Die regionalen Feuerwehren sind als Ersthelfer im Dienste der Bevölkerung im Einsatz

Feuerwehren aus der Region haben First Responder in ihren Reihen und versuchen so, Menschenleben zu retten.

Adi Lippuner
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Die Materialwarte Pascal Hasler und Diego Tinner sowie Feuerwehrkommandant Marcel Senn (von links), mit dem Notfallrucksack der Frist Responder.

Die Materialwarte Pascal Hasler und Diego Tinner sowie Feuerwehrkommandant Marcel Senn (von links), mit dem Notfallrucksack der Frist Responder.

Adi Lippuner

«Oberstes Ziel eines jeden Feuerwehreinsatzes ist die Rettung von Personen und Tieren», kann auf der Homepage des Schweizer Feuerwehrverbands gelesen werden. Mit der Ausbildung von Feuerwehroffizieren zu First Respondern, also Ersthelfern, gehen einige Korps aus der Region noch einen Schritt weiter. So verfügen die Feuerwehren in Sevelen, Buchs und Wildhaus seit mehreren Jahren über Ersthelfer, die bei einem medizinischen Notfall innerhalb weniger Minuten vor Ort sind und die Zeit, bis zum Eintreffen der Rettungsorganisationen überbrücken.

In Wartau ist der Schritt zum Aufbau der First Responder angedacht, wie Feuerwehrkommandant Simon Stauffacher auf Anfrage bekannt gibt. «Aufgrund der positiven Erfahrungen in Sevelen und Buchs wollen wir diesen Schritt, in Zusammenarbeit mit dem Samariterverein,  auch in Angriff nehmen.» Bis heute keine First Responder gibt es in den Feuerwehren Grabs, Gams und Sennwald. Jürg Wohlwend, Feuerwehrkommandant in Sennwald dazu: «Wir haben das Thema intern besprochen und unsere Offiziere waren vor einigen Jahren der Meinung, dass wir diese Zusatzaufgaben nicht übernehmen wollen.»

Rund 15 Einsätze pro Jahr

Die grösste Feuerwehr der Region ist die der Stadt Buchs mit ihrem Stützpunkt an der Volksgartenstrasse. Kommandant Marcel Senn erklärt auf Anfrage, dass seit knapp drei Jahren First Responder im Einsatz sind. «Es sind unsere Offiziere, welche die Zusatzausbildung gemacht haben und wir sind, dank der Präsenz der Materialwarte auch jederzeit in der Lage, als Ersthelfer auszurücken.» Durchschnittlich 15 Einsätze pro Jahr seien es bisher gewesen. «Leider konnten wir nicht immer Leben retten,» so der Feuerwehrkommandant. Die belastenden Erfahrungen und Erlebnisse gelte es für die Einsatzkräfte zu verarbeiten und dies geschehe bei einer Besprechung in der Zentrale.

Auch in Sevelen wurden seit Einführung der First Responder im Frühling 2015 gute Erfahrungen gemacht,» so Kommandant Christian Hagmann. Pro Jahr gebe es zwei bis drei Einsätze, wobei diese in der Folge besprochen werden. «Auch die jährliche Weiterbildung ist wichtig, damit unsere First Responder immer auf den neuesten Stand sind.

Einsatzbereit auch im Obertoggenburg

Die Feuerwehr der Gemeinde Wildhaus Alt St. Johann verfügt bereits seit rund sieben Jahren über ausgebildete First Responder. «Unser Gebiet mit den drei Dörfern Wildhaus, Unterwasser und Alt St. Johann ist sehr weitläufig und deshalb sind dezentral stationierte Ersthelfer äusserst wichtig,» so Kommandant Markus Wenk. Aufgrund der positiven Erfahrungen, auch wenn nicht bei jedem Einsatz Leben gerettet werden könne, seien die First Responder sehr motiviert. «Wichtig ist auch die regelmässige Weiterbildung, die in Zusammenarbeit mit Rettung St. Gallen erfolgt,» so der Kommandant.

Was sind First Responder?

Der englische Begriff «First Responder» bedeutet wörtlich übersetzt der «Erstantwortende» oder jener, welcher als erster reagiert (english «first»: erster und «to respond»: antworten, reagieren). Sinngemäss bezeichnet der Begriff «First Responder» einen Ersthelfenden. First Responder können als Gruppen organisiert sein, welche parallel zum Rettungsdienst über die Notrufnummer 144 aufgeboten werden. Solche Gruppen sind in der Schweiz meist im Milizsystem (ähnlich einer Ortsfeuerwehr in der Schweiz) organisiert. Durch den Einsatz von First Respondern kann ein Patient bereits vor dem Eintreffen des Rettungsdiensts erstversorgt werden. Die Ersthelfenden leisten im Einsatz erweiterte Erste entsprechend Ihrer Ausbildung und Ausrüstung. In der Schweiz hat sich der Einsatz von First Responder Systemen in weniger dicht besiedelten Gebieten gut bewährt. Zunehmend gewinnen First Responder Systeme auch im urbanen Gebiet immer mehr an Bedeutung; und dies nicht nur in der Schweiz. Das direkte aufbieten über die Einsatzzentrale 144 hat sich bewährt.

Quelle: www.firstresponder.ch