Die Hundesteuer steigt in einigen Gemeinden massiv an

Mit Inkrafttreten des neuen Hundegesetzes im Kanton St.Gallen steigen dieses Jahr in den meisten Gemeinden die pro Tier fällig werdenden Abgaben.

Adi Lippuner
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Die deutsche Schäferhündin Flair neben einem der zahlreichen, in der Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann aufgestellten, Robidog-Behälter.

Die deutsche Schäferhündin Flair neben einem der zahlreichen, in der Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann aufgestellten, Robidog-Behälter.

Bild: Adi Lippuner

Wer einen Hund hält, weiss, dass einiges für den vierbeinigen Liebling zu berappen ist. Nebst den Anschaffungskosten gibt es Rechnungen vom Tierarzt, das tägliche Futter, Ausgaben für Leinen, Auto- Transportbehälter, Spielzeuge und Kuscheldecken.

Zudem wird jährlich eine Steuerabgabe an die Gemeinde fällig. Das alte Gesetz erlaubte einen Spielraum von 60 bis 120 Franken, neu darf die Steuer zwischen 60 und 200 Franken betragen.

Zur Deckung der Vollzugsmassnahmen und Abklärung bei gefährlichen Hunden – dafür ist seit 1. Januar der Kanton zuständig – sind dem Kanton pro Tier zehn Franken abzuliefern.

In allen Gemeinden gibt es Anpassungen

Eine Umfrage bei den Gemeinden im Werdenberg und im obersten Toggenburg ergab folgendes Bild: In Wildhaus-Alt St.Johann waren bisher 60 Franken für den ersten und je 100 Franken für den zweiten und jeden weiteren Hund zu bezahlen. Neu werden für den ersten Hund 80 Franken, ab dem zweiten Hund pro Tier 120 Franken fällig.

In Gams bezahlten die Hundehalter bisher 60 Franken für den ersten Hund und für jeden weiteren je 100 Franken, neu sind für jeden Hund 100 Franken zu bezahlen.

Ebenfalls 100 Franken pro Hund werden in Grabs fällig, bisher waren es 60 Franken für den ersten und 100 Franken für jedes weitere Tier im gleichen Haushalt.

Auch Sennwald hat sich für eine neue Hundesteuer in der Höhe von 80 Franken entschieden, bisher waren es 60 Franken für den ersten und 100 Franken für jeden weiteren Hund.

150 Franken in der Stadt Buchs

In der Region haben die Hundehalter neu in Buchs die höchsten Abgaben zu entrichten. Pro Tier werden 150 Franken fällig. Bisher waren es 60 Franken für den ersten und 100 Franken pro Tier ab dem zweiten Hund im gleichen Haushalt.

Kanton für Probleme mit Hunden zuständig

Mit Inkrafttreten des neuen Hundegesetzes sind Vorfälle dem kantonalen Amt für Veterinärwesen zu melden. Adi Lippuner
Region Im neuen Jahr müssen sich Hundehalter an einige Veränderungen gewöhnen. So haben die Gemeinden die jährlich anfallenden Steuern erhöht und bei Problemen und Vorfällen mit Hunden sind nicht mehr die Gemeinden, sondern der Kanton, konkret das kantonale Amt für Verbraucherschutz und Veterinärwesen, zuständig. Um die Mehraufwendungen des Kantons zu bezahlen, haben die Gemeinden von jeder eingezogenen Hundesteuer zehn Franken abzuliefern. Doch was sind eigentlich «Vorfälle mit Hunden»? Auf der entsprechenden Website ist aufgelistet, dass Hunde, die einen Menschen oder einen anderen Hund gebissen haben oder sonst übermässig aggressiv erscheinen, gemeldet werden können. Auch auffällige Hunde, die sich unbeaufsichtigt im öffentlichen Raum bewegen und/oder ein übermässiges Aggressionsverhalten zeigen, sollten gemeldet werden. Als Zusatz ist zu lesen: «Eine Meldung sollte auch dann erfolgen, wenn durch solche Hunde noch keine Menschen oder andere Tiere verletzt worden sind. Die dafür nötigen Formulare sind auf der Website des Amtes abrufbar. Oft sind Hundehalter und Spaziergänger nicht gleicher Meinung. Amtstierarzt Thomas Christen hat deshalb ergänzende Fragen beantwortet. So heisst es im Gesetz ganz klar: «Der Hund muss jederzeit wirksam unter Kontrolle sein.» Grundsätzlich könne ein entsprechendes Fehlverhalten gemeldet werden und jede Person sei frei, eine Beschwerde einzureichen. Der Amtstierarzt plädiert aber dafür, zuerst das Gespräch mit dem Hundehalter zu suchen.

In Sevelen sind neu pro Hund 100 Franken zu entrichten, die alte Regelung verlangte 60 Franken für das erste Tier und jeweils 100 Franken pro weiteren Hund im gleichen Haushalt.

In Wartau wird es bei mehreren Hunden günstiger

In Wartau fahren Halter, die ein zweites oder drittes Tier halten, in Zukunft etwas günstiger, wird doch neu für jeden Hund 120 Franken fällig. Vorher waren es 120 Franken für den ersten Hund und für jedes weitere Tier je 200 Franken.

Die eingezogenen Hundesteuern werden in den Gemeinden für den Unterhalt der Robidog-Behälter verwendet. Bei rund 400 Hunden in der Gemeinde Wartau, deren 490 in Grabs und rund 250 in Gams gibt es diesbezüglich einiges an Arbeit zu bewältigen.

Im ganzen Kanton sind rund 29'000 Hunde registriert und mit den zehn Franken Abgabe pro Hund erhält der Kanton für die neu anfallenden Aufgaben rund 290'000 Franken.