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Die Folgen des Sommers in der Region

Der vergangene Sommer wird nicht so schnell in Vergessenheit geraten. Über Wochen zog sich das makellose Wetter hin. Hitze und Trockenheit der letzten Monate werden auch in Zukunft noch spürbar sein.
Miriam Cadosch
Der heisse Sommer hat in der Region Spuren hinterlassen. (Bild: Donato Caspari)

Der heisse Sommer hat in der Region Spuren hinterlassen. (Bild: Donato Caspari)

Die Temperaturen sinken, die Morgen werden allmählich bitterkalt. Noch sind die Leute nicht wirklich auf die Kälte vorbereitet. Kein Wunder, der Hitzesommer dürfte den meisten noch in den Gliedern stecken. Über Wochen wurde die Schweiz von trockenem Wetter und heissen Temperaturen begleitet. Doch der warme Sommer war nicht nur Segen. In der Ostschweiz herrschte eine fünfmonatige Regenarmut. Diese hatte sich gemäss Meteo Schweiz gar zu einem Jahrhundertereignis entwickelt. Vom April bis im August fehlte hierzulande der Regen von zwei bis drei Sommermonaten. Daraus resultierte das massivste Regendefizit seit Messbeginn. Dies machte vor allem der Wasserversorgung in der Landwirtschaft zu schaffen. Eine braune Landschaft statt saftiger Wiesen war kein seltener Anblick.

Trotzdem ist der Sommer 2018 nicht der Extremste seit Beginn der Aufzeichnungen. Der Jahrhundertsommer 2003 lässt sich nicht von seinem Thron stossen und gilt noch immer als der prägendste Hitzesommer. Der Unterschied machte vor allem seine extreme Wärme im Juni und August, die massive Folgen hatte. Der Sommer 2018 war verhältnismässig weniger heiss, dafür geht er mit seiner Trockenheit, die bereits ab April herrschte, in die Geschichtsbücher ein.

Der Sommer bleibt noch eine Weile spürbar

Noch sind die Auswirkungen der Trockenheit schwierig einzuschätzen. Mit Folgen ist allerdings zu rechnen: «Es wird in vielen Gebieten Monate dauern, bis sich die Grundwasserpegel wieder normalisiert haben. Bei den Wäldern bleibt abzuwarten, wie stark die enorme sommerliche Trockenheit den einzelnen Baumarten geschadet hat», erklärt der Klimatologe Stephan Bader von Meteo Schweiz. Ein weiteres Problem macht sich bereits bemerkbar: «Den Bauern fehlt das Winterfutter für die Tiere, da im heissen und trockenen Sommer viel zu wenig Heu produziert werden konnte», sagt Stephan Bader. Dies könnte auch in Zukunft problematisch werden, wie Kenny Vogt von der Wetterstation Balzers erklärt: «Wir müssen damit rechnen, dass solche Hitzesommer und trockene Perioden öfters auftreten, genauso wie auch Starkniederschläge häufiger werden dürften.» Ein eindeutiger Trend in diese Richtung sei aber noch nicht erkennbar.

Ob und wie sich der Sommer auf das Wetter im kommenden Winter auswirkt, bleibt ungewiss. «Die Veränderlichkeit der Wettermaschine von Jahreszeit zu Jahreszeit ist gross. Nach dem extremen Hitzesommer 2003 folgte zum Beispiel ein sehr kühler Oktober mit Schnee bis in tiefere Lagen», so Stephan Bader. Die Trockenheit könnte jedoch auch im Winter ein Problem werden, wie Kenny Vogt erklärt: «Der grösste Teil des Jahresniederschlags fällt im Sommerhalbjahr bei warmen Temperaturen. Im Winter kann kalte Luft weniger Wasser aufnehmen. So müssen wir derzeit davon ausgehen, dass wenn es nicht bald zu flächendeckenden und lang anhaltenden Niederschlägen kommt, die Trockenheit im Winter anhält. Der Rhein führt beispielsweise schon jetzt aussergewöhnlich wenig Wasser und erreicht sein Jahresminimum erst im Februar.»

Klimaerwärmung in der Schweiz spürbar

Die Frage, ob die Trockenheit des vergangenen Sommers auf die Klimaerwärmung zurückzuführen sei, ist schwierig zu beantworten. «Ein heisser Sommer alleine macht noch keine Klimaerwärmung», ist Stephan Bader überzeugt. «Es ist die Häufung von solchen Sommern in den vergangenen Jahren, welche ein klares Signal für die laufende Klimaerwärmung in der Schweiz ist.»

Die seit Messbeginn im Jahr 1864 aufgezeichneten, überdurchschnittlich warmen Sommer, veranschaulichen dies deutlich. Vier der sechs wärmsten Sommer in der Schweiz gab es nach der Jahrtausendwende: Nach 2003 war 2015 der zweit wärmste, vor 2018 und 2017. Dahinter folgen 1947 und 1994.

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