisebranche. Denn kaum hat sich die Lage in der Schweiz beruhigt und in der Bevölkerung Reiselust bemerkbar gemacht, vermiesten Fallzahlen aus dem Ausland und die Quarantänepflicht für Einreisende aus bestimmten Ländern die Ferienpläne. «Es ist ein stetes ein Schritt vor, zwei Schritte zurück», kommentiert Granwehr.

Angst vor einer möglichen Quarantäne

So sehen sich er und seine Mitarbeiter täglich mit Unsicherheit und Ängsten konfrontiert. Die häufigste Frage, die sich die Schweizer derzeit stellen: Was passiert, während ich in den Ferien bin? Mit einem Mal könnte die Destination zum Risikogebiet erklärt werden. Die Folge: Quarantäne nach der Ankunft in der Schweiz. «Das kann ich mir nicht leisten», kriegt Christian Granwehr viel zu hören. Ein allfälliges Verärgern des Arbeitgebers löst Existenzängste aus.

Um die Existenz geht es auch in der Reisebranche. Unter anderen wird das Hotelplan-Büro in Buchs geschlossen. «Jede Filiale wurde einer Standort-
analyse unterzogen, die verschiedenste Faktoren beinhaltete. Diese Standortanalyse führte zum Schluss, die Filiale in Buchs zu schliessen», erklärt Bianca Gähweiler, Head of Corporate Communications bei Hotelplan, auf Anfrage des W&O.

Bei 50 bis 60 Prozent Umsatzeinbussen ist Reisebüro Buchs AG angelangt. «Seit die Krise angefangen hat, leben wir von den Reserven der letzten Jahre, in denen wir gut gearbeitet haben», führt Mitinhaber Granwehr aus. Was heisst: Ein Seuchenjahr verkraftet die Firma.

«Aber irgendwann muss es wieder vorwärtsgehen. Wir können nicht ewig so weiter machen.»

Die gesamte Branche hofft deshalb auf Rückkehr zur Normalität ab spätestens Anfang nächstes Jahr.