Die Leitung der Werdenberger Schlossfestspiele hat entschieden, den Anlass vom 8. bis 22. August durchzuführen.

Sie sollen ein fröhlicher Farbtupfer in der coronageprägten Zeit werden und die Menschen wieder auf andere Gedanken bringen. Am Freitag haben die Direktion und die Verwaltung der Werdenberger Schloss-Festspiele nach langem Abwägen beschlossen, die geplante «Carmen»-Oper wie vorgesehen vom 8. bis 22. August 2020 aufzuführen – nötigenfalls auch mit bis jetzt bewilligtem 300-Personen-Publikum.

Merken
Drucken
Teilen
Bald wieder Oper am See: Ein Szenenbild aus «La Traviata», mit der die Schloss-Festspiele vor zwei Jahren einen beeindruckenden Neustart hingelegt haben.

Bald wieder Oper am See: Ein Szenenbild aus «La Traviata», mit der die Schloss-Festspiele vor zwei Jahren einen beeindruckenden Neustart hingelegt haben.

Bild: Robin Egloff

(pd) Gleichzeitig ist ein umfassendes Sicherheitskonzept für die Abwicklung der Festspiele verabschiedet worden. Es wird sowohl den Gästen als auch den Beteiligten den erforderlichen Schutz für ein unbeschwertes Opernerlebnis ohne Ansteckungsgefahr bieten.

Corona-Sicherheitsdelegierten in Direktion gewählt

Der Entscheid beendet eine anhaltende, lange Diskussion betreffend die Durchführung der traditionsreichen Oper in der Region. Dass die Werdenberger Schloss-Festspiele an der Oper im August 2020 festhalten hat vier Gründe. «Wir haben ein sehr professionelles Sicherheitskonzept, das in enger Zusammenarbeit mit Fachleuten von verschiedenen schweizerischen Verbänden entstanden ist. Wir sind so flexibel bei den Bauten, dass wir viele Sicherheitsmassnamen, wie zum Beispiel die räumlichen Vorgaben, rein durch bauliche und organisatorische Massnahmen schon erfüllen können. Bei Open-Air-Aufführungen ist die Ansteckungsgefahr zudem um ein Mehrfaches geringer als in geschlossenen Räumen. Und wir sind organisatorisch so gut aufgestellt, motiviert und in den Vorbereitungen so weit fortgeschritten, dass wir das gemeinsam meistern können», sagt Kuno Bont, der Leiter der Direktion. Zudem ist man zuversichtlich, dass die Teilnehmerzahl für solche Anlässe bis August noch weiter geöffnet wird.

Die Werdenberger Schlossfestsspiele haben vor zwei Jahren einen erfolgreichen Neustart gemacht.

Die Werdenberger Schlossfestsspiele haben vor zwei Jahren einen erfolgreichen Neustart gemacht.

Robin Egloff

Dem Entscheid vorausgegangen ist ein mehrere Wochen dauerndes Hinterfragen und Überprüfen von Vor- und Nachteilen, eine Chorumfrage sowie eine enge Zusammenarbeit mit dem Sinfonieorchester Liechtenstein, dessen Direktor William Maxfield und anerkannten Fachleuten. Unter ihnen auch der einheimische Jörg Gantenbein, der als Präsident des Schweizer Verbandes technischer Bühnen- und Veranstaltungsberufe, an vorderster Front bei der Erstellung des gesamtschweizerischen Schutzkonzeptes für Theater-, Konzert- und Veranstaltungsbetriebe mitbeteiligt ist. Ihn haben nun die Werdenberger Schloss-Festspiele als Corona-Sicherheitsdelegierten in die Direktion gewählt. Damit stellen sie den professionellen Vollzug der Sicherheitsvorschriften und die erforderliche Fachkompetenz sicher.

Ein neues Setting für die Aufführung

Manches wird bei der Oper im kommenden August gegenüber einem Normalbetrieb etwas anders sein. «Aber sie wird ein eindrückliches Musik- und Bühnenerlebnis bleiben und die dafür nötige Atmosphäre haben», sagt der Leiter der Direktion. Um den Coronasicherheitsbestimmungen gerecht zu werden, ist das gesamte Setting der Werdenberger Schloss-Festspiele neu geplant worden.

«Ein Vorteil, der sich aus dem Umstand ergeben hat, dass wir unsere Infrastruktur sowieso bei jeder Inszenierung von Grund auf neu bauen müssen»,

erklärt Kuno Bont. Die neue Oper am Werdenberger See wird einer Arena gleichen und auf drei im Halbkreis angelegten Tribünen ausreichend Platz bieten, dass die verlangten Sicherheitsabstände eingehalten werden können. Zudem wird die Bühne deutlich vergrössert. Weil dies direkt am See nicht möglich wäre, verschieben die Organisatoren die gesamte Infrastruktur einige Meter weiter auf den grossen Marktplatz.

Der Vorverkauf für den Anlass wird intensiviert

Für die künstlerische Leitung mit William Maxfield (Musik) und Regisseur Kuno Bont (Regie) wird die Durchführung unter Coronabedingungen eine künstlerische Herausforderung werden, die sie aber mit Zuversicht, Elan und vielen guten Ideen angehen. «‹Carmen› lässt physische Distanz und emotionale Nähe in funktionaler Wechselwirkung zu», sagt Regisseur Kuno Bont.

Wie die Direktion weiter mitteilt, ist die Hälfte der Tickets verkauft oder reserviert. Es verbleiben nun noch zwei Monate, um die restlichen Tickets unter die Leute zu bringen. Deshalb wird der Vorverkauf unter www.carmen20.ch intensiviert. Zudem wird im Tourist-Infozentrum am Eingang zum Städtli Werdenberg ab 10. Juni eine zusätzliche öffentliche Verkaufsstelle eingerichtet.