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Toggenburg: Deshalb lässt man die toten Fichten stehen

Der Borkenkäfer – in diesem Fall der sogenannte Buchdrucker, der nur Fichten befällt – gehört ins hiesige Ökosystem. «Er neigt nach Sturmereignissen und Trockenheitsperioden zur Massenvermehrung», wie der Toggenburger Regionalförster Christof Gantner erklärt.
Jessica Nigg
Der Buchdrucker sorgt derzeit auch im Toggenburg für immense Schäden. (Bild: PD)

Der Buchdrucker sorgt derzeit auch im Toggenburg für immense Schäden. (Bild: PD)

«Eben ist die erste Generation ausgeflogen. Unter idealen Bedingungen kann er bis zu drei Generationen machen. Das multipliziert sich dann immens». Auf der Höhenlage von Wildhaus gebe es meistens eine, in seltenen Fällen auch zwei Generationen. «Das, was wir jetzt hier sehen, sind die Folgen der ersten Generation: Die Bäume verlieren relativ langsam ihre Nadeln, beziehungsweise werden braun.» Wenn man einen frischen Befall feststellen will, muss man nach Bohrmehl am Fuss des Stammes suchen.» Viele Menschen sind beunruhigt, dass sich immer mehr Fichten (und je nach Region auch andere Bäume) braun verfärben. Dass diese dann nicht gefällt werden, stösst dann nicht selten auf Unverständnis. Dabei gibt es für das Vorgehen der Forstdienste gute Gründe: Bei einem starken Käferbefall bringt vollständige Aufrüstung der befallenen Bäume wenig Erfolg. Die toten Bäume sind zudem Brutstätten und Futterlieferant für die Feinde des Borkenkäfers, die sich anfänglich viel langsamer als dieser selbst entwickeln. Dazu gehört zum Beispiel der Ameisenbuntkäfer oder der in der Region beheimatete Dreizehenspecht.

Ausserdem haben die toten Bäume immer noch eine gewisse Schutzfunktion vor Naturereignissen wie Steinschlägen, Schneegleiten oder Erosion. Beim aktuellen am Boden liegenden Holzpreis fehlt zudem der finanzielle Anreiz, alles Totholz abzutransportieren – vor allem wenn es kaum möglich ist, alles frische Käferholz rechtzeitig aus dem Wald zu schaffen. Totholz dient zudem als Habitat der Förderung der Artenvielfalt. Für zahlreiche Tiere, Pilze, Pflanzen und Flechten sind Totholz und alte Bäume eine wichtige Ressource. Vermoderndes Holz hat schliesslich für die natürliche Verjüngung der Nadelwälder im Gebirge eine grosse Bedeutung.

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