Diakonieverein
«Ein Haus voller Leben»: Der Papierhof als Leuchtturmprojekt

Der Diakonieverein Werdenberg informierte am Freitagabend über das Projekt Diakoniehuus.

Hanspeter Thurnherr
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Vorstand, Projektleiter und Mitarbeitende des Diakonievereins informierten (von links): Peter Graf, Elke Pereyra, Präsident Christoph Buschor, Waltraud Eggenberger, Thomas Beerle, Doris Schudel und Willi Ruppaner.

Vorstand, Projektleiter und Mitarbeitende des Diakonievereins informierten (von links): Peter Graf, Elke Pereyra, Präsident Christoph Buschor, Waltraud Eggenberger, Thomas Beerle, Doris Schudel und Willi Ruppaner.

Hanspeter Thurnherr

Vorstandsmitglied Waltraud Eggenberger konnte als Moderatorin zahlreiche Vereinsmitglieder und Interessierte aus den umliegenden Gemeinden und aus Grabs «zu diesem maritimen Abend» im evangelischen Kirchgemeindehaus begrüssen. Leuchttürme, Muscheln, Schiffe als Dekoration wiesen auf die Vision des Vereins hin: Der Papierhof gegenüber der Migros in Buchs soll zum Diakoniehuus und damit zu einem Leuchtturmprojekt umgestaltet werden.

Vereinspräsident Christoph Buschor verdeutlichte: «Es soll ein Haus voller Leben, ein Ort der Begegnung für Menschen in speziellen Lebenssituationen, für Freiwillige, die sie unterstützen und begleiten, aber auch für alle anderen Menschen werden. Ein Leuchtturm für Menschen in Not – aber auch ein Ort, wo man miteinander unterwegs ist und wo der Glaube Hände und Füsse bekommt.» Dazu brauche es aber Unterstützer auf allen Ebenen.

Die bisherigen Projekte werden weitergeführt

Ein grosser Unterstützer wird die Stiftung Saluz Amann sein, welcher der Papierhof in Buchs gehört. Deren Vertreter Jack Saluz, dessen Eltern die Stiftung gegründet haben, sagte: «Dieses Projekt ist im Sinne der Stiftung und unserer Eltern, soziale christliche Arbeit zu unterstützen.» Die Stiftung ist grundsätzlich bereit, das Haus im Sinne der Vision Diakoniehuus umzubauen, den nötigen Betrag zu investieren und dann dem Diakonieverein zu vermieten.

Vereinspräsident Christoph Buschor präzisierte: «Die Stiftung ist bereits im Gespräch mit dem Architekten. Die Zeichen für das Diakoniehuus stehen auf Grün.» Es brauche aber noch viel Arbeit und zahlreiche Abklärungen. Die bisherigen Projekte des Vereins wie zum Beispiel Lebensmittelabgabe LEBA, Treffpunkt Kafihalle, offener Trauertreff oder Seelsorge und Begleitung traumatisierter Personen sollen weitergeführt werden.

Ein Treffpunkt für Menschen in schwierigen Situationen

Wie Projektleiter Thomas Beerle erläuterte, soll das Diakoniehuus zur neuen Heimat für die bisherigen Arbeitszweige werden. Im Untergeschoss würde die Lebensmittelabgabe LEBA untergebracht. Im Erdgeschoss ist ein öffentliches Bistro als «Gesicht» des Hauses und als Türöffner zur Gesellschaft angedacht. Es soll auch zum Treffpunkt werden für Menschen in schwierigen Situationen, z. B. Migranten und Armutsbetroffene. Das heutige Chacolädeli als christlicher Geschenk- und Bücherladen soll integriert werden.

Im 1. und 3. Stock sind Büros und Sitzungsräume vorgesehen. Hier sollen Angebote vom Kompetenzzentrum Trauer über Seelsorge bis zur Traumatherapie Raum finden. Auch externe Mieter, etwa Sprachschule für Migranten, fänden hier Platz. Interesse zeige weiter die International Bible Fellowship (IBF). Diese englischsprachige Gemeinde biete Expats ein Stück Heimat in der Fremde. Im 2. Stock könnten im Begleiteten Wohnen für Menschen in herausfordernden Lebenslagen Unterstützung und ein Stückweit Gemeinschaft finden, um sich schrittweise wieder in die Gesellschaft eingliedern zu können.

Mit Gartenhag-Gesprächen auf Hürden reagiert

Die beiden Mitarbeiterinnen Waltraud Eggenberger und Elke Pereyra überraschten mit einem kreativen Jahresrückblick 2020. Spezielle Gegenstände standen symbolhaft für die Art, wie Mitarbeitende und Freiwillige auf spezielle Herausforderungen auf die Coronabeschränkungen reagierten. Gartenhag-Gespräche im Besuchsdienst sind ein solches Beispiel.

Kassier Willi Rupper präsentierte die Jahresrechnung 2020, die bei einem Aufwand von 177000 Franken mit einem Gewinn von rund 6000 Franken abschloss. Das Budget 2021 rechnet mit einem Defizit von 33000 Franken, doch bestehe zurzeit bei den Spendeneinnahmen leider eine «grosse Differenz» zum Budget.

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