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Kommentar

Wiga 2019: Der Region droht ein Scherbenhaufen

Die Wiga ist eine regionale Industrie- und Gewerbeausstellung mit einer massgebenden Beteiligung der Gewerbevereine aus der Region Werdenberg. Und genau darin liegt das Geheimnis für ihren Erfolg.
Thomas Schwizer
Thomas Schwizer, Chefredaktor Werdenberger und Obertoggenburger

Thomas Schwizer, Chefredaktor Werdenberger und Obertoggenburger

Grundsätzlich ist die Bedeutung der Wigafür die Region Werdenberg allen Beteiligten bewusst. Sowohl die Gewerbetreibenden aus der Region, als auch die Wigab AG mit Paul Schlegel sind stolz auf diese Messe.

Doch spätestens seit der Aussprache der Vertreter der Werdenberger Wirtschaftsorganisation, also der Vereinigung der Gewerbevereinspräsidenten, mit Paul Schlegel ist gegenseitig keinerlei Vertrauen mehr vorhanden. Das wird nur schon durch die Tatsache deutlich, dass beide Seiten ein Gesprächsprotokoll erstellten und man sich nach zig Änderungsvorschlägen nicht auf eine gemeinsame Version einigen konnte.

Fakt ist, dass Paul Schlegel die Finanzen nicht im Griff hat. Bei der Wigab AG waren zumindest am 18. August, elf Monate nach der Wiga 2017, noch nicht alle Forderungen bezahlt. Verwaltungsrätin Christine Hug-Stauffacher (Finanzen) hielt aber gestern Dienstag fest, alle offenen Rechnungen an die Wigab AG von 2017 seien nun «bezahlt oder geregelt». Dass Schlegel bzw. der Wigab AG nun die 500000 Franken Vorauszahlung für die örtlichen Gemeinschaftsstände an der Wiga 2019 fehlen, machen es für die Wigab AG nicht leichter.

Dass Paul Schlegel mit seinen anderen Firmen seit mindestens drei Jahren eine ellenlange Liste von Betreibungen, Pfändungen etc. stehen, und dies eher noch schlimmer geworden ist, hat zwar nicht direkt mit der Wiga zu tun. Es wirft aber geschäftlich ein sehr schiefes Licht auf ihn. Dass die Pensionskasse, die Sozialversicherungsanstalt und Gewerbetreibende, auch aus der Region Werdenberg, seit langem auf ihnen zustehendes Geld warten, ist untragbar.

Die Unzufriedenheit mit dem Geschäftsgebaren und dem «Dealen», das zu Paul Schlegels Naturell gehört, hat sich kontinuierlich gesteigert. Dass die bisherigen vertrauenswürdigen Verwaltungsräte aus der Region ausgeschieden sind und er plötzlich Alleinherrscher der Wiga war, brachte das Fass zum Überlaufen. Dass Schlegel nun neue Verwaltungsräte und Aktionäre aus seinem «Umfeld» berufen hat, macht es für die Gewerbevereine nicht besser. Dazu hatte er zwar als Alleinaktionär der Wigab AG das Recht. Allerdings wäre eine Rücksprache mit den wichtigsten Vertretern der vielen Aussteller aus der Region angebracht gewesen, wenn er deren grundsätzliche positive Einstellung zur Wiga nicht gänzlich verspielen wollte.

Die letzte Chance, dass die Wiga 2019 ein Erfolg werden kann, sowohl bezüglich der Anzahl Aussteller aus der Region als auch bezüglich der Besucherzahl, bieten umgehende Gespräche. Dass der neue Verwaltungsrat mit Präsident Josef Müller-Tschirky nun öffentlich Vorwürfe an die Gewerbevereinspräsidenten macht, ist kein hoffnungsvoller Weg. Vielmehr muss er sie rasch zu einem Gespräch einladen, sobald er in dieser Funktion denn endlich im Handelsregister eingetragen ist. Dort muss er vor allem einmal ihre Bedenken anhören. Das bietet ihm eine Chance, sich persönlich ein Bild zu machen. Das wäre ein ernsthafter Versuch, die «andere Seite» zu verstehen. Im besten Fall kann er dann nachvollziehen, warum die Gewerbevereine den Verzicht auf eine gemeinsame Teilnahme an der Wiga 2019 beschlossen haben.

Die Gewerbler sind sich der Bedeutung der Wiga nämlich bewusst und schätzen diese Plattform, um sich und ihre Leistungen präsentieren zu können. Deshalb nehmen sie es bestimmt nicht leichtfertig in Kauf, dass ihnen diese Plattform im September 2019 fehlen wird. Sie haben dafür ihre absolut nachvollziehbaren Gründe.

Für die Wigab AG kann das Ersetzen der ausbleibenden lokalen Aussteller durch solche von auswärts keine echte
Alternative sein. Denn eine Regionalmesse lebt zentral
von der regionalen Verankerung. Die neue Wiga-Führung muss es deshalb rasch schaffen, glaubhaft zu machen, dass sie unabhängig von «Mister Wiga» Paul Schlegel agieren und ihn echt führen kann. Nur so kann sie das Vertrauen der Gewerbler aus der Region zurückgewinnen. Sonst wird für die Wiga und für die Region ein Scherbenhaufen zurück-bleiben.

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