Die Atmosphäre ist der Mehrwert Buchser Freitagsmarktes gegenüber dem Einkaufen im Laden

Kunden und Marktfahrer schätzen den Buchser Freitagsmarkt gleichermassen. Nun ist Winterpause bis nach Ostern.

Corinne Hanselmann
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Andrang am Gemüsestand: Die frischen Produkte aus der Region werden gerne gekauft. Der Samichlaus war gestern beim Freitagsmarkt zu Besuch und verteilte Brötchen.

Andrang am Gemüsestand: Die frischen Produkte aus der Region werden gerne gekauft. Der Samichlaus war gestern beim Freitagsmarkt zu Besuch und verteilte Brötchen.

Corinne Hanselmann
Bettina Fischer, Kundin aus Buchs

Bettina Fischer, Kundin aus Buchs

Am Freitagvormittag herrschte auf dem Alvierparkplatz geschäftiges Treiben. Frauen und Männer, von Jung bis Alt, erledigten an den Marktständen mit rot-weiss gestreiften Stoffdächern ihre Einkäufe. Gemüse, Brot, Fisch, Fleisch, Käse, Teekräuter und Olivenöl sind nur ein Teil der erhältlichen Produkte. Zum letzten Mal in diesem Jahr fand der Buchser Freitagsmarkt statt.

«Mir gefällt die spezielle Atmosphäre am Markt. Ich kaufe hier gerne frische Produkte ein und unterstütze so auch Produzenten aus der Region»
Heini Kurer, Marktfahrer aus Berneck

Heini Kurer, Marktfahrer aus Berneck

sagt Bettina Fischer aus Buchs. Sie sei nicht jede Woche hier, aber doch immer wieder mal, sagt sie.

«Ich mag den direkten Kundenkontakt», sagt Heini Kurer aus Berneck. Er ist Marktfahrer und verkauft unter anderem geräuchertes Fleisch von seinen Schafen und Schweinen.

«Beim Markt können Leute auch fragen, woher das Fleisch kommt. Das ist viel persönlicher, als wenn man im Laden eine Packung aus dem Gestell nimmt.»

Werkhof der Stadt Buchs stellt die Marktstände bereit

Bei Beda Bianchi konnte man Gravlachs probieren.

Bei Beda Bianchi konnte man Gravlachs probieren.

Auch Regula Eggenberger, die Eier, Käse, Teigwaren und Konfi vom Ruggeller Bangshof verkauft, gefällt die Marktatmosphäre. Ausserdem schätzt sie das gute Verhältnis zu den anderen Marktfahrern, die sie jede Woche trifft. Eggenberger ist als Platzchefin für die Einteilung der Stände zuständig, die jede Woche vom Werkhof der Stadt Buchs bereitgestellt werden.

Frisches Gemüse wird gerne gekauft.

Frisches Gemüse wird gerne gekauft.

«Für die Unterstützung vom Werkhof sind wir sehr dankbar», betont Cristina Schlegel. Sie ist Präsidentin der IG Buchser Freitagsmarkt und stets darum bemüht, dass die Marktatmosphäre «schön» ist. Denn dies sei der Mehrwert gegenüber dem Einkaufen im Laden. Dazu gehöre auch, dass der Markt geschäftig wirke, also Besucher kommen.

«Man muss zudem Marktfahrer haben, die von ihrem Produkt begeistert sind und dahinterstehen.»
Der Samichlaus war gestern zu Besuch.

Der Samichlaus war gestern zu Besuch.

Auch eine gewisse Grosszügigkeit gehöre dazu. So gibt es beispielsweise mal eine Degustation, Brot direkt aus dem Holzofen oder, wie gestern, einen Besuch vom Samichlaus. Dadurch werde der Markt lebendiger. Man müsse den Kunden zeigen, dass die Zeit, die sie hier verbringen, guttut, so Schlegel. «Hier kann man sich treffen, miteinander sprechen, mal ein Rezept austauschen. Man muss dadurch als Kunde vielleicht auch mal zwei Minuten länger warten, als wenn man in einen Laden geht und sofort bedient wird. Aber das gehört eben dazu.»

In der Tat ist die Stimmung fröhlich und locker. Es wird gelacht, geredet, ein Kaffee zusammen getrunken. Und man wünscht sich einen guten Winter. Erst ab Ostern trifft man sich nämlich wieder beim Freitagsmarkt.

Auch Brot wird gerne gekauft am Markt.

Auch Brot wird gerne gekauft am Markt.

Corinne Hanselmann

Nach dem gestrigen Saisonschluss zieht die Marktchefin Cristina Schlegel Bilanz:

Cristina Schlegel, Präsidentin der IG Buchser Freitagsmarkt.

Cristina Schlegel, Präsidentin der IG Buchser Freitagsmarkt.

Wie ist die Saison gelaufen?

Cristina Schlegel: Wir haben Glück gehabt mit dem Wetter, sind mehrheitlich verschont geblieben von Stürmen und Dauerregen. Das hat einen grossen Einfluss auf die Besucherfrequenz.

Kamen viele Kunden zum Freitagsmarkt?

Über mehrere Jahre gesehen schwankt die Besucherfrequenz immer ein wenig. Das hat auch mit Generationenwechsel zu tun. Manchmal kommen junge Eltern mit kleinen Kindern, dafür kommen Ältere, die nicht mehr mobil sind, nicht mehr. In diesem Jahr war die Besucherzahl eher etwas rückläufig, aber das haben wir schon mehr erlebt und wir sind guter Hoffnung, dass sie auch wieder steigt.

Spüren Sie den Trend hin zu plastikfreiem Einkauf?

Ja, der Umgang mit dem Plastiksack hat sich verändert. Immer mehr Leute bringen ihre eigenen Taschen mit oder es wird gewünscht, dass mehrere Gemüsesorten in eine Tasche eingepackt werden. Das war früher nicht so, da hat man alles getrennt und einzeln verpackt.

Was macht für Sie den Freitagsmarkt aus?

Ich finde, Buchs darf und soll einen Markt haben. Er würde fehlen, wenn es ihn nicht mehr geben würde. Für mich ist der Markt eine Art wöchentliches Zusammenkommen, ein lockeres, unformelles, kleines Fest, das Alt und Jung zusammenbringt.