Die Exporte im Werdenberg kamen 2018 nicht an Rekordjahr 2017 heran

Waren im Wert von über 1,8 Millionen Franken verliessen 2018 das Werdenberg. Das Rekordjahr von 2017 konnte somit nicht mehr erreicht werden. Im 4. Quartal brachen die Exporte um mehr als 20 Prozent ein.

Katharina Rutz
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Noch nie wurden aus dem Werdenberg so viele Waren ins Ausland exportiert wie im Jahr 2017. 1,89 Milliarden Franken waren es. Das Jahr 2018 kam nun nicht mehr ganz an diesen Wert heran. Die Exporte sanken um rund 64 Millionen Franken oder vier Prozent und betrugen etwas mehr als 1,82 Milliarden Franken. Im Jahr 2002 lagen die Exporte aus dem Wahlkreis Werdenberg mit rund 900 Millionen Franken noch unter einer Milliarde. «Das schlechtere Ergebnis 2018 im Vergleich mit dem Vorjahr könnte auf Währungsdifferenzen zurückzuführen sein», sagt Christian Eggenberger, Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Sarganserland-Werdenberg.

Zum schlechteren Ergebnis im vergangenen Jahr trug vor allem das 4. Quartal 2018 bei, wie die neusten Zahlen der Fachstelle für Statistik des Kantons St. Gallen zeigen. Das Werdenberg verlor in diesem Quartal verglichen mit derselben Vorjahresperiode mehr als 20 Prozent. Im Jahr 2017 verkaufte das Werdenberg von Oktober bis Dezember Waren im Wert von rund 500 Millionen Franken. Ein Jahr später waren es noch rund 400 Millionen Franken. Dies bedeutet einen Rückgang von 23,6 Prozent (teuerungsbereinigt). Woher dieser Einbruch komme, konnte auch Christian Eggenberger nicht begründen.

Anders sieht die Lage im Toggenburg aus. Das Toggenburg knackte 2018 erstmals überhaupt die 500-Millionen-Grenze. Die Exporte im 4. Quartal 2018 stiegen dann auch im Vergleich zum 4. Quartal 2017 um sechs Prozent. Das Toggenburg exportierte im 4. Quartal 2018 Waren im Wert von 133 Millionen Franken. Dort sind die Ausfuhren um 5,5 Prozent gestiegen.

Rheintal ist die stärkste Exportregion im Kanton

Die Exporte im Sarganserland stiegen im 4. Quartal 2018 um 2,4 Prozent. Die exportstärkste Region im Kanton St. Gallen ist übrigens das Rheintal mit einem Exportvolumen von rund 4,5 Milliarden Franken. Der ganze Kanton exportierte 2018 Waren im Wert von 12 Milliarden Franken.

Im ganzen Kanton St. Gallen sanken die Ausfuhren um 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Besonders betroffen vom Exporteinbruch war ausgerechnet die im Werdenberg stark vertretene Warengruppe Metall, Maschinen und Fahrzeuge. Diese Warengruppe macht zusammen regelmässig mehr als die Hälfte aller Ausfuhren des Kantons St. Gallen aus.

Metall-, Maschinen- und Fahrzeug-Exporte sanken

Im Werdenberg betrug der Anteil dieser Warengruppe an den Gesamtexporten gar 70 Prozent. Im Werdenberg war der Einbruch um über 30 Prozent noch ungleich höher. Auch schweizweit sanken die Exorte in dieser Warengruppe. Die Wahlkreise St. Gallen und Sarganserland hingegen weisen leichte Zunahmen aus. Die Exporte aus dieser Warengruppe über den ganzen Kanton St. Gallen gesehen, sind im
4. Quartal 2018 gegenüber dem 4. Quartal 2017 um über zwölf Prozent gesunken.

Da die Waren aus der Metall-, Maschinen- und Fahrzeugbranche als Investitionsgüter gelten, sind sie weniger saisonalen Schwankungen unterworfen als Konsumgüter wie beispielsweise Nahrungsmittel. Veränderungen in dieser Warengruppe können daher den allgemeinen Verlauf der wirtschaftlichen Entwicklung anzeigen.

Spitzenplatz auch bei den Importen

Bei den Importen nimmt das Jahr 2018 ebenfalls einen Spitzenplatz ein. Ins Werdenberg importiert wurden Waren im Wert von 1,14 Milliarden Franken. Im Vergleich zum Vorjahr sind dies rund 80 Millionen Franken mehr. Das höchste Importvolumen seit 2002 verzeichnete das Werdenberg allerdings im Jahr 2008 mit 1,18 Milliarden Franken.
Im Toggenburg waren die Importe 2018 mit rund 381 Millionen Franken im Vergleich seit 2002 ebenfalls hoch. Dieser Wert wurde nur in den Jahren 2013 (rund 390 Millionen Franken) und 2008 (rund 394 Millionen Franken) übertroffen.

Der Kanton St. Gallen importierte insgesamt Waren im Wert von 9,7 Millionen Franken. Auch hier liegt bei den verschiedenen Wahlkreisen Rheintal mit rund 2,5 Milliarden Franken an der Spitze.