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Die FDP Sevelen analysiert ihre Wahlniederlage

Überraschend wurde der in der Gemeinde ziemlich unbekannte Ruedi Kühne (parteilos) in den Gemeinderat gewählt. Das Resultat war aus Sicht der FDP kein Votum gegen ihren bekannten Kandidaten oder gegen die Partei.
Heini Schwendener
Die Parteilosen sind im Seveler Gemeinderat ab Juli in der Mehrzahl, nur noch drei Mandatsträger/innen sind Mitglied einer Partei. (Bild: PD/Collage: sbu)

Die Parteilosen sind im Seveler Gemeinderat ab Juli in der Mehrzahl, nur noch drei Mandatsträger/innen sind Mitglied einer Partei. (Bild: PD/Collage: sbu)

Am vergangenen Sonntag war die Seveler Stimmbürgerschaft bei der Ersatzwahl in den Gemeinderat in der komfortablen Situation, die Auswahl zwischen zwei valablen Kandidaten zu haben. Es galt, den zurücktretenden FDP-Mandatsträger Remco Hitzert zu ersetzen. 41 Prozent der Sevelerinnen und Seveler haben von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht – und ein überraschendes Resultat erzeugt.

Denn nicht der grosse Favorit Christian Vetsch, in Sevelen aufgewachsen, Verwaltungsrat der Ortsgemeinde, Vizepräsident der FDP-Ortspartei und während zehn Jahren Präsident des TV Sevelen, machte das Rennen. Gewählt wurde Ruedi Kühne, parteilos, zwar seit 19 Jahren in Sevelen wohnhaft aber in der Bevölkerung weitgehend unbekannt.

Die FDP als stärkste Partei in der Gemeinde verliert damit einen ihrer drei Sitze im siebenköpfigen Gemeinderat. Markus Scheurer, Präsident der FDP-Ortspartei, sagt ohne Umschweife: «Natürlich sind wir enttäuscht über diesen unerwarteten Wahlausgang.» Er habe hochgerechnet und sei zum Schluss gekommen, dass Christian Vetsch wohl etwa 450 Stimmen erhalten werde, «was eigentlich für das absolute Mehr reichen müsste». Laut Scheurer hat aber die relativ gute Stimmbeteiligung das absolute Mehr auf 499 hochgeschraubt. Vetsch erzielte mit 446 Stimmen das von Scheurer erwartete Resultat. Doch für Kühne gab es 532 Stimmen und letztlich einen beachtlichen Vorsprung.

Nicht immer sind Zugezogene ohne Chance

Markus Scheurer kommt bei seiner Analyse des Resultats zum Schluss: «Die SP hat sich für den Kandidaten Kühne ausgesprochen. Sie hat ihre Leute offenbar gut mobilisiert.» Scheurer verweist zudem darauf, dass es schon mehrmals vorgekommen sei, dass die Kandidaten, die in Sevelen aufgewachsen sind, in Wahlen gegen Zugezogene unterlagen. Er spricht damit auch vergangenen Wahlen ins Gemeindepräsidium an. Allerdings hält der FDP-Präsident auch fest, dass mit Ruedi Kühne ein Gegenkandidat mit ebenfalls guten Qualitäten zur Wahl stand.

Markus Scheurer: «Die SP hat ihre Leute offenbar gut mobilisiert.»

Gibt es nicht noch andere Gründe für das Scheitern des Favoriten? Der W&O sprach Scheurer beispielsweise auf die vielen Rücktritte von FPD-Mandatsträgern in den vergangenen Jahren an, teils nach ganz kurzer Amtszeit. «Wie die Stimmbürgerschaft das aufgenommen hat, kann ich nicht beurteilen. Die Gründe für die Rücktritte waren auf jeden Fall unterschiedliche», sagt Markus Scheurer. Eine andere These: Seit Jahren profilieren sich FDP-Exponenten bei jeder Gelegenheit als unerbittliche Kritiker des Gemeindepräsidenten und der Arbeit des Gemeinderates, obwohl doch die FDP mit ihren drei Ratsmitgliedern die stärkste Fraktion im Gemeinderat stellte.

Parteilose sind in der Mehrzahl

Der siebenköpfige Seveler Gemeinderat besteht ab 1. Juli neu aus vier Parteilosen (Gemeindepräsident Roland Ledergerber, Christian Gerhardt, Ursula Wunder, Ruedi Kühne), aus zwei FDP-Mitgliedern (Schulratspräsidentin Esther Hagmann, Anian Vogel) und einer SP-Frau (Claudia Billet). Im Seveler Schulrat sind die Parteilosen mit Alex Schwendener, Patrizia Büchler und Christian Langenegger seit Beginn der Amtsperiode in der Mehrzahl. Mit Esther Hagmann (FDP) und Michael Derungs (SVP) sind nur zwei aus dem fünfköpfigen Gremium Mitglied einer Partei. (she)

«Die stärkste Partei muss kritisch hinterfragen»

Scheurer glaubt nicht, dass seine Partei deswegen an der Wahl vom vergangenen Sonntag abgestraft wurde. Er kontert vielmehr: «Erstens stellten wir auch mit drei Leuten nicht die Mehrheit im Rat. Und zweitens ist es doch die Pflicht der stärksten Partei in der Gemeinde, kritisch zu hinterfragen. Wenn wir das nicht tun, wer macht’s denn sonst?» Die FDP wird trotz ihres Sitzverlustes mit Esther Hagmann und Anian Vogel weiterhin die stärkste Fraktion im Gemeinderat. Sie will aber bei nächster Gelegenheit ihren dritten Sitz wieder zurückgewinnen.

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