Kommentar

Der neue «junge» Seveler Rat verdient eine Chance – bei allen

Die Hoffnung ist gross und berechtigt, dass mit dem neuen Gemeindepräsidenten endlich wieder mehr Ruhe in die Seveler Politik einkehren wird.

Heini Schwendener
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Heini Schwendener.

Heini Schwendener.

Bild: Urs Bucher

Ein neuer Gemeindepräsident und drei neue Ratsmitglieder: Die Seveler Behörde steht vor einem Neustart. Zumal die dienstälteste Gemeinderätin erst seit vier Jahren dabei ist. Diese Ausgangslage lässt hoffen: auf frischen Elan, auf mehr Bürgernähe und darauf, dass endlich wieder etwas Ruhe einkehrt.

Sie fehlt nämlich in Sevelen seit 2005 weitgehend. Es gab zu viele Wechsel im Gemeindepräsidium und im Rat. Es gab zu viele Geschäfte, die vom Stimmvolk abgelehnt wurden. Es gab polarisierende Mandatsträger, denen ebenso polarisierende Bürger die Stirn boten. Kurz: Konstruktive Politik war schwierig.

Das tönt nun etwas hart, denn in Sevelen ist beileibe nicht alles nur negativ. Aber es war vieles sehr viel mühsamer als in Gemeinden, wo der ganze Rat am gleichen Strick zieht. Solches spürt und anerkennt nämlich die Bevölkerung und steht darum der Arbeit der Behörden viel wohlwollender gegenüber.

Der neue Gemeindepräsident hat versprochen, unvoreingenommen auf alle Mitmenschen und Interessengruppen zuzugehen, ihnen Gehör zu schenken und ihre Anliegen wirklich ernst zu nehmen. Sein gutes Wahlresultat zeigt: Viele trauen ihm das zu. Wenn der Gemeinderat eine Einheit wird und den Dialog mit der Bevölkerung intensiv pflegt, dann wird er künftig Ideen, Projekte und Abstimmungsvorlagen präsentieren, deren Akzeptanz nicht schon von Anfang an auf wackligen Beinen steht.

Natürlich werden dem «jungen» Rat dabei auch Fehler passieren. Doch er verdient eine Chance – bei allen, insbesondere auch bei jenen, die bisher sehr behördenkritisch eingestellt waren. Denn kehrt endlich wieder Ruhe und gegenseitiger Respekt ein, kann in Sevelen konstruktiver und zielführender politisiert werden.