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Der Wartauer Kjetil Fausch will
"in jedem Gang das Beste geben"

Kjetil Fausch aus Weite wurde erstmals für das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest selektioniert. Sein Ziel: Acht Kämpfe bestreiten.
Robert Kucera
Um alle acht Gänge in Zug zu bestreiten, muss Kjetil Fausch (oben) einige seiner Gegner bodigen. (Bild: Robert Kucera)

Um alle acht Gänge in Zug zu bestreiten, muss Kjetil Fausch (oben) einige seiner Gegner bodigen. (Bild: Robert Kucera)

Das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest ist für die Vertreter dieser Sportart schlicht das höchste der Gefühle. Der 24-jährige Kjetil Fausch reist zum dritten Mal ans Eidgenössische – aber zum ersten Mal als aktiver Schwinger. «Die Kulisse macht es aus, die schiere Grösse», nennt er einen Grund, weshalb es für jeden Schwinger der wichtigste Anlass überhaupt ist. Es werden bis zu 400000 Festbesucher erwartet, die Arena selbst hat ein Fassungsvermögen von 56000 Zuschauern. Der zweite Grund ist der Titel des Schwingerkönigs. Mehr geht nicht in dieser Sportart. «Aber auch das ganze Rahmenprogramm ist speziell», erklärt Fausch weiter. «An normalen Schwingfesten gibt es keinen Einmarsch.»

"Es ist mein Ziel, in jedem Gang das Beste zu geben. Am Sonntag noch mal in die Arena zu laufen wäre schön"

Nur beim Kranzgewinn, so Fausch, sei das Eidgenössische nicht an der Spitze. «Verglichen mit den Bergfesten ist es nicht der am schwierigsten zu erreichende Kranz», stellt er klar. Doch da es den Eidgenössischen Kranz nur alle drei Jahre zu gewinnen gibt, ist der Druck um einiges grösser als an einem Bergfest. Im mentalen Bereich stellt das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest seine Athleten vor eine grosse Herausforderung.

Den zweitägigen Wettkampf im Training simuliert

Doch der Anlass geht auch kräfte- mässig an die Substanz. Schliesslich wird über zwei Tage geschwungen. «Wir haben diesen Winter sehr viel dafür getan, dass wir das packen», gibt Kjetil Fausch Auskunft über die seriöse Vorbereitung des Nordostschweizer Schwingerverbands (NOS). So wurde an zwei Tagen hintereinander geschwungen, dass sich die Schwinger daran gewöhnen. Seit der Selektion wurde das Training nochmals intensiviert, mit mehreren Einheiten pro Tag, um Wettkampfhärte zu erreichen. «Wir fühlen uns gut, haben uns gut vorbereitet», ist der Wartauer von der Marschrichtung überzeugt und blickt deshalb optimistisch aufs Fest.

"Es ist wichtig, in den Trainings in der letzten Woche den Körper nicht erschlaffen zu lassen. Die Einheiten sind weniger intensiv, in den Übungen setzen wir auf schnelle Bewegungen.» Ausserdem wird der Wettkampf simuliert. Denn hier erfolgt die grösste Umstellung für den Schwinger. Statt an einem Tag für sechs Gänge in rascher Folge bereit zu sein, sind es nun vier Gänge pro Tag mit langen Ruhephasen. Die Herausforderung ist, den Körper darauf einzustellen, dass dieser trotz längerer Inaktivität auf den Punkt bereit ist, sobald es im Sägemehl wieder Ernst gilt.

"Es ist wichtig, in den Trainings den Körper nicht erschlaffen zu lassen. In den Übungen setzen wir auf schnelle Bewegungen.»

Fragt man Fausch, wer der neue Schwingerkönig wird, schliesst er sich der Meinung vieler Experten in diesem Land an und sieht ein Quartett in der Favoritenrolle: Samuel Giger und Armon Orlik von seinem Verband, dazu die Innerschweizer Pirmin Reichmuth und Joel Wicki. «Giger und Reichmuth sind fit und bereit. Aber auch Wicki mit seinem Offensivdrang.» Ein Frage- zeichen gibt es bei Orlik. «Nur er weiss, wie es um seinen Rücken steht.»

Er zählt Armon Orlik zu den Favoriten

Bleibt nur noch zu klären, wen sich Fausch mehr auf dem Königsthron wünscht. Orlik oder Giger? «Das ist egal. Hauptsache Nordostschweiz», hält das Mitglied vom Schwingklub Wartau fest. «Ich habe es mit beiden gut», erzählt er weiter. Fausch vertritt somit die Meinung, dass die Berner Regentschaft vorbei ist. Doch er hebt den Mahnfinger: «Einen Christian Stucki darf man nie unterschätzen.» Eine Überraschung traut er ausserdem dem Emmentaler Matthias Aeschbacher zu.

Einen Kranz am Eidgenössischen im Hinterkopf: Dafür müsste beim Wartauer Kjetil Fausch alles zusammen passen. (Bild: PD)

Einen Kranz am Eidgenössischen im Hinterkopf: Dafür müsste beim Wartauer Kjetil Fausch alles zusammen passen. (Bild: PD)

Kleinere Brötchen bäckt derweil Kjetil Fausch. Mit der Qualifikation für das Eidgenössische ist das grosse Ziel erreicht. «Jetzt ist das Ziel, in jedem Gang mein Bestes zu geben.» Er will nicht zu weit nach vorne schauen, möchte in der Innerschweiz bewusst Gang für Gang nehmen. Aber eines steht fest: «Am Sonntag noch mal in die Arena ein- laufen wäre schön.» Dafür müsste der Wartauer in den vier Gängen vom Samstag eine gute Bilanz erzielen, um dem «Schnitt» zu entgehen. Nach dem sechsten Gang am Sonntag müssen dann die nächsten Schwinger die Rolle des Zuschauers einnehmen. «Schön wäre es, acht Gänge zu schwingen», gibt Fausch zu verstehen, dass er bis zum Schluss aktiv im Sägemehl dabei sein möchte. Vom Kranzgewinn redet der 24-Jährige bewusst nicht. «Aber es gab schon manche Überraschung an einem Eidgenössischen. Wer weiss ...»

Wenn Schwingen zum Mannschaftssport wird

Doch an sich allein darf er nicht denken. «Ich helfe dem Team, wo es nötig ist.» Dies gilt auch im Sägemehl: «Wir haben eine Spitze. Diese kann sich am Fest aber auch erst heraus kristallisieren. Mit der eigenen Schwingarbeit kann man dann die Konkurrenz der anderen Verbände ausbremsen, wenn es nötig ist», erläutert Fausch die Taktik, wenn Schwingen zum Mannschaftssport mutiert. «Das wird eine der schwierigsten Aufgaben», ist er sich bewusst. «Aber ich bin nicht der Erste, der für das in Frage kommt», verrät der Wartauer, der in Zug alles dafür tun wird, dass es für alle NOS-Schwinger gut herauskommt.

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