Der Squashclub Grabs holt sich den zweiten Schweizer-Meister-Titel

In einem unterhaltsamen Endspiel gegen Uster fiel die Entscheidung zu Gunsten der Werdenberger im dritten von maximal vier Spielen.

Robert Kucera
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Freude über den Meistertitel: Team und Verantwortliche des Squashclub Grabs.

Freude über den Meistertitel: Team und Verantwortliche des Squashclub Grabs.

Robert Kucera

Einfach schön. Es ist ein geiles Gefühl, wieder das Ziel erreicht zu haben, welches wir geplant und darauf hingearbeitet haben», freut sich der Präsident des Squashclub Grabs, Dietmar Lamprecht, über den zweiten Schweizer Meister des Vereins und die erfolgreiche
Titelverteidigung. «Ich bin sehr glücklich über den Titel, weil es eine schwierige Saison war mit Corona und dem Meisterschaftsabbruch.»

Die Entscheidung um den Schweizer-Meister-Titel fiel im dritten Spiel. Valentin Rapp vom Squashclub Grabs gewann die Partie gegen Miguel Mathis mit 3:0 und sorgte so für die 2:1-
Führung. Zwar hätte der Gegner aus Uster im letzten Spiel noch ausgleichen können. Da die Werdenberger aber bereits 7:3 nach Sätzen führten, wurde das Spiel zwischen Luca Wilhelmi und Florian Pössl überflüssig. Bevor man auf Grabser Seite jubeln durfte, machte es Rapp im dritten Satz aber nochmals spannend. Er lag zwischenzeitlich 1:5 zurück, agierte aber nach dem Ausgleich zum 9:9 äusserst stilsicher, liess Ball und Gegner laufen und punktete gekonnt.

Bange Momente und ein goldener Satzgewinn

Vor Rapps Sieg sorgte der andere Deutsche im Team, Rudi Rohrmüller für den Ausgleich im Playofffinal. Bis es soweit war, gab es jedoch einige bange Momente aus Grabser Sicht. Beim zweiten Ballwechsel des Spiels knickte Rohrmüller um. Eine Minute lang herrschte Ungewissheit, ob er weitermachen könne. Als dieser Nackenschlag abgewendet war, braute sich neues Ungemach zusammen. Der Grabser Spieler kam nicht in die Gänge und lief lange Zeit einem Rückstand hinterher. Doch aus einem 5:8 machte er ein 10:8. Im Anschluss vergab er zwei Satzbälle. Den dritten zum 13:11 nutzte er.

Für Lamprecht war es ein Augenblick der Erleichterung:

«Im ersten Satz habe ich kurz daran gezweifelt, ob wir
Schweizer Meister werden
können. Doch als Rudi den Satz für sich entschied, war ich beruhigt – denn jetzt war er im Spiel.»

Zu den Baumeistern des Finalerfolgs dürfen aber nicht bloss die beiden Deutschen genannt werden, obwohl sie für die Siege sorgten. Als das Duo sich noch nicht mal warm gemacht hat, lieferte Yannick Wilhelmi auf der Position eins eine Kostprobe seines Könnens. Gegen den favorisierten Robin Gadola lag er im ersten Durchgang bereits mit 2:8 zurück, startete dann aber zu einer sehenswerten Aufholjagd. Nicht weniger als vier Satzbälle wehrte er ab, der Grabser verwertete seinerseits die zweite Möglichkeit. «Gadola hat sich zu sicher gefühlt und den Satz bereits abgeschlossen», analysiert Dietmar Lamprecht. So hat Wilhelmi schon früh im Final mit dem goldenen Satzgewinn einen wichtigen Beitrag zum späteren Sieg geleistet

Valentin Rapp (links) sorgte mit einem klaren 3:0-Sieg dafür, dass der Squashclub Grabs schon nach drei Final-Partien jubeln durfte.

Valentin Rapp (links) sorgte mit einem klaren 3:0-Sieg dafür, dass der Squashclub Grabs schon nach drei Final-Partien jubeln durfte.

Robert Kucera

Nach der Titelverteidigung ist vor der Titelverteidigung

Die Spieler und die Betreuer der ersten Mannschaft des Squashclub Grabs geniessen zwar den Augenblick des Ruhms und freuen sich über das Erreichte. Doch da die neue Saison für Grabs in rund einem Monat beginnt, blickt Präsident Dietmar Lamprecht etwas in die Zukunft. Getreu dem Motto: «Nach der Titelverteidigung ist vor der Titelverteidigung.» Wohin der Weg führen soll, ist klar: «Unser Ziel ist, wieder nach Uster zu reisen.» Im Frühling will man zum fünften Mal in Folge den Final bestreiten und dabei die bislang ausgeglichene Bilanz von 2:2 in ein positives Ergebnis umwandeln. Den Kader dazu haben sie – das Team bleibt zusammen, inklusive der am Samstag abwesenden Nummer eins, Iker Pajares aus Spanien.

Grabs – Uster 2:1
Nach Sätzen: 7:3. – Nach Punkten: 100:91.
Die Partien: Yannick Wilhelmi vs. Robin Gadola 1:3 (15:13, 7:11, 3:11, 7:11). – Rudi Rohr-
müller vs. Joel Siewerdt 3:0 (13:11, 11:6, 11:8). – Valentin Rapp vs. Miguel Mathis 3:0 (11:5, 11:6, 11:9). – nicht mehr gespielt: Luca Wilhelmi vs. Florian Pössl.