Lorina Zelger: «Der Rummel im Weltcup ist grösser»

Lorina Zelger ist das neuste Werdenberger Ski-Talent, das im Weltcup zum Einsatz kam. Zuletzt versuchte sich Jasmin Rothmund im Januar 2011. Auf dieser Stufe angelangt, ändert sich vieles - aber längst nicht alles.

Robert Kucera
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Lorina Zelger erlebte in Levi ihre Weltcup-Taufe und sammelte wichtige Erfahrungen. (Bild: Swiss Ski)

Lorina Zelger erlebte in Levi ihre Weltcup-Taufe und sammelte wichtige Erfahrungen. (Bild: Swiss Ski)

«Grundsätzlich ist ein Weltcup-Rennen wie ein FIS-Rennen. Ausser dass der Rummel grösser ist und es hat mehr Zuschauer», zieht Lorina Zelger einen ersten Vergleich. Vor einem Jahr startete sie noch im italienischen Diavolezza bei einem FIS-Rennen in die neue Skisaison. Nun darf sich die Gamserin nach dem ersten Einsatz der Saison 2018/19 Weltcup-Fahrerin nennen.

Viel Neues ist im finnischen Levi auf Zelger zugekommen. An einiges muss sie sich erst noch gewöhnen.

«Kommt man ins Ziel, hat man plötzlich eine Kamera vor dem Kopf. Da fragt man sich: Was soll ich jetzt machen?»

Neue Pflichten, aber auch Annehmlichkeiten

Auch den Zielraum kann sie in einem Weltcuprennen nicht ganz so schnell verlassen. Es gehört ins Pflichtenheft, dass man sich keine Fragen stellt, sondern welche beantwortet, wenn man auf dem Weg Richtung Ausgang bei den versammelten Medien vorbei schreitet. Ausserdem wird gut kontrolliert, ob bei ihrem Material alles mit rechten Dingen zu und her gegangen ist. Im Startbereich durfte sich die 19-Jährige dagegen über Annehmlichkeiten freuen: «Es hat Bildschirme, einen Heizkörper und im grossen Aufenthaltsraum ein riesiges Buffet mit Essen.» Auf wohltuende Wärme im grossen Starthaus musste Lorina Zelger dann aber, wie alle anderen auch, verzichten. Denn wegen des Wetters wurde der Start nach unten verschoben.

Doch vor dem Rennen erfolgt erst mal das Aufwärmen. Nichts Neues für die Gamserin. Speziell war einzig, dass sie nun den weltbesten Skifahrerinnen dabei zusehen durfte. Neues schnappt man da allerdings nicht auf. Jede hat ihre eigenen Übungen. Und Zelger hat diesbezüglich Inputs auch gar nicht nötig. Schliesslich schrieb sie ihre Maturaarbeit über das spezifische Aufwärmen im Ski alpin. Spezieller war da die Betreuung im eigenen Team. Denn die junge Werdenbergerin ist dem Europacup-Team zugeteilt. Nun arbeitete sie in Levi mit den Weltcup-Trainern zusammen. «Es ist wichtig, die Trainer zu kennen, sie zu verstehen», beschreibt sie das Vertrauensverhältnis, das sich in diesem Sport zwischen Trainer und Athletin bildet. Zum Glück für sie lernte sie die Crew bereits in Trainings kennen, gänzlich neu waren die Gesichter folglich nicht.

«Es wäre cool, noch mehr Chancen zu erhalten»

Lorina Zelger genoss es jedenfalls, professionell betreut zu werden und sich nur noch auf festgeschriebene Zeiten, die ständige Mitnahme des sehr wichtigen Vouchers und vor allem aufs Skifahren konzentrieren zu dürfen. «Es wäre cool, noch mehr Chancen zu erhalten. Ich würde gerne wieder Weltcup-Rennen bestreiten.» Zelger weiss, dass sie diesen Wunsch in den eigenen Händen hat, und kennt das Rezept: «Wenn ich gut Ski fahre, kommt’s schon gut.»