Der Umzug in eine neue Wohnung findet statt, aber streng nach Vorschrift

Seit Freitag herrscht auch im Werdenberg definitiv Klarheit: Der Bundesrat gab grünes Licht für einen Wohnungswechsel. Umzugsunternehmen halten die Vorschriften betreffend Hygiene genau ein.

Robert Kucera
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So nicht: Auch beim Zügeln, ob privat oder mit einem Umzugsunternehmen, muss der Abstand eingehalten werden.

So nicht: Auch beim Zügeln, ob privat oder mit einem Umzugsunternehmen, muss der Abstand eingehalten werden.

Symbolbild: Dominik Wunderli

In der Medienkonferenz von Freitagnachmittag hat Bundesrat Guy Parmelin für Gewissheit betreffend dem Thema Umzug gesorgt. «Der Bundesrat ist zum Schluss gekommen», erklärte Parmelin, «dass Zügeln weiterhin möglich ist. Ein Umzug kann stattfinden, wenn die Hygiene- und die Social-Distancing-Vorschriften des Bundesamts für Gesundheit respektiert werden können.»

Mit diesem Grundsatz will der Bundesrat verhindern, dass eine «unberechenbare Kaskade von Zügelverzögerungen» entsteht, die auch Rechtsfälle zur Folge haben könnte.

Zügelunternehmen sind froh über den Entscheid

Gespannt haben sämtliche Zügelunternehmen der Schweiz das weitere Vorgehen des Bundes erwartet. Panagiotis Pistolas von Vetsch & Koller sagt:

«Wir verfolgen täglich, was die neuesten Bestimmungen und Vorschriften sind.»

Im Buchser Zügelunternehmen herrscht derzeit Hochbetrieb. «Es ist ein stressiger Monat. Der März ist halt ein typischer Zügelmonat», erklärt er.

Dazu kommen wegen der Coronakrise mehr Telefonate von Kunden auf ihn und seine Kollegen zu. Wegen Gesundheitsbedenken wollten zahlreiche Werdenberger ihren Zügeltermin kurzfristig vorverlegen. Durch die hohe Auslastung war dies aber nicht möglich.

Selbst im Lift befindet sich nur eine Person

Bei Vetsch & Koller gehe alles den gewohnten Weg. Die Arbeit ruft, die Zügelprofis packen an, sie geben alles. «Aber wir müssen uns an die Bestimmungen und Vorschriften des Bundes halten», erklärt Pistolas die Lage. So sind in diesen Tagen Desinfektionsmittel und Handschuhe unverzichtbar. «Doch Schutzmasken waren einfach nicht mehr aufzutreiben.»

Der Kundenkontakt leidet so natürlich. Kein Händeschütteln, zwei Meter Abstand halten – auch unter den Zügelleuten – und während des Zügelns gibt es klare Regeln: Die Fenster werden geöffnet, und entweder sind die Personen des Zügelunternehmens in der Wohnung beschäftigt oder der Kunde. Aber nicht beide gleichzeitig.

«Wir müssen höllisch aufpassen heutzutage»

Selbst in den Lift steigt nur eine Person zusammen mit den Möbelstücken. «Es ist eine spezielle Situation. Wir müssen höllisch aufpassen heutzutage», hält Panagiotis Pistolas fest und betont:

«Die Massnahmen sind dazu da, dass man sich auch daran hält.»

Dem Umzug steht also nichts im Weg. Die Zügelunternehmen arbeiten wie sonst auch.

Mit einer Ausnahme: Vor dem Termin nimmt man mit den Kunden Kontakt auf und klärt die gesundheitliche Lage ab. «Wir wollen keine Risiken eingehen», bekräftigt Pistolas. Prompt musste Vetsch & Koller mit einer Kundin einen Termin nach hinten verschieben.

Eine Absage erfolgte aus hygienischen Gründen

In einem Fall aber folgte eine Absage, die nicht so gütlich ablief. Bei der Volumen-Kontrolle der zu zügelnden Ware beim Kunden am Vortag verschlug es Pistolas schon nach der Türöffnung den Atem. «Die Möbel und die Teppiche – alles war dreckig. Ich konnte es nicht verantworten, bei diesem Zustand meine Leute da zum Arbeiten reinzuschicken. Die Absage an den Kunden erfolgte aus hygienischen Gründen», erklärt Pistolas.

Fest steht: Unappetitliche Arbeitsbedingungen sind 365 Tage im Jahr ein No-Go – und erst recht in diesen Tagen, an welchen der Coronavirus in der Schweiz wütet.