«Die kleine Kneipe» im Dorf Frümsen ist ein beliebter Treffpunkt

In Elsbeth Rüdisühlis «Besebeizli» treffen sich Seniorinnen und Senioren aus nah und fern für gemütliche Stunden bei einem Kaffee, Most oder Bier. Es wird auch fleissig gejasst.

Heidy Beyeler
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In Elsbeth Rüdisühlis «Besebeizli» wird gerne diskutiert. (Bilder: Heidy Beyeler)

In Elsbeth Rüdisühlis «Besebeizli» wird gerne diskutiert. (Bilder: Heidy Beyeler)

Vor 16 Jahren haben Elsbeth und Andreas (genannt Res) Rüdisühli aus Frümsen die Marktfahrerei altershalber aufgegeben. Während 20 Jahren waren sie gemeinsam unterwegs und verkauften Fleischwaren auf Ostschweizer Märkten. 123 Märkte pro Jahr besuchten sie regelmässig.

Elsbeth Rüdüsühli war es gewohnt zu arbeiten. Also schlug sie ihrem Mann vor, nachdem sie keine Märkte mehr besuchten, das grosse Haus im Grütt umzubauen, um eine Besenbeiz zu betreiben. Anstoss zu dieser Idee gab schliesslich der «Sternen», der geschlossen wurde. Dazu kam, dass sie auf diese Weise die Gelegenheit nutzten konnte, wieder zu ihrem angestammten Beruf zurückkehren.

Rückkehr zu den beruflichen Wurzeln

Elsbeth Rüdisühli-Ritter ist in Altstätten an der alten Stossstrasse mit fünf Geschwistern aufgewachsen, auf einem Bauernhof mit der Gastwirtschaft Schützenhaus. Nach der Schule verbrachte sie ein Jahr in der Ferne. Danach kehrte sie nach Hause zurück, besuchte die Bäuerinnenschule am Custerhof und machte anschliessend die Wirteprüfung. «Damals musste man noch die Wirtefachschule absolvieren, um ein Restaurant zu betreiben», erklärt Elsbeth Rüdisühli. «Ich habe schon immer Freude gehabt, als Gastgeberin tätig zu sein. Ich habe als Kind von meiner Mutter sehr viel gelernt und wusste deshalb schon früh, was es heisst, Gastgeberin zu sein.»

Gastgeberin Elsbeth Rüdisühli wählt mit einem Gast an der Jukebox verschiedene Evergreens aus.

Gastgeberin Elsbeth Rüdisühli wählt mit einem Gast an der Jukebox verschiedene Evergreens aus.

Später übernahm sie als Wirtin die Pacht der «Traube» Sennwald. Dort hat sie Res Rüdisühli kennen gelernt, verliebte sich, heiratete, gab die «Traube» auf, und war jahrelang mit ihrem Mann und drei Verkaufswagen unterwegs, mit Trockenfleisch, das sie auf den Märkten verkauften – bis die beiden 2003 «d’Besebeiz» eröffneten.

Ein Treffpunkt mitten im Dorf

Heute ist «die kleine Kneipe», wie Elsbeth Rüdisühli ihr Beizli nach dem Schlager von Peter Alexander gerne nennt, ein besonderer Treffpunkt. Nicht umsonst: In ihrer Kneipe steht eine alte Jukebox mit vielen Evergreens und Ländlern von anno dazumal. Für zwei Franken bekommen die Gäste heute noch sieben ausgewählte Titel zu hören. Die Jukebox in Restaurants hat bereits Seltenheitswert, hilft aber, in Erinnerungen aus vergangener Zeit zu schwelgen.


Die aufmerksame Gastwirtin nennt ihren Treffpunkt auch gerne Dorfbeizli, weil es in Frümsen definitiv nichts mehr gibt, wo man sich treffen kann. Kein Café, kein Restaurant; nichts, ausser der Schule, dem Rathaus und dem Bäcker, der ausschliesslich am Samstag von 6 bis 11 Uhr geöffnet hat. Dorfbeizli sagt man heute, weil Elsbeth Rüdisühli – seit zwei Jahren Witwe – geregelte Öffnungszeiten anbietet: Von Mittwoch bis Samstag von 14 Uhr bis 23 Uhr, und sonntags von 10 Uhr bis 23 Uhr. Das bedeutet: Während vier Tagen ist sie neun Stunden voll und ganz für Ihre Gäste da. Am Sonntag sind es sogar 13 Stunden.

Gäste aus einem grossen Umkreis

Dass die Dorfbeiz ein gut besuchter Treffpunkt ist, zeigt die Anzahl Besucher, die hier regelmässig ein und aus gehen. Schon in den frühen Nachmittagsstunden ist die gemütliche Gaststube besetzt mit spontanen Besuchern wie auch mit regelmässig wiederkehrenden Stammgästen. So trifft man immer wieder Bekannte. Unter ihnen auch zwei sportliche Seniorinnen, die regelmässig von Räfis nach Frümsen wandern, um im Dorfbeizli einzukehren

Sie kommen zum Beispiel über die Ewigkeitsstrasse (von Grabs bis Frümsen), oder über Wildhaus nach Frümsen. Aus Liechtenstein gibt es ebenfalls Stammgäste, genauso wie aus dem Rheintal, aus Oberriet, Kriessern und natürlich aus Altstätten, wo Elsbeth Rüdisühli aufgewachsen ist. Selbstverständlich hat es auch Gäste aus der näheren Umgebung und aus dem Dorf.

Auf die Frage, wie es denn in der Dorfbeiz zu und her gehe, wenn Wahlen bevorstehen, sagte Elsbeth Rüdisühli zurückhaltend:

«Ich bin sicher, dass es demnächst wieder spannend wird – vor allem im Hinblick auf die Gemeindewahlen – weil mit Sicherheit viele, emotionale Diskussionen stattfinden werden.»