Zivilschutz-Meldestelle im Werdenberg: Bisher konnten alle Hilfegesuche bedient werden

Die Zivilschutzorganisation Werdenberg vermittelte in der ersten Woche Unterstützung für 64 Hilfesuchende. 239 Menschen sind bereit für Hilfseinsätze.

Heini Schwendener
Drucken
Teilen
Sandro Zweifel, Chef Lage der Zivilschutzorganisation Werdenberg, bereitet im Zivilschutzkommandoraum beim Spital Grabs Daten für die Lagebesprechung auf.

Sandro Zweifel, Chef Lage der Zivilschutzorganisation Werdenberg, bereitet im Zivilschutzkommandoraum beim Spital Grabs Daten für die Lagebesprechung auf.

Bild: Heini Schwendener

Am Mittwoch, 18.März, hat die Zivilschutzorganisation (ZSO) Werdenberg in ihrem Kommandoposten beim Spital Grabs wegen der Coronapandemie eine Meldestelle für die Bevölkerung eingerichtet. Personen, die Unterstützung im Alltag brauchen sowie Personen, die sich für Hilfeleistungen zur Verfügung stellen möchten, können sich bei der Stelle melden. Die Leute der Zivilschutzorganisation sorgen für die Triage.

Kontaktdaten der Meldestelle

Seit dem 18. März betreibt die Zivilschutzorganisation Werdenberg eine Meldestelle. Mit dem Aufruf zum «Miteinander und Füreinander» wenden sich die Werdenberger Gemeinden an die Bevölkerung. Falls Personen Unterstützung im Alltag benötigen oder Personen Hilfeleistungen übernehmen können und wollen, werden sie gebeten, sich telefonisch oder per Mail an die Meldestelle zu wenden. (she)
Meldestelle ZSO:
Telefon 081 772 02 71 (8-17 Uhr; Telefonbeantworter ausserhalb der Bürozeiten); E-Mail: meldestelle@zso-werdenberg.ch

Die Bilanz nach einer Woche kann sich sehen lassen. Bis Mittwochabend, 25.März, haben sich 239 Leute aus der Region Werdenberg bei der Meldestelle registrieren lassen. Sie sind bereit, Menschen im Alltag zu unterstützen. Diesem Angebot standen bis Mittwochabend 64 Hilfesuchende gegenüber. Alle diese Hilfegesuche konnten bedient werden dank der Triage durch die Meldestelle der ZSO Werdenberg. In drei Fällen reichte die ZSO die Anfrage an das Kompetenzzentrum Jugend (KOJ) der Sozialen Dienste Werdenberg weiter, «weil dort die erforderlichen Kompetenzen waren», sagt Roland Huber, Kommandant der ZSO Werdenberg.

«Diese Solidarität beeindruckt, viele Leute wollen helfen»

Roland Huber, Kommandant der ZSO Werdenberg, ist erfreut: «Mehr als 200 Menschen haben bereits ihre Hilfe angeboten. Diese Solidarität beeindruckt, viele Leute wollen helfen.» Sandro Zweifel, Chef Lage im Kommandoposten in Grabs, erzählt:

«Es melden sich alle möglichen Leute, sogar Teenager, die ihre Hilfe anbieten.»

Aufgabe der Stabsassistenten der ZSO, welche die Meldestelle betreuen, ist es, Hilfesuchende und die freiwilligen Hilfeleistenden aus der Bevölkerung möglichst passend zusammen zu bringen.

Stabsassistenten des Zivilschutzes betreiben seit dem 18. März die Meldestelle.

Stabsassistenten des Zivilschutzes betreiben seit dem 18. März die Meldestelle.

Bild: Heini Schwendener

Die Personen, die ihre Hilfe anbieten, werden in Gruppen eingeteilt: Wer eignet sich für welche Leistungen, wer ist wie mobil, wer wohnt wo, wer hat welche speziellen Qualifikationen? Den Kontakt mit den Hilfesuchenden nehmen die Hilfeleistenden selber auf, die beiden Seiten sprechen sich gegenseitig ab. Zivilschützer sind in dieser Phase der Coronakrise erst die Vermittler. Wenn sich die Lager aber verschärft und die Hilfsgesuche rapid ansteigen, wird der Zivilschutz auch mit eigenen Leuten gefordert sein, Hilfsbedürftige zu unterstützen.

Es werden noch immer Helferinnen und Helfer gesucht

Auch wenn bisher noch bei weitem nicht alle, die ihre Hilfeleistung angeboten haben, auch zum Einsatz gekommen sind, so ist man beim Zivilschutz froh, wenn sich weitere hilfsbereite Personen melden. Sandro Zweifel, Chef Lage der ZSO Werdenberg, hilft manchmal beim Telefondienst der Meldestelle aus und führt die Statistik der Anfragen und Angebote nach. Zweifel sagt:

«In den vergangenen Tagen ist die Zahl der Gesuche um Unterstützung angestiegen.»

Je länger die Coronakrise andauert, desto stärker wird die Zahl der Hilfesuchenden ansteigen. Roland Huber vermutet: «Bei vielen Leuten, die bisher von ihren Vorräten gelebt haben, um sich nicht unnötig unter Leute begeben zu müssen, sind die Vorräte bald aufgebraucht. Dann werden bei der Meldestelle mehr Hilferufe eintreffen.»

Appell an Risikogruppen: Nutzen sie das Angebot

Roland Huber und Sandro Zweifel appellieren eindringlichst an die Menschen aus der Risikogruppe, sich bei Bedarf umgehend an die Meldestelle zu wenden. Leider wollten sich noch immer zu viele Leute nicht eingestehen, dass sie eigentlich Hilfe brauchen könnten. Die freiwilligen Helferinnen und Helfer, die von der Meldestelle vermittelt werden, unterstützen die besonders gefährdeten Personen bei der Erledigung von Alltagsgeschäften (Einkäufe, Kinderbetreuung, Fahrdienste, Medikamentenlieferung usw.).

Im Kommandoposten der ZSO beim Spital Grabs sind derzeit vier bis sechs Zivilschützer im Einsatz. Sie betreuen unter anderem die Meldestelle. Sandro Zweifel bereitet jeden Tag die aktuelle Coronalage auf den Stufen Bund, Kanton und Region auf, damit an den Lagebesprechungen alle auf dem gleichen Stand sind. Die ZSO ist bereit. «Unser Hauptaugenmerk gilt der Unterstützung des Gesundheitswesens», sagt Huber, «wir bieten Unterstützung, wenn deren Personal an die Kapazitätsgrenzen stossen sollte.»