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Die Heimat Schweiz gefeiert

Die offizielle Bundesfeier der Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann wurde im Oberdorf mit einem vielfältigen Programm bereichert. Festredner war Stadtpräsident Mathias Müller aus Lichtensteig.
Die Frage, mit was man das «Geburtstagskind» Schweiz beschenken könnte, beantwortete Regierungsrat Marc Mächler unter anderem mit einem Beitrag zur positiven Entwicklung des Landes.Bild: Martin Broder

Die Frage, mit was man das «Geburtstagskind» Schweiz beschenken könnte, beantwortete Regierungsrat Marc Mächler unter anderem mit einem Beitrag zur positiven Entwicklung des Landes.Bild: Martin Broder

Im Wildhauser Oberdorf begann die 1. August-Feier schon am Nachmittag mit einem Kinderprogramm, bei dem die Kleinen geschminkt wurden und sie Lampions basteln konnten. Zudem gab es musikalische Unterhaltung mit dem Pop- und Rock-Duo «Just Two». Für die zahlreichen Gäste offerierte die Bergbahnen Wildhaus AG freie Fahrt ins Oberdorf. Dort fand der abendliche Teil der Bundesfeier infolge aufkommender unsicherer Witterung im Berggasthaus statt. Die Bürgermusik Wildhaus spielte, und auch die Wildhauser Alphornbläser hatten ihren Auftritt. Aufmerksames Zuhören und grosser Applaus war dabei den Auftretenden sicher.

«Schweiz beweg dich – Schweizer bewegt sie»

Die Festansprache hielt CVP-Kantonsrat Mathias Müller. Er ist der Stadtpräsident von Lichtensteig sowie auch der Präsident der Stiftung Klangwelt Toggenburg und Präsident des Fördervereins Bildungsstandort Toggenburg. «Schweiz beweg dich – Schweizer bewegt sie» war das Motto. Der Redner präsentierte zuerst eine ältere Schreibmaschine, auf der er vor 26 Jahren einen Aufsatz über einen ganz normalen Sommertag schrieb. Das waren die Heuferien mit der Familie am steilen Hang hinter dem Haus. «Heute muss ich auf Heuferien verzichten, verbringe die Tage schwitzend im Büro statt auf der Wiese», sagte er.

Mathias Müller deutete mit verschiedenen Beispielen an, wie sich sein Leben in den letzten 25 bis 30 Jahren verändert hat. «So stark hat sich auch die Schweiz verändert. Wir haben es hervorragend in der Schweiz und wir können dankbar sein, dass wir in einem solch grossartigen Land leben dürfen. Deshalb dürfen wir heute auch mit Stolz den Nationalfeiertag an diesem schönen Ort gemeinsam feiern.» Neben dem Stolz, den viele pflegen, seien auch Klagen, Jammern und Bedauern zu hören über die Veränderungen, welche die Schweiz und unser Leben beeinflussen, sagte der Redner. «Früher war es besser.» Der Wandel fordere seinen Tribut in der Schweiz, im Toggenburg, in den Gemeinden und bei jedem einzelnen. Mathias Müller erklärte: «Die subjektive Wahrnehmung ist falsch – die gute Botschaft ist nämlich, dass nach nahezu allen Massstäben die Welt und auch die Schweiz besser sind als je zuvor.»

Dem Wandel nicht verschliessen

Die Welt stehe auch in Zukunft nicht still, das Tempo erhöhe sich gar. Digitalisierung, Globalisierung, demografischer Wandel oder Urbanisierung würden vieles auf den Kopf stellen. «Diesem Wandel können wir uns nicht verschliessen und müssen uns in allen Belangen weiterentwickeln: gesellschaftlich, kulturell, wirtschaftlich und politisch.» Der Geburtstagswunsch an die Schweiz mit «Bleib so wie du bist» sei nicht Erfolg versprechend. Vielmehr wünschte sich Mathias Müller «Schweiz beweg dich – Schweizer bewegt sie!» Denn dieser Weg sei nicht neu, unsere Vorfahren hätten oft und erfolgreich die Vorwärtsstrategie gewählt. «Die heutige Wirtschaftskraft, Wettbewerbsfähigkeit, politische Stabilität, Bildungsqualität, Wohlstand und andere Dinge sprechen eine eindeutige Sprache.» Der erfolgreiche Umgang mit dem Wandel und die Pionierarbeit hätten trotz, oder gerade wegen unserer komplizierten Strukturen in der Schweiz so gut funktioniert, betonte Mathias Müller. «Die Entscheidungswege sind lang und verschlungen, kein Wunder, hat doch die Schweiz vier Sprachen, 26 Kantone, 2222 Gemeinden, grosse Unterschiede zwischen Stadt und Land, viele politische Parteien und starke und komplexe internationale Beziehungen.»

Ein funktionierendes Land überlassen

Neben der Eigenverantwortung sei es wichtig, «dass wir die künftigen Chancen und Entwicklungen erkennen und diese mutig und kreativ nutzen», sagte der Redner auch. Und: «Letztlich sollten wir die Zukunft in der Schweiz mir Freude und Zuversicht angehen. Wir alle sind vergleichsweise eine kurze Zeit auf der Welt. Diese Zeit sollten wir Sinn stiftend nutzen, um etwas zu bewirken, die Zukunft zu gestalten und unseren Nachkommen ein funktionierendes Land zu hinterlassen, so wie wir es heute geniessen dürfen.»

Am Schluss der Feier wurde für die kleinen Bundesfeier-Besucher ein Lampionumzug veranstaltet – mit LED-Lämpchen.

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