Die Jäger im Kanton St.Gallen erfüllten ihre Hegeaufgaben

Weil einige Teilnehmer die «normale Grippe» hatten, griffen die Corona-Bestimmung an der Hegeschau in Sargans nicht.

Ignaz Good
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Reges Interesse: Besucher der Rotwild-Hegeschau in Sargans begutachten die ausgestellten Geweihe.

Reges Interesse: Besucher der Rotwild-Hegeschau in Sargans begutachten die ausgestellten Geweihe. 

Bild: Ignaz Good

806 Rothirsche und Kahlwild wurden 2019 mit Blick auf die Gleichgewichtsregulierung in der Natur im Kanton St.Gallen erlegt. Dominik Thiel, Leiter des Amts für Natur, Jagd und Fischerei, äusserte sich in Sargans an der jährlichen Rothirsch-Hegeschau positiv über die Einhaltung der Abschussvorgaben.

Das erlaubte Kontingent wurde unterschritten

Im Jahr 2003 wurde aus der «Trophäenschau» – infolge geänderter Abschussvorschriften im Kanton St.Gallen – eine Rotwild-Hegeschau. Schon längst gehört diese alljährliche Veranstaltung im Sarganserland zu den renommiertesten in der Schweiz. Diese hat in den letzten Jahren jeweils rund um die 1000 Waidmänner aus den insgesamt 152 kantonalen Jagdrevieren, sowie Behördenvertreter und Gäste aber auch Hegefreunde aus umliegenden Kantonen, sowie aus Österreich und dem Fürstentum Liechtenstein angelockt.

Es wurde eine interessante Waidmannveranstaltung

Am Freitagabend wurde in der Markthalle School, erstmals an einer Rothirschhegeschau – in Hinsicht auf drastischem Rückgang von Gamsbeständen – ein fünfjähriges, kantonales Pilotprojekt mittels Trophäenschau lanciert. Was zu einem noch grösseren Besucheransturm hätte führen können. Was wiederum zu einer Absage der Jäger- und Heger-Veranstaltung – infolge bundesrätlichem Verdickt bezüglich Pandemiegefahr – ausgehen vom Corona-Virus – geführt hätte. Weil im Vorfeld viele Teilnehmer infolge «normaler Grippe» abgesagt haben, wurde das erlaubte Kontingent deutlich unterschritten.

Es wurde eine interessante Waidmannveranstaltung, an der Regierungsrat Bruno Damann; Amtsleiter Dominik Thiel; der Stv. Abteilungsleiter Jagd, Arno Puorger, sowie der Wildökologe Hubert Schatz beim Amt in Vorarlberg, das Interesse der Anwesenden rund drei Stunden hochgehalten hat. Vor dem offiziellen Teil konnten sämtliche Hirsch- und Gamsgeweihe von den Jägern und Interessierten gesichtet werden.

Die 1. Gamshegeschau in Sargans diente als Initialzündung

Regierungsrat Bruno Damann, Vorsteher des Volkswirtschaftsdepartementes, kam nach kurzer Grussbotschaft umgehend auf den besorgniserregenden Rückgang der Gamsbestände im gesamten Alpenbogen in den letzten Jahren zu sprechen. Die schweizerische Statistik zeigt, dass von 1993 bis 2003 die normalisierenden Abschüsse um fünfzig Prozent reduziert wurden, um Kompaktheit der Herden nicht zu gefährden. Die hochansteckende infektiöse Krankheit der Augen (Gamsblindheit), sowie aussergewöhnliche Winter mit vielen Lawinenabgängen in den letzten zwei Jahren, hat den Bestand zusätzlich dezimiert, was 30 Prozent weniger regulierende Abschüsse in der ganzen Schweiz nach sich zog.

Die 1. Gamshegeschau in Sargans diente als Initialzündung, um Gämsenpopulation zu fördern und künftig besser zu schützen. Damit in einigen Jahren, eine nachhaltige jagdliche Nutzung erreicht wird. Das Pilotprojekt der sehr sensiblen Wildart ist auf fünf Jahre angelegt und mit dem Vorstand Revier Jagd St.Gallen abgesprochen. Detailliertere Informationen rund um die Gamsbestände, Verhalten, Trends und Entwicklung waren aus profundem Munde vom Stv. Abteilungsleiter Jagd, Arno Puorger bei seinem Referat zu hören.

Wichtige Regulierung des Bestandes

Der Leiter des Amtes für Natur, Jagd und Fischerei, Dr. Dominik Thiel hat viel dazu beigetragen, dass sich die kantonale Jagdbewirtschaftung auch bezüglich Rothirsch in seiner siebenjährigen Wirkungszeit erfreulich entwickelt. Im Jahr 2019 wurden total 806 Stück Rotwild zur Strecke gebracht. 67 Wiederkäuer mehr als in der Vorsaison. Wovon 170 Stiere und 636 weibliche Tiere verschiedensten Alters, in der Jägersprache als Kahlwild bezeichnet. Das vorgegebene Abschusskontingent konnte in den drei Hegegemeinschaften nahezu in allen Belangen erfüllt werden. Einzig im Gebiet Werdenberg, Seeztal Nord, Toggenburg, See und Gaster wurde bei den Hirschen nur 67 Prozent und beim Kahlwild 87 Prozent der Forderung erreicht.