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Die Jagdstatistik im Visier

Neben den Abschusszahlen von Hirschen, Rehen, Gämsen und Co. scheinen in der Jagdstatistik viele weitere interessante Zahlen und Fakten auf. Sie betreffen Tiere, Krankheiten und Plagen.
Jessica Nigg
Wildschweine fühlen sich im Gebiet Sevelen/Buchs/Grabs «sauwohl». (Bild: zolastro/Fotolia)

Wildschweine fühlen sich im Gebiet Sevelen/Buchs/Grabs «sauwohl». (Bild: zolastro/Fotolia)

Im Kanton St. Gallen wurden 2017 so viele Rothirsche wie noch nie erlegt und der Bestand an Wildschweinen steigt weiter an – dies sind zwei der Haupterkenntnisse der der Ende Mai veröffentlichten kantonalen Jagdstatistik 2017. In den Zahlenkolonnen verbergen sich viele weitere Informationen. So erklärt Silvan Eugster, Wildhüter des Wildhutkreises 2 (Rheintal bis Werdenberg), dass vor einigen Jahren auf dem Gemeindegebiet von Grabs ein Waschbär erlegt und ebenfalls schon vor einigen Jahren im Toggenburg ein Waschbär überfahren wurde. Er mutmasst, dass durchaus noch weitere Waschbären in der Region unterwegs sein könnten.

Krankheiten als Indiz für hohe Bestände

Die höchsten Zahlen in der Kategorie Fallwild sind auch im vergangenen Jahr auf Rehe (719) und Füchse (850) entfallen. Aber auch viele Steinmarder (163), Dachse (285) sowie verwilderte Katzen zollten der Natur – oder in sehr vielen Fällen leider auch dem Strassenverkehr – ihren Tribut. Während die einen Tiere dem harten Winter und dem hohen Verkehrsaufkommen zum Opfer fielen, litten andere unter Krankheiten. So macht beispielsweise den Füchsen im Werdenberg seit 2013 die Räude das Leben schwer. Seit ein paar Monaten gibt es auch Fälle von Staupe-Erkrankungen. «Beides spricht für einen hohen Fuchsbestand», erklärt Silvan Eugster.

Ebenfalls angestiegen ist in den vergangenen Jahren der Dachsbestand. Keine Freude daran hatten die Menschen in den Wohngebieten, die sich über umgedrehte Rasen ärgerten. Daher war die Wildhut bemüht, den Bestand zu reduzieren, was sich in den Abschusszahlen spiegelt: Nachdem im Jahr 2016 noch 205 Dachse erlegt wurden, waren es im vergangenen Jahr 309.

Ähnlich verhält es sich bei den Wildschweinen: Ein höherer Bestand sorgt für grössere Schäden, welche entschädigt werden müssen. Nachdem im Jahr 2016 noch 72 Tiere erlegt wurden, waren es im vergangenen Jahr 104. «Beim Schwarzwildabschuss sind Schwankungen üblich», erklärt Silvan Eugster, «da das Schwarzwild hohe Zuwachsraten hat und dadurch der Bestand je nach Wetter und Nahrungsangebot schwanken kann.» Im Kanton gebe es vier Hotspots: Rüthi/Oberriet, Sevelen/Buchs/Grabs, Fürstenland sowie See und Gaster.

Jagd auf Tauben, Krähen und Kormorane

In der Jagdstatistik werden auch diverse Vogelarten genannt: So wurden im vergangenen Jahr unter anderem 442 Stockenten, 50 Eichelhäher und 24 Elstern erlegt. Mit Abstand am höchsten war allerdings die Abschusszahl bei den Rabenkrähen. 859 Tiere wurden erlegt, 338 mehr als noch im Jahr davor. «Die Probleme mit Ragenkrähen in der Landwirtschaft haben in den vergangenen Jahren zugenommen, daher war man bemüht, Abschüsse zur Schadensminimierung zu tätigen», erklärt Eugster die hohen Zahlen.

Jagd auf Tauben ausgedehnt

Buchstäblich ins Visier genommen wurden in den vergangenen Jahren auch die Ringel- und die Strassentaube: 2016 (109) deutlich mehr Ringeltauben erlegt, als vergangenes Jahr (31). Dies liege daran, so Eugster, dass es im Fürstenland 2016 deutlich mehr Sonnenblumenfelder gegeben habe als 2017. Umgekehrt verhält es sich mit der Strassentaube. 2016 wurden 198 Strassentauben geschossen, vergangenes Jahr waren es mit 283 knapp 100 Tiere mehr. «2017 häuften sich die Probleme mit Strassentauben in Freilaufställen, daher wurden im vergangenen Jahr deutlich mehr Strassentauben geschossen.»

Schliesslich wurden auch deutlich mehr Kormorane erlegt. Die Zahl der Abschüsse nahm von 58 (2016) auf 131 (2017) zu. «Der Kormoranabschuss wird im Kanton St. Gallen vor allem im Laichgebiet der Äsche getätigt, damit diese gefährdete Art bessere Chancen hat», sagt Silvan Eugster und erklärt, dass Kormorane in harten Wintern diese Gebiete häufiger aufsuchten und daher die Zahl der Abschüsse von Kormoranen im vergangenen Winter gestiegen sei.

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