Die CVP Werdenberg tauschte sich über die regionale Bildung aus

Im Vorfeld zu den Wahlen lud die CVP Werdenberg zusammen mit ihren Kandidaten zu einem spannenden Austausch zum Thema Bildung ein.

Heidy Beyeler
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CVP Werdenberg diskutiert mit Fachleuten über den Bildungsstandort Werdenberg – von links Peter Jehli, Lothar Ritter, Barbara Dürr und Christine Egger-Schöb.

CVP Werdenberg diskutiert mit Fachleuten über den Bildungsstandort Werdenberg – von links Peter Jehli, Lothar Ritter, Barbara Dürr und Christine Egger-Schöb.

Bild: Heidy Beyeler

Barbara Dürr, Kantonsrätin, übernahm die Moderation dieses Abends im Buchserhof. Bedauerlicherweise konnte sie die Hauptreferentin und Regierungsratskandidatin (CVP), Susanne Hartmann aus Wil, nicht begrüssen, da diese von einer Grippe heimgesucht wurde.

Grosses Bildungsangebot in kleiner Region

Das gewählte Thema war dem Bildungsstandort Werdenberg gewidmet. Barbara Dürr stieg mit der Frage in die Thematik ein: «Was macht den Bildungsstandort Werdenberg so speziell?» Sie stellte fest, dass in der relativ kleinen Region Werdenberg ein grosses Bildungsangebot vorhanden ist.

Peter Jehli, Berufs- und Laufbahnberater BIZ Buchs, stellte die Berufs- und Laufbahnberatung vor. Diese ist sehr wichtig, vor allem wenn Jugendliche oder auch Erwachsene nicht genau wissen, wohin die Reise der Berufswahl gehen soll. Jugendlichen, welche die Kantonsschule besuchen, wird auch eine Studium-Laufbahnberatung angeboten.

70 bis 80 Lehrstellen können nicht besetzt werden

Wie wichtig das duale Bildungssystem für Industrie und Gewerbe ist, betonte Christine Egger-Schöb, Holzbau Schöb AG. In ihrem Betrieb werden jedes Jahr fünf bis sieben Lernende (Zimmermann, Schreiner, Bauzeichner und KV) ausgebildet. «Wir machen Eltern darauf aufmerksam, dass es überhaupt nicht falsch ist, einen handwerklichen Beruf zu lernen», sagte Christine Egger-Schöb. «Die Ansprüche sind hoch. Deshalb müssen Bewerber bei uns zuerst einmal schnuppern, damit sie auch wissen worauf sie sich einlassen, wenn sie tagelang auf einer Baustelle arbeiten müssen. Als Betrieb stehen wir voll und ganz hinter dem dualen ­Bildungssystem.» Allerdings können derzeit 70 bis 80 Lehrstellen in der Region aus Mangel an Lernenden nicht besetzt ­werden.

Die Zukunft steht mit dem Campus

Über die nächsthöhere Stufe der Ausbildung referierte Lothar Ritter, Rektor Interstaatliche Hochschule für Technik NTB Buchs. Gleich zu Beginn schaffte er Klarheit: «Wenn man die (technische) Berufslehre absolviert hat oder das Gymnasium mit der Matura abgeschlossen hat und bereit ist, ein Industriepraktikum von einem Jahr zu machen, dann steht eigentlich dem Besuch einer Fachhochschule nichts im Weg.»

Die NTB ist eigentlich eine kleine Entwicklungsfirma mit rund 230 Angestellten und rund 120 wissenschaftlichen Mitarbeitenden (Ingenieure ab 25), die «mit Geld von der Industrie arbeiten». Dazu kommen rund 40 Professoren, die je etwa zur Hälfte in der Forschung arbeiten. «Wir sind auch eine Lehrfirma und bilden pro Jahr in drei Berufen zwischen 13 und 15 ­Lernende aus», erklärt Lothar Ritter.

Wirtschaft brauche solche Leute

Etwa 85 Prozent der Studierenden gelangen über das duale System zur NTB und haben bereits eine Berufslehre in einem der vielen technischen Berufe in der Tasche. Ungefähr 15 Prozent der Studierenden kommen nach der gymnasialen Matura und einem einjährigen Praktikum zur NTB – Tendenz steigend. Es sei deshalb wichtig, dass vermehrt Menschen, die ihre Berufsmatura gemacht haben, oder Gymnasiasten sich entscheiden, eine weitere Ausbildung an einer Fachhochschule zu machen. Die Wirtschaft brauche auch solche Leute.

«Bildungsmöglichkeiten auf einem derart kleinen Perimeter gibt es nur in Buchs – sonst ­nirgendwo in der Schweiz – inklusive Arbeitsplätze, wo das, was man erarbeitet, auch anwenden kann», sagte Ritter beinahe euphorisch. «Die Zukunft für ein Campus steht vor der Haustüre.»