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Pfarrehepaar hat die Probezeit im Wartau nicht bestanden

Die knappe Information darüber, dass das Pfarrehepaar Lehner nicht zur Wahl vorgeschlagen werden soll, sorgt für Diskussionsstoff. Am 29. August wird die Kirchbürgerschaft genauer informiert.
Heini Schwendener
In der evangelisch-reformierten Kirche Wartau (hier die Kirche Azmoos), kursieren derzeit Mutmassungen und Gerüchte, die Vorsteherschaft wird mit Kritik konfrontiert.

In der evangelisch-reformierten Kirche Wartau (hier die Kirche Azmoos), kursieren derzeit Mutmassungen und Gerüchte, die Vorsteherschaft wird mit Kritik konfrontiert.

Die Kirchenvorsteherschaft der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Wartau hat beschlossen, das Pfarrehepaar Lehner nächstes Jahr nicht zur Wahl vorzuschlagen. Dies tat sie am 7. Juli mit einer Medienmitteilung der Öffentlichkeit kund.

«Völlig überrascht» sei er von dieser Mitteilung gewesen, sagt Werner Keller aus Fontnas, lange selber Mitglied der Kirchenvorsteherschaft (Kivo). Die knappe Begründung, die Vorstellungen über die Zusammenarbeit und die Gemeindeleitung zwischen Kivo und Pfarrehepaar deckten sich nicht, reichen Keller als Begründung nicht. In mehreren Gesprächen und Mails forderte er die Kivo auf, an einer Informationsveranstaltung Klartext zu reden (vgl. Leserbrief im W&O vom 28. Juli).

Vertiefte Informationen sind nicht ganz einfach

Ein solcher Anlass findet nun am 29. August statt, «doch darauf hatte das Drängen und die Ultimaten, die uns Herr Keller gestellt hat, keinen Einfluss», betont Martin Graf, Präsident der Kirchenvorsteherschaft. Die Medienmitteilung von Anfang Juli sei mit dem Pfarrehepaar abgesprochen und auf dessen Wunsch in dieser knappen Form gehalten worden. Graf gesteht aber ein, dass die Kivo das Bedürfnis der Kirchbürgerschaft nach vertiefter Information wohl etwas unterschätzt habe. Allerdings sind dieser vertieften Information wichtige Grenzen gesetzt. Martin Graf erklärt: «Wir können Personalgespräche nicht öffentlich führen. Und auch der Persönlichkeitsschutz ist ein heikles Thema.» Vereinfacht gesagt habe das Pfarrehepaar, das seit Oktober 2016 in Wartau tätig ist, die zweijährige Probezeit nicht bestanden, sagt Graf. Die Kivo habe viele Gespräche geführt und immer wieder zugewartet, sei aber letztlich zum Schluss gelangt, dass es keine Möglichkeit zur Wahl gebe. Die Geschäftsprüfungskommission stützte diesen Entscheid.

Der Informationsanlass am 29. August wird von der Fachstelle für Personalentwicklung der Kantonalkirche begleitet. Somit werde auch eine neutrale Stelle über die Prozesse und Zuständigkeiten einer Kirchgemeinde informieren. Martin Graf ist überzeugt, dass die Kirchbürgerschaft danach den Entscheid der Kivo verstehen werde. Werner Keller schreibt in seinem Leserbrief, ihm sei von der Kivo mitgeteilt worden, die Kirchbürger sähen ja nur die Arbeit des Pfarrehepaars mit den Kirchbürgern, an der es nichts zu bemängeln gebe. «Das macht mich hellhörig. Es drängt sich die Frage auf, wer denn in einer Kirchgemeinde wichtiger sei, die Kirchenvorsteherschaft oder die Kirchbürger», schrieb Keller.

Er sagte zum W&O, hinter seinem Leserbrief stehe eine Gruppe von etwa 20 Leuten. Martin Graf ist diesbezüglich sehr skeptisch. Ausserdem meint er: «Ich glaube, dass Werner Keller mit seinem Vorgehen dem Pfarrehepaar einen Bärendienst erweist.» An die Kivo sei von aussen nämlich kaum Kritik herangetragen worden.

Keller hat mehrfach eine öffentliche Veranstaltung gefordert, um über die Hintergründe dieses Entscheides von grosser Tragweite informiert zu werden, «denn nur so besteht eine Chance, den Beschluss der Behörden nachvollziehen und verstehen zu können.» Die Ausschreibung des Informationsanlasses im Inserat im W&O vom 24. Juli stört ihn allerdings. Vom Pfarrehepaar sei darin keine Rede, man bekomme fast den Eindruck, dass es sich dabei um einen Workshop handle, zu dem man sich anmelden und aktiv teilnehmen müsse. «So hält man doch viele Leute davon ab, überhaupt erst an den Anlass zu gehen.»

Der Kivo-Präsident stellt das in Abrede: «Natürlich kann man auch ohne Anmeldung daran teilnehmen, das wird in einem zweiten Inserat noch präzisiert. Wir haben nichts zu verheimlichen oder zu verschleppen.» Anmeldungen und im Voraus eingereichte Fragen würden lediglich helfen, damit sich die Vorsteherschaft und die Leute der Kantonalkirche gut auf den Abend vorbereiten können. Medien sind an diesem Abend nicht zugelassen.

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