Die Liechtensteiner Spielbanken werden auch für den Staat zu Goldeseln

Die Spielcasinos in Liechtenstein werden zu Goldeseln. Sie haben im vergangenen Jahr 80 Millionen Franken eingenommen.

Dorothea Alber
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Das Casino Admiral in Ruggell ist bezüglich Bruttospielertrag klar die Nummer Eins im Fürstentum Liechtenstein.

Das Casino Admiral in Ruggell ist bezüglich Bruttospielertrag klar die Nummer Eins im Fürstentum Liechtenstein.

Bild: Tatjana Schnalzger

Als das erste Casino im Fürstentum Liechtenstein vor drei Jahren eröffnete, ahnten wohl die Wenigsten, was auf Liechtenstein zukommt. Inzwischen steht ausser Frage, dass Klein-Las-Vegas seinen Reiz hat – nicht nur für die Betreiber.

Zenit beim Spielumsatz scheint noch nicht erreicht zu sein

Von Jahr zu Jahr steigen die Einnahmen sprunghaft an. Waren es 2017 noch 14 Millionen Franken an Bruttospielertrag, so haben sich mit der Zahl der Spielbanken auch ihre Einnahmen erhöht. Anstatt sich nur gegenseitig das Wasser abzugraben, scheint die Branche mit den nun sechs bestehenden Casinos – zumindest im vergangenen Jahr – ihren Zenit noch nicht erreicht zu haben.

Inzwischen ist der Bruttospielertrag sprunghaft auf 80 Millionen Franken angestiegen – 50 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Auch wenn die Casinos zwar betonen, dass ihre Auszahlungsquote bei 97 Prozent liegt, so steht dieser Betrag von 80 Millionen für genau jenes Geld, das Spieler gesetzt und verspielt haben.

«Rien ne vas plus»? Bisher war das Fehlanzeige

Platzhirsch am Markt ist das Casino Admiral mit knapp 55 Millionen Franken an Bruttospielertrag, den alleine das Casino in Ruggell absahnen konnte. Sein deutlich kleinerer Ableger in Triesen durfte sich über 1,1 Millionen freuen.

An zweiter Stelle hinter Admiral in dem Ranking liegen die Casinos Austria in Schaanwald, die über 22 Millionen an Bruttospielertrag generieren konnten, wie aus dem Geldspielbericht des Amtes für Volkswirtschaft hervorgeht.

Fast 30 Millionen für die Staatskasse

Immerhin verdient der Staat dabei kräftig mit: Das Casino Ruggell muss 20 Millionen an den Staat in Form einer Geldspielabgabe abdrücken.

Alle Casinos zusammen spülten im vergangenen Jahr fast 30 Millionen Franken in die Staatskasse. Weil die Abgaben für die Spielbanken progressiv gestaltet sind, erhöhte sich dieser durchschnittlich um ein knappes Prozent.

Amt nimmt Personalabgänge unter die Lupe

Die steigende Konkurrenz scheint scheint Fluch und Segen zugleich zu sein. Denn die Strahlkraft eines Zockerparadieses lockt Spieler an. Doch durch den Konkurrenz-Kampf mussten Casino Admiral und Casinos Austria zahlreiche Personalabgänge im vergangenen Jahr verschmerzen.

Das Amt für Volkswirtschaft, bei dem die Geldspielaufsicht angesiedelt ist, verlangte nach einem Gespräch mit den Geschäftsführern monatliche Mitarbeiterlisten. Im Dezember 2019 – pünktlich zur Eröffnung von Casino Nummer vier in Bendern – entspannte sich die Personalsituation wieder.

Immer mehr Spieler sind gesperrt

Weniger erfreulich war für die Betreiber wohl, dass einige Kunden wegbrechen. Waren 2018 noch 940 Spieler für Liechtensteiner Casinos gesperrt, sind es 2019 bereits 1828. Ein schlechtes Zeichen scheint das nicht zu sein.

«Nach der Meldung von mehreren versuchten und erfolgreichen unerlaubten Zutritten überprüfte die Geldspielaufsicht bei allen Spielbanken die Zutrittsprozesse und verglich sie mit den Videoaufzeichnungen», heisst es im Bericht. Das Amt konnte keine Mängel feststellen.

Die Aufsicht kontrollierte, ob die Sozialkonzepte eingehalten werden und wertete über 26 000 Datensätze zu Besuchsfrequenz, Früherkennung, Selbstsperren und angeordnete Sperren aus. Bald wird das Amt noch mehr Arbeit haben, denn das Casino Nummer sechs in Schaan will Anfang des kommenden Jahres eröffnen.